Allgemein, VfB

Mein lieber VfB,

wir müssen mal wieder miteinander reden. Wir möchten alle aufsteigen. Ihr wollt das, wir Fans wollen das, eure Sponsoren wollen das und wenn wir mal ganz ehrlich sind, dann will das auch die Bundesliga. Die vermissen uns schon, geben sie zwar alle nicht zu, aber die würden sich alle freuen wenn wir wieder da sind.

Soweit ist der Plan eigentlich ganz klar. Nur an der Ausführung hapert es aktuell noch ein wenig. Natürlich kann der Vorstand mal einen Trainer einstellen und gut zwei Monate danach den Sportdirektor. Ist nicht die ganz sinnvolle und ganz logische Reihenfolge, aber es kann gut gehen. In deinem Fall sieht es aber leider gerade nicht so aus. Harmonische Verstimmungen – ganz lieb ausgedrückt. Es kracht im Gebälk – eher etwas drastischer formuliert. Eine gute Streitkultur kann auch ihr Gutes haben, wenn man sich mal so richtig zofft, wenn man sich mal so richtig die Meinung sagt. Aber die zwei Hauptakteure in der aktuellen Aufführung „Chaosclub Cannstatt“ scheinen nicht mehr wirklich gewillt zu sein, mehr als das Nötigste miteinander zu reden. Und das ist natürlich für das von uns allen gewünschte Ziel Aufstieg ganz schlecht. Wenn gerade die zwei wichtigsten sportlich Verantwortlichen sich zoffen oder aktuell dann eher anschweigen.

Klasse wäre jetzt, wenn wir eine kompetente Führung hätten, einen Präsidenten der die zwei so ganz Supervisionsmäßig wieder einsortiert, dass die beiden sich ihrer Professionalität besinnen und wieder an einem Strang ziehen. Alle Signale, die der gemeine Fan (tschuldigung, der musste sein) so aktuell empfangen kann deuten aber überhaupt nicht in die Richtung. Gut, du hast gerade nicht unbedingt eine kompetente Führung und auch mit dem Präsidenten hapert es gerade ein bisschen. Wobei das nochmal ein ganz anderes Thema ist.

Zurück zu unseren zwei Streithähnen. Es scheint, als liefen die Spielerverpflichtungen nicht so ganz im gegenseitigen Einvernehmen ab. Jos Luhukay beginnt bei der Pressekonferenz die drei neuen Spieler (wenn man es positiv sehen möchte) erst einmal zu schonen, bzw. den Druck von ihnen zu nehmen. Sie brauchen noch, sie sind noch nicht so weit, wie auch Kaminsiki, wobei da hatte Jos doch irgendwie seine Hände drinnen. Nach dem – und ich glaube da sind wir uns einig – katastrophalen Spiel letzten Freitag gegen Heidenheim – GEGEN HEIDENHEIM VERDAMMTE AXT – wurden die Aussagen von Jos immer abenteuerlicher. Es war etwas zu hören, dass die Spieler Angst gehabt hätten, dass die vielen Leute die Spieler eher verunsichern würden bzw. der Druck da zu groß wird. Ich kann dir, lieber VfB 17 Zweitligisten nennen, vermutlich auch noch 14 Erstligisten, die sich ihre Finger danach lecken würden, wenn so viele Leute im Stadion wären. Wo man sich Aussagen vorstellen könnte wie „mit dem Publikum im Rücken wurden wir zum Sieg getragen“. Irgendwas in der Richtung. Bei dir scheint es, wenn es nach deinem Trainer geht ein Problem zu sein. Und Favorit auf den Aufstieg sind wir auch nicht. Unter uns, mit dem Etat kann es nur ein Ziel geben – hoch.

Jan Schindelmeiser versuchte dann so ein bisschen die Aussagen von Luhukay wieder hinzubiegen, eigentlich erzählte er genau das Gegenteil. Wie auch Kevin Großkreutz. Jetzt stehen wir hier, die Geschichte schaukelt sich langsam etwas auf. Der schwarze Peter liegt gerade stark auf der holländischen Seite. Geschickter wäre es mit Sicherheit von Schindelmeiser auch gewesen, das Ganze intern zu klären, was aber – man redet ja nicht miteinander – wohl nicht drinnen ist. Da drehen wir uns ein bisschen im Kreis.

Und es gibt nur zwei Optionen, wie das Dilemma beendet werden kann. Machtwort, von dir, an die Zwei. Sie sollen professionell miteinander arbeiten, d.h. miteinander reden und das Ziel Aufstieg gemeinsam angehen. Aussprache und dann Vollgas weiterarbeiten. Wenn das nicht geht, dann musst du überlegen, auf welcher Seite du stehst und einer der beiden muss gehen. Das ist deine Entscheidung.

Aber, du kannst es so nicht weiterlaufen lassen, die Fans sind da und bereit zusammen das Ziel Aufstieg in Angriff zu nehmen. Gib uns ein Zeichen, dass wir den Weg weiterhin zusammen gehen – und vor allem deine Angestellten auch.

Liebe Grüße,

Martin

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Allgemein, VfB

Zweite Liga. Zweiter Spieltag. Zweifel.

Die Saison ist gerade einmal 180 Minuten alt und gefühlten 80 Prozent der VfB Fans reicht es schon wieder, auch in der zweiten Liga. Es hat mit Sicherheit keiner erwartet, dass wir locker und flockig durch die zweite Liga marschieren und irgendwann am 28. Spieltag schon aufgestiegen sind. Aber nach den ersten zwei Spielen häufen sich schon wieder die Fragezeichen, die den VfB betreffen. Das erste Spiel haben wir nur durch eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit noch mit 2:1 gegen St. Pauli gewonnen. Glücklich darf man den Sieg aufgrund der Chancen der FC-Bayern-Freunde in der ersten Halbzeit schon nennen. War dann aber egal, das Stadion freute sich über den ersten Heimsieg seit März, über das gedrehte Spiel und endlich mal wieder einen Sieg zum Saisonauftakt. Gut, in der zweiten Liga, aber zu pingelig wollen wir jetzt mal nicht sein. Es bahnte sich so ein leises positives Gefühl an. Mit der Mannschaft, die in der Vorbereitung nicht viel gerissen hatte, trotzdem mit einem Sieg zu starten, gegen einen der gefühlt etwas schwereren Gegner der zweiten Liga. Wenn wir uns also nur durch den August und September so retten würden, dann könnte es doch, mit ein paar sinnvollen Verstärkungen, und überhaupt. Etwas Zuversicht.

Vier Tage später war das alles schon wieder vergessen. Eine erbärmliche Leistung gegen Düsseldorf, mit einer daraus resultierenden 0:1 Niederlage später, war das alle schon wieder vorbei. Über den Schiri kann man sich ärgern, es wäre vielleicht ein 1:1 geworden mit dem Elfmeter. Aber ich kann von der Mannschaft erwarten, dass wir das Spiel auch so gewinnen. Gegen Düsseldorf. Mit dem Schiedsrichter. Nein, ich muss es erwarten. Wer wieder aufsteigen möchte, muss gegen einen letztjährigen Fastabsteiger gewinnen, auch am 2. Spieltag. Aber es hat mal wieder an allem gefehlt. Einsatz, Wille, Spielverständnis. Der rote Faden der letzten VfB Jahre zieht sich auch durch die zweite Bundesliga.

Ausreden kann man den Spielern und dem Trainer jetzt natürlich wieder geben. Der Abstieg steckt ihnen noch in den Köpfen. Viele Abgänge. Bla. Blub. Muh. Mäh. Im Ausreden finden war der VfB die letzten Jahre schon sehr stark, damit muss Schluss sein. Keine Ausrede für ein 0:1 und das Auftreten. Mit Ausreden haben wir uns aus der Bundesliga verabschiedet.

„Ja, aber das wird schon noch“. Die Stimmen die das sagen, haben auch letzte Saison fünf bis sechs Spieltage vor Ende gesagt das wird noch. Und vier Spieltage davor. Und drei Spieltage davor. Und zwei Spieltage davor. Und… am Ende waren wir abgestiegen. Nein das „wird schon noch“ dürfen wir uns in der zweiten Liga nicht erlauben. Es geht nicht darum mitzuspielen, es geht darum aufzusteigen.

Ich lege mich fest, mit der Truppe, so wie sie jetzt ist, steigen wir nicht auf. Der VfB hat den ein oder anderen Euro eingenommen, davon muss ein Teil investiert werden. Ich weiß, nur Geld zu haben heißt nicht die richtigen Spieler zu holen, es heißt auch nicht, dass man die richtigen Spieler bekommt, dass die zum VfB möchten oder in die zweite Liga. Kreativ sollten die Transfers werden – ich bitte darum. Es wäre tödlich für den Verein, wenn sich mal wieder das „ach so schlecht ist die Abwehr gar nicht“ etc. einstellt. Ich bin mir sicher, dass Schindelmeiser und Luhukay das auch so sehen und das bis Ende August noch gehandelt wird und noch Verstärkungen kommen. Sonst eben: kein Aufstieg. Und auf die Rückkehr der Verletzten zu hoffen, ist beim VfB ja auch eher keine Option.

Die Zweifel nach zwei Spieltagen sind groß. Lieber VfB, es ist an euch, die Zweifel aus dem Weg zu räumen und den Weg Richtung Bundesliga einzuschlagen.

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Allgemein

Einfach mal Danke sagen

Wir haben zusammen gelitten, wir haben zusammen geflucht und wir stehen gerade zusammen die beschissenste Zeit beim VfB durch, die vermutlich alle von uns erlebt haben. Und deswegen ist einfach mal an der Zeit Danke zu sagen, an meine Timeline. Danke für viele verdammt konstruktive und gute Diskussionen.

Ich sag euch Danke und verlose für den Sommer zum Farbe bekennen ein 1893 T-Shirt (egal ob m/w oder weiß/rot – oder eines der anderen 1893 Motive).  Ihr braucht nur den Tweet hier liken bis zum 20. Mai 2016 – 12 Uhr. Unter allen Likes verlose ich das T-Shirt und schreib dann den/die Gewinner/in an.

Deal? Also, Danke und auf bessere Zeiten in der nächsten Saison.

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Allgemein

Übung macht den Absteiger

Ich muss sagen ich bin erstaunt, es fühlt sich heute Abend gar nicht so schlimm an, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Es werden bestimmt wieder sehr traurige Phasen kommen, aber aktuell ist es eher das Gefühl „ich bin froh, dass es endlich vorbei ist“. Ich bin froh, dass die Saison endlich vorbei ist und wir nicht noch den Umweg über die Relegation nehmen müssen und die Chance vermutlich auch noch vertan hätten. Natürlich wären wir alle gerne in der Bundesliga geblieben, natürlich hätten wir alle Bock auf eine Rettung in letzter Minute gehabt. Aber es war diese Saison einfach nicht drinnen, es sollte nicht sein und so erlebe ich zum ersten Mal in meinem Leben bewusste die zweite Liga. Den letzten Ausflug des VfB in das Unterhaus habe ich nur rein körperlich anwesend erlebt, an erinnern habe ich alterstechnisch einfach keine Chance.

Aber warum fühlt es sich heute gar nicht so schlimm an, weil wir uns seit Jahren eigentlich auf den Tag X vorbereitet haben und es klar war, dass er irgendwann kommen wird. Der ganze Verein hat sein Bestes gegeben, dass wir endlich eine Liga runter dürfen. Vier, fünf Jahre wurde alle erdenklichen Fehler gemacht, die ein Verein nur machen kann, damit das große Ziel erreicht wird. Die falschen Entscheidungen, von den falschen Personen auf den falschen Positionen. Der schleichende Untergang begann 2007 nach der Meisterschaft. Im Erfolg macht man in Stuttgart beim VfB schon immer am liebsten die meisten Fehler. Veh und Heldt haben den Grundstein gelegt, den Mäuser, Hundt, Bobic, Wahler, Dutt und zu guter letzt Kramny zu dem Haus des zweiten Abstiegs in der Historie des VfB aufgebaut haben.  Es gab gute Phasen, so konnten wir nochmal CL spielen, ein Pokalfinale war uns noch gegönnt, aber das war es dann. Seit fünf Jahren kannte der Verein aber nur noch einen Weg: nach unten. Der Abstieg kam immer näher, Stevens rettete uns zweimal noch den Arsch, dieses Jahr hat es einfach nicht mehr gereicht, was auch an dem verzweifelten Festhalten von Dutt an Kramny gelegen hat. Der VfB war ja immer stark darin einen Trainer nach einer kurzen Niederlagenserie rauszuwerfen, nur dieses eine Mal hielt man – warum auch immer – am Trainer fest. Ja wieso eigentlich? Es wird ein ewiges Geheimnis von Dutt bleiben. Wir haben also lange dafür geübt den Abstieg erleben zu müssen. Im Normalfall macht Übung den Meister, bei uns macht Übung den Abstieg. Und da es sich diese Saison durch die Niederlagen gegen Bremen und Mainz so vehement angekündigt hat, war es am 34. Spieltag vielleicht auch nicht mehr ganz so schlimm.

Neustart, mal wieder und den kann es meiner Meinung nach nur ohne die Herren Kramny, Wahler und Dutt geben – diese Namen stehen für den Abstieg, diese Namen werden für immer mit dem Abstieg verbunden sein. Und keiner dieser Herren sollte auch nur eine Sekunde eine Chance bekommen einen Neustart zu versuchen. Ich hoffe, dass wir endlich mal wieder das Glück haben die richtigen Personen zu finden, die auf den richtigen Positionen sitzen und richtige Entscheidungen treffen. Damit wir nächstes Jahr um die Zeit den Wiederaufstieg feiern dürfen – und das MUSS das Ziel sein, alles andere lasse ich nicht gelten.

Und noch was, ihr lieben Experten, wie Buffy, Bobic, Buchwald und wie ihr alle heißen mögt und wie ihr jetzt alle aus euren Löchern gekrochen kommt: haltet einfach euren Rand. Danke.

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VfB

Abstieg.

Mein Therapeut meinte, es würde mir gut tun, wenn ich meine Gedanken niederschreibe. Es fällt mir nur schwer, das was ich in den letzten Wochen, Monaten und eigentlich auch Jahren erlebt habe manchmal in Worte zu fassen. Ohne komplett ausfallend zu werden. Mittlerweile ist eine Nacht vorbei nach dem 2:6 Debakel in Bremen. Eine Nacht mit ungefähr zwei Stunden Schlaf. Irgendwann spät nach Mitternacht eingeschlafen, wieder aufgewacht, lange wach gelegen, wieder eingeschlafen, aufgewacht bis irgendwann 6 Uhr morgens war. Der Verein bringt mich mal wieder um den Schlaf, kostet mich Nerven – warum musste es überhaupt so weit kommen.

Die Gründe dafür sind eindeutig mehr als vielschichtig. Fangen wir mal mit der aktuellen Saison an und der aktuellen zweiten Misere dieser Saison. Die erste Saison ging auf das Konto von Zorniger, mit dem wir großteils attraktiven, aber erfolglosen Fußball spielten. Am Ende sprangen ein paar Siege raus, aber es war nicht genug und ein desolates 0:4 gegen Augsburg kostete den Kopf von unserem neuen Trainer, der alles anders machen wollte, der alles ändern wollte. Er hatte versuch die „Mannschaft“ aufzuräumen, hatte Niedermeier und andere kalt gestellt, aber nicht die Rechnung mit der vorhandenen Macht der Herren gemacht, die nicht mehr so zum Zuge kamen. Meiner Meinung nach zu früh hat also Dutt hier die Reißleine gezogen und das Konzept (mal wieder) über den Haufen geworfen. Einen gewissen Anteil an den Rauswurf kann sich auch die liebe Stuttgarter Presse (StN/StZ) auf die Fahnen schreiben. Zorniger wurde recht schnell, recht deutlich angegangen. Öffentliche Kritik an Niedermeier oder Werner von der schreibenden Zunft zerrissen und Zorniger angezählt. Das Resultat ist bekannt und dann kam da Kramny, als Interimslösung.

Ist natürlich ein netter Kerl, pflegeleicht, umgänglich. Was hatte Kramny bis dahin vorzuweisen? Vorsichtig gesagt: nichts. Das ist im ersten Schritt mal eigentlich nicht schlimm, andere Trainer hatten das auch nicht, bevor sie in der Bundesliga anfingen. Aber Moment, schauen wir mal auf das was Kramny davor gemacht hatte. Drei bis vier Jahre die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart auf traurigem spielerischen Niveau gehalten. Jahrelang ging es hier auch nur gegen den Abstieg. Auch schon dort war kein wirkliches Konzept, eine Spielidee zu erkennen. Da hätte es eigentlich den Herren Dutt und Co. schon wie Schuppen von den Augen fallen müssen, dass das vielleicht nicht die beste Wahl für einen untrainierbaren Haufen ist. Aber nach dem 3:1 gegen auswärtsschwache, ach generell schwache Wolfsburger war klar: der bleibt, Cheftrainer!

Autsch. Die Rückrunde ging dann ja auch wirklich gut los. Siege, Spiele die Spaß machten zuzuschauen. Viele sagte schon damals, das ist das wie Zorniger sich das vorgestellt hatte. Richtig, es war das System Zorniger mit mehr Absicherung nach hinten und vor allem mit mehr Glück in den entscheidenden Situationen. Die Bälle gingen halt rein, die Schiris haben mal eher für den VfB gepfiffen. Und da konnte die Stuttgarter Presse endlich Niedermeier und Kramny und Co. feiern. Und das taten sie auch ausführlich.

Der Knackpunkt ist und bleibt für mich das Hannover Spiel. Die Mannschaft dachte es geht auch so, gegen den 18., mit etwas weniger als die Wochen zuvor. Von dem Knacks haben sie sich bis heute nicht erholt und Kramny hat keine Wege gefunden a) ein eigenes Spielsystem einzuführen und b) die Mannschaft irgendwie wieder im Kopf auf Vordermann zu bringen. Vollstes Versagen seit Wochen, bei den Aufstellungen, bei der Taktik, einfach überall. Da sitzt ein lebloser Trainer auf der Bank und schaut sich an, wie seine Mannschaft mit 2:6 gegen den Tabellenvorletzten baden geht. Alles aber auch nicht überraschend. Wenn Kramny vor der Mannschaft ähnlich hilflos wie auf den Pressekonferenzen auftritt und dort den gleichen Schmuh verzapft, braucht man sich nicht wundern. Das hat mit Motivation und Einstellung nichts, aber auch gar nichts zu tun. Das kann sein kongenialer Partner Robin Dutt auch prima. Laut Aussagen von Dutt gestern in der Mixed Zone, kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen bzgl. der Einstellung und der Trainer hat auch keine Schuld, sind halt zu viele Verletzte und man war nicht eingespielt. Alleine die Aussagen sind Grund genug Dutt sofort vom Hof zu jagen. Teeren und federn wäre davor noch eine Option, aber dann halt vom Hof. Wie kann man so vor der Realität die Augen verschließen? Und das gilt für alle handelnden Personen und auch für die, die auf dem Platz stehen. Schwaab faselte irgendwas von, man muss ja nur zweimal gewinnen – ist noch alles drin. Rechnerisch mag das stimmen, aber auch wirklich nur rechnerisch.

Es gibt noch genau einen allerletzten kleinen Strohhalm an den ich mich klammern mag: Kramny (und auch Dutt) noch heute vom Hof zu jagen. Vielleicht bringt ein neuer Trainer noch für die zwei Spiele den Impuls, den die „Mannschaft“ benötigt. Diesen Trainerwechsel nicht vorzunehmen ist absolut fahrlässig. Mit Kramny holen wir genau noch null Punkte. Erstaunlich ist, dass Dutt so an Kramny festhält. Ja, sein Arsch hängt mit dran. Aber dann muss es Wahler (okay, tut mir leid, er auch nicht) und/oder der Aufsichtsrat kapieren: es ist die allerletzte Chance noch was zu retten. Die „Mannschaft“ ist lebloser und kaputter und taktisch komplett am Arsch, als sie es unter Zorniger war, aber Dutt hält an Kramny fest. Und auch die werte Stuttgarter Sportpresse sägt nicht an seinem Stuhl. Warum? Auch Kramny hat öffentlich Spieler kritisiert, die Abwehr ist schlimmer als je zuvor (es gab keine 6 Gegentore unter Zorniger – nur mal so am Rande), aber die Presse schweigt.

Da kommen wir wieder zum Anfang, wer hat Schuld an der Misere. Es sind beim VfB ganz arg viele Puzzleteile, die zum folgenden Abstieg geführt haben. Um alle die davor beteiligt waren wie Mäuser, Hundt, Bobic, Heldt werde ich mich ein anderes mal kümmern. Und besser als der Tweet kann man das eh nicht zusammenfassen:

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Allgemein

Vertrauen ist der Anfang von allem

So lautete vor einigen Jahren mal der Slogan einer Versicherung, wenn meine angegrauten Zellen das noch richtig im Kopf haben. Wem kann man vertrauen, wem möchte man vertrauen. Man vertraut Personen die man lange kennt, Personen die man neu über Bekannte kennenlernt, denen man auch vertraut und manchmal verlässt man sich einfach auf sein Bauchgefühl, ob man jemanden vertraut – obwohl man diese Person noch nicht lange oder nicht richtig kennt. Sehr oft  kann ich mich auf mein Bauchgefühl sehr gut verlassen. Bisher habe ich es selten bereut mich auf mein Bauchgefühl und wem ich vertrauen kann zu verlassen.

Vertrauen ist auch ein ganz wichtiges Thema, wenn es um die Ausgliederung beim VfB geht. Das Thema wird von unserem Verein seit Wochen und Monaten mit Regionalversammlungen und Treffen vorangetrieben. Ein guter Ansatz ist es auf jeden Fall die Mitglieder ins Boot zu holen, ob es nur dazu dient den Mitgliedern ein gutes Gefühl zu geben, werden wir erst erfahren, wenn der konkrete Plan für die Ausgliederung von den handelnden Personen vorgestellt wird. Bis dahin müssen wir noch warten, wie genau die Ausgliederung beim VfB ablaufen soll. Generell eines vorweg: ich bin mit Sicherheit kein Über-Traditonalist, der sich das überhaupt nicht vorstellen könnte und einfach schon grundsätzlich sein Veto einlegt. Nein, das wäre ungeschickt, vielleicht kann die Ausgliederung eine Chance sein für den Verein. Dazu muss aber alles passen, das Vorgehen, die Idee und vor allem die handelnden Personen. Und da kommen wir wieder zu dem Thema Vertrauen.  Dazu möchte ich einen bemerkenswerten Absatz von dem, eigens für die Ausgliederung – tschuldigung Vereins-Entwicklung (!) – erstellten Internetauftritt zitieren:

Ist eine Ausgliederung jetzt sinnvoll, obwohl das Vertrauen in die handelnden Personen teilweise fehlt?

Ja, eine Ausgliederung ist zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll (vgl. Frage 15 im Themenbereich „Ausgliederung“). Auch unter dem Gesichtspunkt, dass das Vertrauen in die handelnden Personen teilweise nicht im gewünschten Maß vorhanden ist. Eine Aufschiebung der Ausgliederung hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge, dass der VfB Stuttgart weiter an Wettbewerbsfähigkeit verliert und es dadurch immer schwerer werden würde, sportlich wieder erfolgreicher zu werden.

Puh. Das muss man erst einmal sacken lassen und sich ein zwei mal durchlesen, um die Tragweite und die Aussage zu verstehen. Es wird also Vertrauen eingefordert, was aktuell einfach nicht vorhanden ist. Dass dazu gleich noch ein Horrorszenario „Verlust von Wettbewerbsfähigkeit“ skizziert wird, macht die Sache nicht besser. Und ja, ich für meinen Teil muss Vertrauen haben und ich kann keinen Vertrauensvorschuss geben. Genauer gesagt, nicht mehr geben. Dafür sind schon wieder zu viele Details von Verträgen und andere Handlungen ans Tageslicht gekommen, die einen zu der Frage bringen: Was würde der Verein mit einem Kapital von 30-50 Mio machen, dass er einmalig zur Verfügung bekommen würde? Genauer gesagt wäre die Frage eher: wie wird das Geld wieder sinnlos versenkt, ohne einen Nutzen davon zu haben. Man darf die Gefahr als doch – leider aktuell – eher hoch einschätzen. Warum?

Wenn man es aktuell schafft durch – von außen betrachtet – unkluge Vertragsentscheidungen Millionen zu verbrennen, ist das keine gute Basis für Vertrauen. Beispiel 1: eine Vertragsverlängerung für Niedermeier über drei Jahre mit einem Gehalt von 1,5 Mio im Jahr (was er wohl aktuell verdient) wären 4,5 Mio für einen Fußballer, der technisch, nun ja nicht ganz begabt ist und wirklich nicht für die Zukunft eines Fußballvereins stehen sollte.  Beispiel 2: Die nun aufgetauchte Ausstiegsklausel für Kostic. Da wurde ein lang laufender Vertrag – soweit bekannt ohne AK – verändert. Kostic bekommt mehr Gehalt, das kann man machen, eine Anpassung während der Laufzeit ist nicht ungewöhnlich. Wieso dann aber eine AK eingebaut wird, die bei 20-25 Mio liegen soll, dann verstehe ich das einfach nicht. Ein Spieler, der z.B. bei einem Transfer nach England (Firmino unc Co.) irgendwo im Bereich von 35 bis 40 Mio liegen könnte, so eine AK einzubauen ist ein Trauerspiel. Da gehen mal 10 bis im optimalen Fall 15 Mio flöten.

Das erklärt natürlich im Umkehrschluss warum die Herren aus der Mercedesstraße die Ausgliederung benötigen – man muss ja irgendwo wieder an das verlorene Geld rankommen. Und das waren einfach – vielleicht nicht ganz subjektive – zwei Beispiele, die für mich eines zeigen: ich kann den aktuell handelnden Personen keinen Vertrauensvorschuss geben. Dazu müssten diese zwei bis drei Jahre sinnvoll gearbeitet haben.

Ich bin noch auf das vorgestellte Konzept zur Ausgliederung gespannt. Aktuell geht bei mir die Tendenz aber noch eindeutig zu einem Nein.

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VfB

Es überrascht euch noch? Ernsthaft?

Euch überrascht das wirklich noch, das heutige Ergebnis gegen Leverkusen, das heutige Spiel, die heutige Einstellung, der fehlende Biss, die Mannschaft – einfach alles? Mich nicht, nicht im geringsten, nicht einmal ansatzweise. Die Mannschaft zeigt endlich wieder ihren wahren Charakter, hat bei Kramny einfach nur ein paar Spiele länger gedauert. Tut mir leid euch wieder so enttäuschen zu müssen. Aber war ja auch einfach alles so toll, die Wiedergeburt von Niedermeier, die tollen Siege – die in der Vorrunde halt vom Spiel her nur bedingt anders waren, aber das Pendel schlug da einfach nur zur anderen Seite aus. Jetzt sind also viele total überrascht. Es ist aber eine Entwicklung welche sich seit Wochen angekündigt hat. Durfte man natürlich so nicht sagen, waren ja nur Ausnahmen. Hoffenheim war die Ausnahme, ganz einfach, Hoffenheim war die Ausnahme.

Es gibt ja Leute, dir mir immer noch glaubhaft versichern wollen, dass man halt gegen Hannover mal verlieren kann. Ist klar, deswegen gewinnen auch alle bockstarken Mannschaften wie z.B. Seriensieger Eintracht Frankfurt gegen die. Seht es endlich ein, Hannover darfst du nicht verlieren, aber da nahm die Rückwärtsentwicklung schon wieder ihren Lauf. Angefangen mit der ersten Halbzeit auf Schalke, die man mit einer guten zweiten Hälfte noch überdecken konnte. Hannover, dann der Totalausfall in Gladbach, die Ausnahme gegen Hoffenheim, das Spiel in Ingolstadt und nun die verdiente Heimniederlage gegen die seit Wochen bärenstark aufspielende Werkself. Wir bekommen wirklich jede Mannschaft aufgebaut. Jetzt halt auch Leverkusen, wen können wir als nächstes helfen – ach ja Darmstadt. die freuen sich schon auf drei Punkte – sie werden sie bekommen.

Kommen wir zu meinem Lieblingsthema. Niedermeier. Heute wieder ein weiteres Bewerbungsschreiben des untalentiertesten Innenverteidigers der Bundesliga – ja Schwaab darf man nicht vergessen, ist okay. Aber er ist doch so toll, hängt sich so für den Brustring rein, fühlt sich so wohl in Stuttgart und so ein netter Kerl. Und immer wenn der die Kurve antreibt gewinnen wir auch. Und überhaupt so ein Spitzentyp braucht jede Mannschaft. Wie viele Beweise und Belege braucht man eigentlich noch um zu sehen, dass das vielleicht alles ganz nett ist, aber einem in der Bundesliga nicht weiterhilft. Wir bewegen uns wieder mit großen Schritten in Richtung Abstiegskampf entgegen. Dafür passt das mit Niedermeier vielleicht auch ganz gut, das kann er ganz gut, hat uns auch oft genug mit in die Situation gebracht. Wenn wir aber irgendwann mal wieder eine Saison spielen möchten, bei der wir nicht nur nach unten blicken, dann kann diese Saison nur ohne Niedermeier stattfinden. Ohne Gentner, Schwaab und Harnik bitteschön auch. Seit Jahren Abstiegskampf, mit einer einzigen Konstante – den Herren „Führungsspieler“. Sie prägen meiner Meinung nach den Charakter der Mannschaft zu arg. Wenn es gut läuft, läuft es halt mal zufällig gut, wenn es schlecht läuft tauchen sie ab. Dann hat man ja schon wieder ach so viel erreicht und kann Hannover mal auch mit 80% Einsatz und Wille schlagen. Oh, doch nicht. Und dann haben wir eben seit diesem Spiel die gleiche Scheiße, wie in der Hinrunde, wie in den letzten Jahren. Wegen Niedermeier. Wegen Gentner. Wegen Schwaab. Wegen Harnik. Wenn dieser Verein endlich irgendwann einmal wieder etwas mehr nach oben blicken möchte, kann es nur ohne diese Herren gehen. Mit einer Vertragsverlängerung würde Dutt seinen bis dato größten Fehler begehen.

Freuen wir uns also wieder auf eine Saison, bei der es bis zum Ende spannend bleibt, weil die Führungsspieler der Mannschaft, bzw. die die sich als solche bezeichnen, nichts aber auch überhaupt nichts aus den letzten Jahren gelernt haben. Ein paar gute Spiele reichen nicht. Sie haben es über viele Jahre bewiesen, sie haben alle nicht das Niveau die Spannung, den Willen, den Einsatz über einen langen Zeitraum aufrecht zu erhalten.

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VfB

Nein? Doch! Oooooh! (oder die Suche nach einem Innenverteidiger)

Selten juckt es mich ausführlicher als via Twitter über den VfB zu schreiben, aber die unendliche Suche oder sollten wir besser sagen das unendliche Drama was aus der Suche für einen neuen Innenverteidiger gemacht wird, führt mich mal wieder in den Blog.

Die Winterpause hat mich so ein ein bisschen an Louis De Funes erinnert. Egal was Dutt anpackte, egal welches auch noch so abstruse Gerücht (Tasci sei hier mal genannt) durch die Presse geisterte, es wäre sowieso die falsche Lösung gewesen. Und natürlich waren alle Spieler die zu anderen Vereinen wechselten die gute Lösung. Tasci? Nein? Doch! Oooooh! Djilobodji? Nein? Doch! Oooooh! Die Reaktionen waren immer ähnlich, da schließe ich mich auch gar nicht aus. Es wurde gejammert über die Spieler die mit dem VfB in Verbindung gebracht wurden. Es wurde gejammert über die Spieler, die zu anderen Vereinen gewechselt sind.

Ob (Stand 22. Januar) kein neuer Innenverteidiger eine gute Lösung ist, wird uns allen die Rückrunde zeigen. Man darf gespannt, ja man darf auch skeptisch sein, da man unsere gesamte Hintermannschaft mit „sattelfest“ nur bedingt beschreiben könnte. Und natürlich wird schon so langsam der Kopf von Dutt gefordert, da ja nun schon die zweite oder dritte Transferphase zu Ende gehen wird ohne auch nur ansatzweise eine der bekannten Problemstellen zu beheben. Ja, das kann man gerne hinterfragen, natürlich nicht nur Dutt, sondern alle die an solchen Transfers beim VfB Stuttgart beteiligt sind. Becker muss sich da nicht mehr lange hinterfragen, da er den Verein zum Ende der Saison wohl verlässt. Mal wieder ein Umbruch im Scouting, die Hoffnung auf Besserung bleibt.

Jetzt kommt mein großes aber, aber, aber. Ja, es kommt vermutlich kein neuer Spieler für die Innenverteidigung. Nein, Dutt hat vielleicht nicht das beste Bild abgegeben (Mondpreise, ja es kommt einer, nein es kommt keiner, usw.). Wir alle kennen das Anforderungsprofil an den neuen Innenverteidiger nicht, wir alle wissen nicht welche Spieler im Gespräch waren und wir alle wissen nicht an was eventuell ein Transfer gescheitert ist.

Erinnern wir uns an die Sommerpause zurück, auch hier wurde gesucht und kurz vor Ende der Transferphase Sunjic aus dem Hut gezaubert. Der Erfolg oder Nichterfolg der Aktion ist uns allen bekannt. Auf einer einer Skala von Transferflop zu Killertransfer dürfte er sich wohl maximal im gesicherten Mittelfeld bewegen. Der Mann hat ein schmalen Betrag Ablöse (3 Mio) gekostet und dürfte auch ein paar Euro verdienen. Jetzt schwimmt der VfB nicht direkt im Geld und genau aus dem Grund finde ich es gut, nicht nochmal einen Spieler zu holen, der dann doch einfach nicht passt und viel Geld kostet. Jetzt werden einige „aber Djilobodji kostet nur 400.000 Euro Leihe“ rufen. Ja, stimmt. Vielleicht war er sogar hier, aber Dutt und Kramny sind überein gekommen, dass er nicht ins Team passt, dass er vielleicht nach einem halben Jahr auf der Bank einfach nicht direkt weiterhilft. Wir fordern fast alle immer, dass der VfB mehr darauf achten soll, dass neue Spieler ins Team passen (Thema Charakter der Mannschaft). Vielleicht hat er es nicht getan. Wir wissen es nicht. So könnte man noch weitere genannte Namen besprechen.

Nur einen Spieler zu holen, damit ein neuer Spieler geholt ist, wäre meiner Meinung nach einfach falsch gewesen und kostet im Endeffekt viel Geld, bringt vielleicht noch Unruhe in die Mannschaft. Aus diesem Grunde kann ich mit der Nichtverpflichtung von einem neuen Innenverteidiger leben. Die Baustelle bleibt natürlich schon zu lange offen und wie schon erwähnt, optimal läuft das in den letzten Transferphasen nicht, das möchte glaube ich niemand schönreden. Es geht mir um die Betrachtung der aktuellen Wintertransferphase und da ist es für mich eben sinnvoller ohne neu verpflichteten Spieler in der Innenverteidigung in die Rückrunde zu gehen. Restrisiko: bleibt. Aber das hätten wir mit einer Neuverpflichtung genau so – nur noch am Rande abschließend bemerkt.

 

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VfB

Fans vs. Mannschaft oder wie darf man mit Frust umgehen?

Um eventuell auftretende Missverständnisse gleich im Keim zu ersticken: ich bin kein Freund davon die eigene Mannschaft auszupfeifen oder zu beleidigen. In der Regel werde ich ruhig und gehe ziemlich betröppelt nach Hause und will nichts mehr von der Welt wissen.

Nach dem Spiel gegen Augsburg ist jetzt aber irgendwas grundsätzlich falsch gelaufen. Viele Diskussionen, die man z.B. auf Twitter verfolgen kann, drehen sich nicht um das Spiel, sondern ob die Fans (oder das Publikum generell) nach so einem Spiel Frust rauslassen dürfen durch eine La Ola-Welle, durch „Oh wie ist das schön Gesänge“, durch Pfiffe. Sprich einfach der Mannschaft zeigen darf: ihr habt eine gottverdammte Scheiße zusammengekickt und das lassen wir euch gerade wissen. Einige schämen sich und finden die Reaktion total daneben, es wird bestimmt auch wieder die unsägliche Diskussion um das ach so schwierige Stuttgarter Publikum aufkommen. Die anderen sagen, es muss und sollte einfach raus dürfen. Ich sehe das in diesem Fall auch so.

Warum? Wir reden nicht von einem schlechten Spiel, dass jeder Mannschaft mal passieren kann. Da ärgert man sich, hakt es ab und ist sich sicher, dass es bald wieder besser wird. Beim VfB muss man aber deutlich weiter ausholen. Seit ungefähr fünf Jahren – vielleicht sind es auch noch mehr – dackeln alle vierzehn Tage um die 50.000 Zuschauer/Fans in das Neckarstadion. Und was bekommen sie zu sehen? Magerkost, Arbeitsverweigerung, fußballerischen Offenbarungseid, manchmal ein paar Siege und wenn es gut läuft mal ein Highlight wie gegen Hoffenheim mit einem 6:2 oder ein 3:0 gegen Schalke zur Stadioneröffnung der umgebauten Arena.

Nehmen wir aber nur mal die letzte Saison – fast über das ganze Jahr hinweg, kein Pfeifen, kein Ausbuhen, sondern volle Unterstützung für die Mannschaft, die sich nun wirklich nicht mit Ruhm bekleckert hat. Schwieriges Stuttgarter Publikum? Nein.

Die neue Saison startet spielerisch vielversprechend, von den Ergebnissen her aber katastrophal. Es folgen Spiele gegen Ingolstadt und Darmstadt mit – ich nenne es mal freundlich – ergebnisorientiertem Fußball. Alle sind zufrieden, die Punkte zählen. Und dann kommt der 21. November. Eine Arbeitsverweigerung, ein Arschtritt der Mannschaft gegenüber dem Publikum. Ich habe oft gelesen, man breitet keine Häme über der Mannschaft aus, man unterstützt sie. Mal andersrum gesehen, was macht die Mannschaft mit uns? Ist das nicht einfach eine Frechheit vor den Fans, die seit langer Zeit volle Unterstützung zeigen, so aufzutreten? Das ist wirklich ein Schlag ins Gesicht für die Fans und nicht andersrum. Würde die Mannschaft seit Jahren immer diesen Einsatz zeigen, wie die Fans, wir würden überhaupt nicht über so Themen wie Abstieg reden.

Und so war und ist es meiner Meinung nach veständlich, dass irgendwann der Kragen platzt und das berühmte Fass eben überläuft. Und dann muss alles raus. Und vielleicht ist es eine Sprache, die die Mannschaft vielleicht doch mal versteht. Immer nur nett applaudieren scheint ja dauerhaft nichts zu bringen. Wenn die Emotionen im Stadion überkochen und die Gefühle raus müssen, dann ist es doch bitte besser das direkt per Gesänge, purer Verzweiflung/Sarkasmus (oh wie ist das schön) zu tun. Anders als vor einigen Jahren nach dem Spiel gegen Bochum.

Herr Schwaab hätte im übrigen gut daran getan nach dem Spiel zu schweigen. Herr Gentner konnte für die Reaktion des Publikums wenigstens Verständnis aufbringen. Es ehrt ihn, erklärt aber nicht wieso er seit Jahren als Kapitän wenn es schlecht läuft komplett untertaucht.

Also bitte, gesteht den Fans die Reaktion von gestern ein. Die Diskussion sollte sich nicht darum drehen, sondern um die Mannschaft, die uns seit Jahren enttäuscht und natürlich auch um den Trainer und alles was zu der erneuten Scheißsituation beiträgt.

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VfB

Völlig emotionslos

Ist das noch mein Fußball? Dürfte eine Frage sein, die sich zur Zeit viele Fußballfans stellen. In England stellen sich die meisten Fußballfans diese Frage schon lange nicht mehr, sie haben den Fußball, den sie in vor vielen Jahren geliebt haben, schon lange nicht mehr, sie können ihn sich nicht einmal mehr leisten.

Viel liest man von Transferwahnsinn und Rekordsummen. Während man einige Jahre glauben konnte, dass das an der Bundesliga noch etwas vorbei ging und sich die Transfers zwar schon in großen Dimensionen bewegten, aber eben nie so „wahnsinnig“ wie in Spanien, England und Italien waren. Spätestens mit dieser Sommertransferphase ist unser kleines gallisches Bundesligadorf mitten im Geschehen dabei. Und es macht mir, ganz einfach, überhaupt keinen Spaß mehr. Die Bundesliga, der Fußball ist ein Geschäft, daran haben wir uns gewöhnt. Aber gefühlt ist es in dieser Saison anders. Vielleicht weil auch wieder mehr als die Jahre zuvor Spieler vom VfB mit im Gespräch sind. Natürlich nur die, die einen Fuß vor den anderen setzen können.

Ich bin merkwürdig emotionslos, mir wäre es ziemlich egal (steinigt mich dafür), wenn sich die Herren Kostic, Didavi oder Harnik (oder wer noch alles im Gespräch irgendwo ist) vom Acker machen würden. Vielleicht kommt die Emotionslosigkeit von dem – mal wieder – nicht wirklich gelungenen Saisonstart. Mich schockt es schon gar nicht mehr, dass der Saisonauftakt wieder einmal verkackt wurde. Wenn natürlich auch aus anderen Gründen als die Jahre zuvor. Am Ende stehen halt aber trotzdem keine Punkte auf dem Konto, die Saison wird schon schneller wieder ungemütlich und unruhiger als man es haben wollte.

Mein Religionslehrer hat einmal einen guten Satz gesagt: „Wenn ich mich einmal nicht mehr aufrege, sondern die Sachen nur hinnehme, dann ist es schlimm“. Und ich rege mich nicht auf, den Abpfiff mit der verbundenen Niederlage vom Wochenende habe ich gefühlt mit einem Achselzucken hingenommen. Ich habe mich  so an die Niederlagen, an den schlechten Start, an die unteren Tabellenregionen gewöhnt – es ist eigentlich erschreckend.

Deswegen habe ich am Wochenende mein Twitteraccount auch verwaisen lassen, ich wollte dazu nichts hören, lesen, sehen – und genauso mach ich es mit dem Deadline Day heute. Ignorieren, so emotionslos wie möglich.

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