VfB

Kein zurück

Wie viele von euch wissen, bin ich nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung aus dem Verein ausgetreten. Der Umgang mit Fans und Kritikern im Vorfeld der Ausgliederungs-Mitgliedversammlung war mir zu viel. Wenn der Vorsitzende des Vereinsbeirats Erhard heute einen fairen Umgang im Umgang mit Dietrich fordert – davon war 2017 nichts zu spüren von Vereinsseite aus mit Kritikern. Die Lügen „Ja zum Erfolg“, „regionale Investoren“ und und und – sind mittlerweile alle aufgeflogen, alleine Wolfgang Dietrich und der Ankerinvestor Daimler sind noch da. Einem von Wolfgang Dietrich geführten Verein wollte ich also nicht mehr angehören – nach seinem Abgang sieht das wieder anders aus.

Auch als Nicht-Mitglied verfolge ich natürlich weiterhin das Geschehen und habe es bei der gestrigen Mitgliederversammlung dann doch etwas bereut, nicht abstimmen zu können. Wie vor zwei Jahren wurde Dank der VfB eigenen Kommunikationskanäle, einem Großteil der regionalen Presse und dem Ankerinvestor wieder eine populistische Kampagne gegen Kritiker und allen voran die Ultras aus der Cannstatter Kurve gefahren. Immer perfekt formuliert, so dass am Ende für nicht gut informierte Leser das Bild stand: Kritiker = krakeelende Fans = Ultras. Es ist ja so wichtig ein Feindbild zu haben und pflegen zu können. Über Facebook wurden aus dem Umkreis des VfB Stuttgart Gruppen initiiert wie z.B. „Fokus VfB“, die nur dazu dienten, weiter Stimmung zu machen. Es kam einem alles so bekannt vor von der aoMV 2017. Ganz vorne an der Spitze natürlich Gunter Barner mit einem Artikel voller Lügen und Halbwahrheiten mit dem Highlight der Ultras, die ja immer und Drogen stehen und nur saufen und eigentlich auch noch kleine Kinder fressen. Quasi die Punks im Jahre 2019. Es ist schön für Wolfgang Dietrich zu wissen, dass er bei der lokalen Presse immer einen Fürsprecher hat, der ihm zur Seite springt, wenn es mal wieder eng wird.

Ich hatte es zu Beginn der Versammlung gestern nicht für möglich gehalten, dass es für die 75% für die Abwahl reichen könnte. Dann lief aber in den Augen von Wolfgang Dietrich etwas ziemlich schief. Gut aufgebaute Reden von Ron, Tim und Christian, die ich persönlich kenne, aber auch anderen Mitgliedern. Alle Reden setzten Dietrich kleine Schläge zu – er konnte nichts entgegensetzen, außer sich hinter der Ausflucht „Halbwahrheiten“ zu verstecken. Keine Argumente. Dazu muss man sagen, dass weder Ron noch Tim, noch andere krakeelende Ultras sind. Student hier, im Leben stehender Vater dort. Auch die anderen Redner lieferten konstruktive Beiträge, wie auch Danny vom Commando Cannstatt – der zur Überraschung aller Beteiligten gar nicht besoffen und unter Einfluss von Drogen am Rednerpult stand. Die Pro Dietrich Beiträge kamen interessanterweise aus dem Umfeld des VfB wie z.B. der Vereinsentwicklung. Und auch hier gab es keine Argumente, sondern es wurde von „traumatisierten Kindern“ berichtet – durch „Dietrich raus“ Rufe beim Trainingsauftakt. Angst schüren, mehr war wieder nicht drin. Ich warte bis heute auf konstruktive Argumente, warum Dietrich im Amt bleiben sollte. Nein, Chaos bricht nicht aus, wenn er weg ist und nein, nur weil er Fehler gemacht hat und diese nicht mehr macht, ist das auch kein Grund. Schon interessant, dass es keine sonstigen Fürsprecher gab. Und so wurde Dietrich doch immer weiter in die Ecke gedrängt, wie der berühmte angeschlagene Boxer und kam einfach nicht mehr aus der Deckung raus.

Mit den härtesten Schlag dürfte der ehemalige Trainer der VfB Amateure (bzw. VfB II) gesetzt haben – Rainer Adrion. Wenn dir ein Mann, der für den VfB Stuttgart deutlich mehr geleistet hat, als du es jemals tun wirst (gell Herr Dietrich), in den Rücken fällt, dann weißt du das es ne enge Geschichte wird. Dass Adrion noch sprechen durfte, der Antrag für die Beendigung der Aussprache war bereits eingereicht, lag an den nicht funktionierenden Abstimmungsgeräten bzw. dem WLAN in das man sich nicht einloggen konnte.

Dietrich lag also schon kurz vor dem Knockout am Boden und dann kommt das nicht funktionierende WLAN zur Rettung, denn im Gegensatz zum Beginn der Veranstaltung erschienen die 75% nicht mehr unrealistisch. Nein, ich werfe es ihm nicht vor, dass die Technik nicht funktionierte. Es passt nur so prima ins Bild. Was ich Dietrich und dem VfB Stuttgart e.V. allerdings deutlich vorwerfe: man muss eine Alternative haben bei einer so wichtigen Wahl. Bei der aoMV gab es ganz klassische Kärtchen für eine Abstimmung. Hier muss der Verein Sorge tragen, dass eine Abstimmung auch bei Versagen der Technik möglich ist.

Abbruch der Veranstaltung – ein einmaliger Vorgang in der langen und glorreichen Geschichte des VfB Stuttgart e.V.

Das vielleicht schlimmste an dem Abbruch ist, dass überhaupt der Gedanke aufkommt, dass der VfB Stuttgart bzw. Dietrich hier einen Abbruch bewusst in Kauf genommen haben oder sogar verursacht haben. Das zeigt doch deutlich den Bruch zwischen vielen Mitgliedern und dem Verein. Es gibt kein Vertrauen mehr und die aktuelle Führungsriege wird dieses auch nicht wiederherstellen können.

Was passiert nun? Offiziell wird die Mitgliederversammlung vermutlich im September nachgeholt. Peter Stolterfoth von der Stuttgarter Zeitung hat bereits gestern Abend seinen Rücktritt in der lokalen Presse gefordert. Die Stimmen, die einen Rücktritt fordern, werden nicht leiser. Sollte der VfB Stuttgart mitsamt seinem Ankerinvestor nach der Veranstaltung gestern nicht verstanden haben, wie der Wind weht und Dietrich zu einem Rücktritt zu bewegen, dann ist ihnen das Gespür für die Basis komplett abhanden gekommen. Alle mussten sehen und verstehen, dass die Kritiker nicht eine kleine Minderheit sind, dass sie nicht „gegen“ den VfB sind – sondern für ihren Verein, für einen Neustart mit neuem Personal, das endlich wieder eint und nicht spaltet.

Wenn der Präsident schon selbst über sich sagt „das mit dem Präsident aller“ war eher nicht so gemeint und geht ja gar nicht bei so vielen Mitgliedern. Versuchen hätte er es ja können – wollte er aber nicht. Wenn er in einem Zuge nach Tims Rede von Halbwahrheiten spricht, im nächsten Satz aber selbst lügt mit der Aussage „ich habe ihm einen Termin/Gespräch“ angeboten – was er aber nicht getan hat. Dann muss man beim VfB im Verein und in der AG doch erkennen, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist und man Dietrich besser zum Rücktritt drängen sollte.

Dietrich hat sogar jetzt den Vorteil aus „eigenen Stücken“ zurückzutreten, die Schmach einer Abwahl bleibt ihm erspart. Mit guten Abschiedsworten ist sogar ein halbwegs guter Abgang für ihn möglich. Es gibt keinen Weg zurück zur Normalität mit Dietrich.

Dietrich raus!

VfB

Keine Illusion

Ich gebe mich schon lange keiner Illusion mehr hin. Ein absoluter Großteil der Fans will alle zwei Wochen im Stadion unterhalten werden, dazu gehört natürlich ein bisschen Fußball, die tolle Stimmung genießen und dazu winkt Fritzle ins Publikum, es gibt was zu Essen und zu Trinken. Ein Samstag Nachmittags Programm für die ganze Familie oder mit ein paar Freunden. Sieht man auch daran, wie gut gelaunt einige direkt nach einer Niederlage aus dem Stadion gehen können, so als ob nichts war und der VfB (wie in dieser Saison) nicht noch einen weiteren Schritt Richtung Abstieg taumelte. Die gute Stimmung im Stadion ist im Ticketpreis inkludiert und wenn da mal in der Kurve Ruhe ist, wie bei einem Protest über eine Halbzeit die Saison, dann hört man da schon öfters ein “das dürfen die aber nicht” oder ein “die müssen aber Stimmung machen”. Kurzer Hinweis an dieser Stelle: nein müssen sie nicht. Sie müssen auch keine Choreo machen, die man dann wieder schön in die Profil- oder Kopfbilder auf Instagram oder Facebook pappen kann. Und “Dietrich raus!” dürfen sie natürlich auch nicht rufen, wo kommen wir da hin, wenn jemand eine eigene Meinung hat und die auch noch publik macht.

“Wir”, dazu zähle ich eben alle Fans, die Wolfgang Dietrich kritisch hinterfragen, denen eine Niederlage noch das ganze Wochenende verhageln kann, denen es ist nicht egal ist wie (einmalige Ausgliederungs-)Millionen verbrannt werden, “wir” sind ein kleiner Teil. Auch heute würde eine Ausgliederung mit der richtigen Kampagne, ein paar schicken Reden, Videos und populistisch ausgerufenen Zielen, durchgewunken werden. Vielleicht nicht mehr mit gut 85%, vielleicht nur noch mit 75%, aber es würde reichen. Einem Großteil der Fans ist es nämlich einfach egal, ob dem VfB ein Wolfgang Dietrich oder ein anderer Präsident voransteht. Ob Dietrich mit Quattrex verbandelt ist und wie – auch das erscheint unwichtig, vielleicht ist es auch einfach zu schwer zu verstehen, es ist zu komplex. Man möchte doch nur den VfB gewinnen sehen, ein schickes neues Trikot kaufen und ein Bier und ne Wurst essen. Und ja, das ist jetzt sehr vereinfacht gesprochen, aber trifft den Kern vielleicht doch ganz gut. Und nochmals ja, es trifft mit Sicherheit nicht auf alle Fans zu. Aber so lässt sich erklären, warum großspurige Reden mit Erfolg und der VfB gehöre wieder nach vorne usw. einfach immer noch und immer wieder funktionieren werden. Die Sehnsucht nach dem Erfolg und der Strahlkraft des “alten” VfB Stuttgart, damals vor vielen Jahrzehnten.

Und diese zwei Seiten werden nie zusammenfinden – einen großen Anteil daran hat Wolfgang Dietrich. Da er den Verein wie kein anderer gespalten hat. Im Frühjahr, als die Themen Quattrex Dank Benjamin Hofmann (kicker) wieder aufkochten, wurde man auf das Ende der Saison vertröstet. Dort wäre dann natürlich genug Zeit sich den Fragen und offenen Punkten in einem Dialog zu stellen. Bald vier Wochen nach dem Abstieg gegen Union Berlin – die Vorbereitung zur neuen Saison hat bereits wieder begonnen – Schweigen im Walde. Kein Anzeichen, dass Dietrich das irgendwie ernst meinte. Zusammenhalt war das wichtige Thema, aber natürlich nur, wenn es ihm in den Kram passt. Und es gibt so viel Bedarf für eine Dialog vor der Mitgliederversammlung. Der Fragenkatalog des Fanausschuss: unbeantwortet. Die ganzen Fragen der Fans: unbeantwortet. Das ist kein Dialog, da ist auch weiterhin kein Wille da auf die „krakeelenden Fans“ zuzugehen.

Am 14. Juli ist Mitgliederversammlung, viele eingereichte Anträge zur Abberufung von Dietrich. Jetzt kommen natürlich die Dietrich-Freunde angerannt. “Der Verein steht so gut da wie noch nie”, “er hat ja so viel bewegt”. Um da nur mal ein paar exemplarische Meinungen, die einem auf Twitter entgegenkommen zu zitieren. “Macht es doch besser” oder “schlagt doch Alternativen vor, wenn ihr es besser wisst” sind dann die Höhepunkte in der Argumentationsreihe der Dietrich-Crew. Gegenfragen, was Dietrich besser gemacht hat, was sich verbessert hat, wo die berühmten Rahmenbedingungen so viel besser geworden sind: Todesstille. Der Antrag wird vielleicht auf die Tagesordnung kommen, von Erfolg wird dieser nicht gekrönt sein. Weitere populistische Reden (von Dietrich und seiner Daimler-Support-Crew), irgendwas mit Schutt und Asche, irgendwas mit der DFL und Konsequenzen und das Anliegen wird abgeschmettert. Ein Denkzettel für ihn, maximal.

Und das ist erstaunlich, zeigt aber, dass die Sicht des schwierigen UmfeldesTM eine andere ist, wie die der breiten Masse. Natürlich hat Dietrich den Abstieg zu verantworten. Es war seine “einstimmige” Personalentscheidung, die Reschke gegen Schindelmeiser getauscht hat. Die Entscheidungen von Reschke, die Millionen verbrannt haben, sind also durch Dietrich eingeleitet worden. Das Blenden lassen des 7. Platzes in der Vorsaison. Der aufgeblähte millionenteure Kader, der jetzt mühevoll wieder entschlackt werden muss. Die Entscheidung Weinzierl länger zu halten, da man nicht als Trainerfresser (haha) VfB dastehen wollte – ein wichtiger Mosaikstein für den Abstieg. Seine katastrophale Außendarstellung (“steht quer im Stall” um nur ein Beispiel zu nennen) die die AG schlicht und einfach Geld kostet. Dies wirklich nur ein kurzer Auszug der Fehler von Wolfgang Dietrich.

Warum interessiert es die breite Masse nicht? Und hier schließt sich der Kreis, weil es über das Level “Unterhaltung am Samstag Nachmittag” hinausgeht. Damit will man nichts zu tun haben oder sich Gedanken darüber machen. Und da gebe ich mich eben keiner Illusion hin: dieser Teil wird immer größer werden. Aber ich bin froh und glücklich über meine kleine Blase – das kleine gallische Dorf des VfB Stuttgart.

VfB

Abstieg. Dietrich’s Cut.

Drei Jahre. Zweiter Abstieg. Zugegeben, der zweite Abstieg nimmt mich mehr mit, als der Abstieg vor drei Jahren. Ich versuche das für mich (und euch) mal in den nächsten Zeilen zu klären. Vor drei Jahren hat sich der Abstieg über viele Jahre angekündigt und wir sind oft nahe, sehr nahe an der zweiten Liga vorbeigeschrammt. 2016 hatte es uns dann nach vielen Anläufen erwischt – nach sehr langem Siechtum. Mit dem für mich ersten miterlebten Abstieg war die Hoffnung da, dass sich der Verein ändern könnte und es einen wirklichen Neustart geben könnte. Wie wir alle wissen hat das aber überhaupt nicht funktioniert und vieles deutet nun mit dem zweiten Abstieg binnen drei Jahren auf eine düstere Zukunft hin.

Vor drei Jahren konnte man den Abstieg als Betriebsunfall abtun, man konnte sich neu ausrichten, neu organisieren und im Umfeld war ein Zusammenhalt zwischen Fan, Mannschaft und Verein zu spüren – ja es gab sogar die Ansätze einer (Zweitliga-)Euphorie. Zuschauerrekorde daheim und auswärts. Ja, es hat sich gut angefühlt in der Saison 2016/2017 und am Ende stand der Aufstieg. Und die ersten Schritte in der zweiten Liga, die ersten Entscheidungen, das Personal – es sah alles gar nicht ganz schlecht aus.

Zurück ins Jahr 2019. Noch mehr als vor drei Jahren war dieser erneute Abstieg, dieser Absturz – für mich – total zu vermeiden. Vielleicht nimmt es mich deswegen mehr mit, auch mit dem Wissen, dass ein erneuter Wiederaufstieg ein deutlich schwereres Unterfangen wird. Einerseits die Frage, ob man das Umfeld nochmals begeistern kann, andererseits weil mit Hannover 96, Hamburger SV und Nürnberg sich gleich mehrere „Schwergewichte“ um die ersten zwei Plätze streiten werden. Vor drei Jahren war es fast nur Hannover 96, mit denen wir um den Aufstieg gekämpft haben.

Es war zu vermeiden? Es war vorhersehbar? Ja, das war es und das hat nichts mit Besserwisserei zu tun. Nur alle kritischen Stimmen der Ultras, der Blogger, der Podcasts wurden abgetan. Irgendwo zwischen Erfolgsverweigerern, ahnungslosen Vollidioten, krakeelenden Fans wurden die kritischen Stimmen abgekanzelt. Angefangen von einem Präsidenten, der bei seiner Wahl einen Publizist als Drecksack bezeichnet und nicht im Ansatz, wie angekündigt, auf seine Kritiker zugegangen ist. Die Spaltung wurde durch einen populistischen Wahlkampf zur Ausgliederung weiter (bewusst) vorangetrieben. Wir, die Guten, die den Erfolg wollen und den auch bekommen werden. Die, die Bösen, die sich gegen den Erfolg stellen, die eben Erfolgsverweigerer und Ewiggestrige sind. Virtuelle Prügel gab es für die Kritiker genug – spannend wäre es zu sehen, wie viele Fähnchen hier sich mittlerweile im Winde gedreht haben. Ein Präsident der wahlweise von Top3 oder mal Top6 faselte – aber natürlich ist das Umfeld mit der hohen Erwartungshaltung an der ganzen Misere schuld – nicht wahr Herr Porth? Dazu eine lokale Presse die treu ihrem Präsidenten die Stange hielt und ja kein kritisches Wort schrieb und erst als alles den Bach runterging, wieder aus der Versenkung kam. Auch wenn hier andere Journalisten erst einmal die Vorarbeit leisten mussten und die Verstrickungen und Verfehlungen rund um das Thema Quattrex herausgearbeitet haben.

Die Warnungen der Ultras und dem Rest der bösen Kritiker vor Dietrich, der Ausgliederung und den vielen Millionen wurden weggebügelt. Heute stehen wir vor dem Scherbenhaufen einer von der Daimler AG initiierten Ausgliederung. Die von Dietrich großmaulig angekündigte Kontinuität gab es vermutlich nur auf seinem Konto, aber mit keiner Minute beim Personal an der Mercedesstraße. Drei Sportdirektoren, vier (bald fünf) Trainer. Damit konnte ja keiner rechnen, der sich zuvor mal mit Dietrich, seinem Führungsstil oder seinem (Mit-)Wirken bei den Stuttgarter Kickers informiert hatte. Alles mit Ansage.

Verantwortung wollte man zeigen, sagte Dietrich bei der Ausgliederung. Verantwortungslos im höchsten Maße war der Umgang mit dem Einmalgeld der Ausgliederung. Millionen verpulvert in die Gehälter für alternde Ex-Stars. So die Zahlen stimmen wird Mario Gomez bis zu 4,5 Mio im Jahr verdienen. In der zweiten Liga. Aber man konnte sich so prima mit der „der verlorene Sohn kommt heim“ Story schmücken und die Ja-zum-Erfolg-Sager auch entsprechend mit so einem Goodie glücklich machen. Schaut hin, das wäre ohne Ausgliederung nicht gegangen. Der von Dietrich installierte Reschke setzte Verträge auf, für die man ihn eigentlich noch rechtlich belangen sollte, wildeste Klauseln wurden hinzugefügt, die alle nur eines eint: sie sind alle zum Nachteil des VfB Stuttgart. Das ist alles so vereinsschädigend, dass es einem die Sprache verschlägt. Hier wurden wieder sämtliche Taschen von Beratern gefüllt, Vetterleswirtschaft betrieben, da kann der Kölsche Klüngel nur neidvoll nach Stuttgart blicken.

Aber natürlich hat Wolfgang Dietrich mit alldem nichts zu tun. Alles nicht seine Schuld. Er schaffte es ja neulich schon, sich von jeder Schuld freizusprechen. Nur so kommst du nicht aus der Nummer raus, dieser zweite Abstieg ist genau deine Arbeit, es ist der Abstieg – Dietrich’s Cut.

Und um keine Triologie daraus zu machen, müssen einige Herren aus dem Aufsichtsrat und Freundeskreis auch noch ihre Hüte nehmen. Dietrich war ihr Kandidat für das Präsidentenamt, auch um die Ausgliederung durchzudrücken. Es ist eure Verantwortung! Aber nein, Daimler stellt sich am heutigen Mittwoch über eine Pressemitteilung hin, dass man natürlich auch in der schweren Zeit zum VfB steht und man volles Vertrauen in die Gremien und den Präsidenten hat. Natürlich, eine Krähe sticht der anderen nicht das Auge aus. Es ist ja ihr Kandidat und mit einer Abkehr von Dietrich würden sie sich ihr Versagen eingestehen. Porth ist es in der Mitteilung auch nicht zu peinlich die „Zusammenhalt“ Nummer zu spielen. Mit euch wird es kein wir geben. Vergesst es.

Da diese Herren immer noch ihr Unwesen treiben und nie den VfB über ihre eigenen Egos stellen werden, deswegen sehe ich die Zukunft dunkler, wie noch vor drei Jahren. Sie sind dafür verantwortlich, dass wir ein zweites Mal in kurzer Zeit abgestiegen sind, übernehmen keinerlei Verantwortung dafür. Wie soll man da noch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken?

Der zweite Abstieg hinterlässt bei mir eine große Leere und Trauer, gepaart mit Wut auf diese Vetterleswirtschaft – weil es keine Hoffnung auf Besserung gibt.

R.I.P. VfB!

VfB

Meinungswechsel, der

Bevor es falsch rüberkommen sollte, ich bin sehr froh, dass Thomas Hitzlsperger beim VfB ist und er war in der gestrigen Runde „VfB im Dialog“ die positive Erscheinung, Heim und Röttgermann haben außer Plattitüden und Worthülsen nicht viel zu bieten. Alleine wenn Heim schon wieder mit seinem Haus anfängt. Anderes Thema. Mir fiel eine Sache gestern interessanterweise auf. Es ging um Trainer und es ging um eine Spielidee, die ein Verein haben sollte. Nach der letzten Saison fand der 11Freunde Saisonrückblick statt. Die Diskussion ging in Richtung Trainer, Spielphilosophie, Spielidee und Thomas Hitzlsperger äußerte sich dazu ungefähr so:

Thomas Hitzlsperger nahm hier den Faden nochmals auf und fragte Kai Dittmann was und ob der VfB eine Philosophie hatte, zum Beispiel im Meisterjahr 2007 oder auch jetzt. Gab zu bedenken, dass man ja nicht immer einen richtigen Trainer finden könne. Und vor allem, dass sich mit jedem Trainer die Philosophie ja ändern kann, sprich der neue Trainer wieder neue Spieler haben möchte und alles wieder über den Haufen geworfen wird.

(Lieber Thomas Hitzlsperger (oder ein paar Worte zur Philosophie))

So ganz grob damals die Aussagen aus dem Kopf zusammengefasst, die mich dazu veranlassten den Blogbeitrag zu schreiben. Weil ich schon damals verwundert war, dass dies nicht möglich sein kann. Gestern dann der Meinungswechsel, von dem mich interessieren würde, woher dieser auf einmal kommt. Genau das Gegenteil gab Hitzlsperger gestern zum Besten:

Einige Klubs haben uns voraus, dass sie sehr klar darin sind, welche Spieler und Trainer sie holen. Wenn wir darüber Bescheid wissen, wie wir Fußball spielen wollen, welche Anforderungsprofile die Trainer brauchen, dann tun wir uns leichter in der Auswahl. Aber wir haben es immer wieder so gemacht: Wir holen einen Trainer, der nimmt sein Trainerteam mit, der wünscht sich ein paar Spieler – und wenn der Trainer weg ist, ist der halbe Kader für den neuen Trainer wieder uninteressant. Wenn wir als Verein viel stärker werden und vorgeben, welche Spieler wir holen und welche Spielidee das Trainerteam umsetzen soll, dann machen wir uns nicht mehr abhängig von Einzelnen.

Oha. Da ich an das Gute im Menschen glaube – vor allem bei ihm, hoffe ich, dass er letzten Sommer, als Michael Reschke noch im Amt war, sich nicht anders äußern konnte und wollte, da es ja direkt eine offene Kritik an Reschke gewesen wäre. Das genau ist es meines Erachtens heute – eine deutliche Kritik, dass die letzten Trainer (Hallo Tayfun) einfach nur nach dem Kriterium „hat Zeit und hat nicht gleich beim Anruf vom VfB aufgelegt“ ausgewählt wurden. Davon müssen wir wegkommen, das ist ein Punkt der schon oftmals angesprochen, gefordert, aber noch nie umgesetzt wurde. Ich hoffe Thomas Hitzlsperger lässt den Aussagen auch Taten folgen, dann könnte sich hier endlich einmal was verändern – zum Positiven.

Ich drücke beide Daumen bei der Aufgabe!

Allgemein, VfB

99 TwitteruserInnen but Dietrich ain’t one!

Nachdem die geschätzten Vertikalpass Kollegen dieses Jahr ohne die 100 VfB Influencer ausgekommen sind, möchte ich hier den Faden aufnehmen und euch 99 Twitter Userinnen und User mit VfB Bezug ans Herz legen. Leute die mir wichtig sind, die ich gerne lese, die ich auf den #tpstgt Treffen kennen und schätzen gelernt habe. Die Liste ist bestimmt nicht vollständig und ich habe mit Sicherheit wichtige Leute vergessen, denen ich folge. Das war und ist komplett unbeabsichtigt.

Die Auflistung und Reihenfolge ist rein zufällig.

Here we go:

Blogger 

  1. https://twitter.com/vertikalpass/
    Über den Vertikalpass muss man nun wirklich nichts mehr sagen. Bester VfB Blog wo es gibt. Danke Jungs für eure tolle Arbeit.
  2. https://twitter.com/vfbfranky
    Schreibt nicht häufig, aber dafür gut und treffend.
  3. https://twitter.com/chrisprech
    Kritischer wird es nicht mehr – anerkannter und zertifizierter Drecksack! Mehr Kompliment konnte er eigentlich gar nicht von Dietrich bekommen. Team FC PlayFair!
  4. https://twitter.com/brustring1893
    Neben seinen ausführlichen Blogbeiträgen hat er auch noch mit der „Nachspielzeit“ einen Podcast am Start.
  5. https://twitter.com/heinzkamke
    Schreibt leider nur noch selten über den VfB – ich wünschte er würde das wieder ändern.
  6. https://twitter.com/aleksch1893
    Jede Woche Bilder und sehr persönliche Spielberichte.
  7. https://twitter.com/SautterBernd (Liga der Propheten)
    Schreibt auf Liga der Propheten über den VfB und generell auch über Fußball. Team FC PlayFair!
  8. https://twitter.com/vfbtaktisch
    Keiner nimmt den VfB taktisch besser auseinander als Jonas.

Podcasts

  1. https://twitter.com/rundudbrustring
    Blog und Podcast in einem! Tom, Lennart und Jenni schreiben und podcasten regelmäßig. Dazu viele Berichte vor den Spielen von gegnerischen Bloggern.
  2. https://twitter.com/vfbstr
    Noch recht neu in der der Podcast-Szene und fast immer als Einzelkämpfer unterwegs: Riky!
  3. https://twitter.com/brustringtalk
    Mit Jasmin, Jens und meiner Weinigkeit der zweite große private VfB Podcast. Immer das Ziel unter einer Stunde vor Augen.

Journalisten

  1. https://twitter.com/rudlove0711
    Schreibt für FussballTransfers über den VfB.
  2. https://twitter.com/Sky_AlexB
    Einer der wenigen Journalisten, die auch mal eine kritische Frage bei einer VfB Pressekonferenz stellt.
  3. https://twitter.com/philmaisel
    Was soll ich sagen, auch wenn wir uns öfters mal dissen: Brother from another mother. Liebe!
  4. https://twitter.com/Danny_Galm
    Schreibt für ZVW und sehr oft beim Training vor Ort.
  5. https://twitter.com/Brinkhoff
    Moderator für Sport im Dritten und in Sachen Sport und VfB auf Twitter unterwegs.
  6. https://twitter.com/Benni_Hofmann
    Schreibt für den kicker und kritischer Geist bei Entwicklungen rund um den Fußball.
  7. https://twitter.com/meinvfb
    Selten, aber ab und an gibt es hier noch ganz interessante Artikel über den VfB 😉 Auf jeden Fall immer Top Netzreaktionen! Ach ja und ein Podcast, der ist aber total unwichtig!
  8. https://twitter.com/jens_nagler
    Immer noch gut informierter Ex-Bild-VfB Reporter.
  9. https://twitter.com/knallgoewer
    Fern ab im Norden, schreibt zwar viel über Werder, aber den VfB immer im Blick.
  10. https://twitter.com/marcbrost
    Bei der ZEIT, aber den VfB im Herzen.

Twitter UserInnen

  1. https://twitter.com/seriouz1893
    Legende!
  2. https://twitter.com/buzze
    50% Vertikalpass. 50% Läufer und in beiden Fällen wunderbare Bilder.
  3. https://twitter.com/abiszet
    50% Vertikalpass. 50% Agenturfuzzi.
  4. https://twitter.com/hirngabel
    Frittiertes, Bilder, Reisen und ein bisschen VfB.
  5. https://twitter.com/Tragisches3Eck
    Auch mal früher mit Blog zum Thema VfB unterwegs, heute leider nicht mehr.
  6. https://twitter.com/Jens1893
    Bruddlers finest!
  7. https://twitter.com/LLcurly
    Macht irgendein unwichtigen Podcast (drei90) und bester Kumpel von Fredi Bobic.
  8. https://twitter.com/zwuggele
    Schreibt und bloggt für Rund um den Brustring – Rant Master.
  9. https://twitter.com/l_sauerwald
    Schreibt und bloggt für Rund um den Brustring.
  10. https://twitter.com/kesseltv
    Kessel TV ihr Fickies! Beschder Blog in Stuggi-Boogie-Woogie-City!
  11. https://twitter.com/09091893
    VfB Vertretung im Rheinland.
  12. https://twitter.com/Maximoto1893
    Keiner säuft schöner!
  13. https://twitter.com/einfach_anni
    VfB, gute Laune, Mode.
  14. https://twitter.com/webi1893
    Elder Statesman von Twitter.
  15. https://twitter.com/Paddypolidis
    Team Busfahrer. Grumpy Paddy = Beschde Paddy!
  16. https://twitter.com/jasi2106
    Meine geschätzte BrustringTalk Kollegin und Mitorganisatorin des #tpstgt
  17. https://twitter.com/f0rr3stfunk
    The Funk Phenomena!
  18. https://twitter.com/toesiroe
    #weintweet, Fußball und diese Stimme <3
  19. https://twitter.com/RUNSTR
    Alle Artikel rund um den VfB gibt es hier direkt in die Timline.
  20. https://twitter.com/Golwar
    Wir sind nicht immer einer Meinung, trotzdem ein geschätzter Twitteruser.
  21. https://twitter.com/Roter_Brustring
    Sollte in keiner VfB TL fehlen.
  22. https://twitter.com/teekay1893
    Streetphotography und Team #tpstgt Schwieriges Umfeld!
  23. https://twitter.com/Simon_Westwood
    Guter Mann! Fährt weite Wege für die Heimspiele des VfB.
  24. https://twitter.com/supermxy
    Team Schwieriges Umfeld.
  25. https://twitter.com/Das_Mietmaul
    Genuss und Wein und überhaupt ein wunderbarer Zeitgenosse.
  26. https://twitter.com/1893sarah
    Tief in der badischen Diaspora hält sie die VfB Flagge hoch.
  27. https://twitter.com/heikx
    Ein bisschen Vertikalpass, ein bisschen Wein.
  28. https://twitter.com/MarkL1893
    Team #tpstgt Schwieriges Umfeld!
  29. https://twitter.com/dunga1893
    Irgendwo zwischen Schwieriges Umfeld und #manmussauchmalwasgutfinden.
  30. https://twitter.com/Neckarstar
    Maximal belastend.
  31. https://twitter.com/lara0711_
    Einfach gut, solche Userinnen in der TL zu haben.
  32. https://twitter.com/vfbsupporter
    Immer im Bilde wenn es um VfB Transfers geht.
  33. https://twitter.com/snowwhizzl
    Queen of Sneaker, Lipstick and Hip-Hop.
  34. https://twitter.com/sven_sation
    Viel zu positiv der Junge, aber das treibe ich ihm auch noch aus.
  35. https://twitter.com/Jojo_Maier
    Master der GIFs (VfBFilmRoom)
  36. https://twitter.com/TiMokles72
    Hat jeden Tag seinen Lieblingstag – alleine das ist schon ein follow wert.
  37. https://twitter.com/Pachi1893
    Team #tpstgt Schwieriges Umfeld!
  38. https://twitter.com/thisiskritz
    Ein Leben zwischen Weekender und Geschenken für die Freundin.
  39. https://twitter.com/jusfra1893
    Der Finanzcheck von Twitter und das ist nicht negativ gemeint.
  40. https://twitter.com/Kar0ne
    Umgeben von schlechten Einflüssen zum VfB gekommen.
  41. https://twitter.com/spotclone
    Hier fällt es mir schwer was zu sagen: wir kennen und schätzen uns seit 2006 – irgendwann kam Twitter dazu.
  42. https://twitter.com/Godzi0815
    Straight outta Hessen! Macht irgendwas mit Medien (Reddit VfB)
  43. https://twitter.com/paule1893
    Noch so einer aus dem Team Schwieriges Umfeld
  44. https://twitter.com/dotzer1893
    Noch so einer aus dem Team Schwieriges Umfeld
  45. https://twitter.com/whitered1893
    Mitstreiter beim BrustringTalk und SpielerfrauenTV Influencer.
  46. https://twitter.com/florrest_gump
    Wird von einem Prof mit SCF Einschlag terrorisiert.
  47. https://twitter.com/blackXXseven
    Wenn er nicht so ein Hau mit seinem iPhone hätte wäre er ganz okay 😉
  48. https://twitter.com/1893chiara
    Meine Nebensitzerin bei der Ausgliederungs-MV – und wir folgen uns immer noch.
  49. https://twitter.com/sebsavard
    So lange man nicht über Apple mit ihm schreibt ist alles gut 😉
  50. https://twitter.com/AngryZorniger
    The Spätzle One!
  51. https://twitter.com/Canstatt93
    Wenn er einmal mit reden anfängt… Vorteil auf Twitter hat er nur 280 Zeichen.
  52. https://twitter.com/mta1209
    Früher auf dem Zaun in der CK, jetzt auf Twitter.
  53. https://twitter.com/Trashkob
    Liebt Aufzüge und Aogo.
  54. https://twitter.com/Dani_Plf
    #weintweet, Team FC PlayFair und Isnguterjunge!
  55. https://twitter.com/Tip_Klopp
    Niemand nimmt Engländer und andere so schön auseinander. Weltweit für den VfB unterwegs.
  56. https://twitter.com/anakin1893
    Music was his first love!
  57. https://twitter.com/elhadji_kleckso
    Team Schwieriges Umfeld!
  58. https://twitter.com/i_am_thief
    Follow auf den zweiten Blick – aber dafür jetzt richtig!
  59. https://twitter.com/DannyDan1893
    Auch eher so Team Schwieriges Umfeld.
  60. https://twitter.com/blogcannstatt
    Von wegen unsere Jugend ist im Arsch – hier der lebende Gegenbeweis. Dazu bekommt ihr noch viele Informationen rund um den VfB.
  61. https://twitter.com/sadsir
    Hund, Kind, Metal!
  62. https://twitter.com/Adnil1893
    Über den #tpstgt in die TL gekommen und festgestellt: #weintweet verbindet uns.
  63. https://twitter.com/AbAnsKreuz
    Hing für den VfB sogar am Kreuz!
  64. https://twitter.com/RikyPalm
    Macht den VfBSTR Podcast.
  65. https://twitter.com/flocaputmundi
    Lego Master. Ich warte noch auf den Lego Nachbau des Neckarstadions.
  66. https://twitter.com/Spookyverse
    Liebt Zahlen und rechnet so ziemlich alles zum VfB aus.
  67. https://twitter.com/kurvenjunge
    Ich musste mir meinen Entblock glaube ich hart erarbeiten 😊
  68. https://twitter.com/JDZ_92
    Über den #tpstgt in meine TL gekommen – da sieht man für was der #tpstgt gut ist.
  69. https://twitter.com/christophdmaier
    Zwar aktuell mit Schloss, aber ein Guter!
  70. https://twitter.com/DerBadenser
    Sie lebt zwischen den Welten, SCF im Herzen, VfB vor Ort.
  71. https://witter.com/tomalo_de
    Initiator der VfBSaisonspende und dazu auch noch ein guter Programmierer.

Rund um den VfB

  1. https://twitter.com/tpstgt
    Das monatliche Twitter Fußball Treffen in Stuttgart.
  2. https://twitter.com/ThomasHitz
    Der einzige VfB Angehörige, der sich auch mal kritischen Fragen auf Twitter stellt und nebenbei hat er uns noch zur Meisterschaft 2007 geschossen.
  3. https://twitter.com/cc97ultras
    Folgen, einzige Informationsquelle des CC97 in den sozialen Medien.
  4. https://twitter.com/VfB_Fanprojekt
    Gute Sache, läuft leider noch nicht richtig an, aber das wird hoffentlich 2019.
  5. https://twitter.com/VfBFilmRoom
    Die besten Grätschen von Ascacibar, Elegantes von Pavard – Jojo hat die GIFs!
  6. https://twitter.com/vfbtransfers
    Überblick über die Transfers rund um den VfB.
  7. https://twitter.com/vfbimbundestag
    Über alle Fraktionen hinweg, die VfB Fans im Bundestag vereint.

Und falls euch die 100 fehlt, dann folgt doch einfach ganz uneigennützig … mir https://www.twitter.com/two_four_two

VfB

Was dem VfB fehlt – oder was mir beim VfB fehlt

Manches passt nicht in 242 Wörter und muss ausführlicher beschrieben werden. Jetzt, da der VfB Stuttgart mal wieder in der alljährlichen Herbstdepression steckt, wird mir manches wieder bewusster, sehr viel bewusster.

Vergangenheit ist Vergangenheit, das ist mir natürlich bekannt. Und viele von euch können das Thema Schindelmeiser und Wolf nicht mehr hören. Es geht mir auch nicht darum die beiden auf einen Thron zu heben – das wäre nicht berechtigt. Ich kann natürlich nicht wissen, wie es unter den beiden gelaufen wäre und wie der VfB Stuttgart heute mit den beiden dastehen würde. Besser, schlechter – wir wissen es nicht und wir werden es nie erfahren. Aber die haben doch auch… – ja die beiden waren nicht fehlerfrei, Schindelmeiser hatte Transfers die nicht gezündet haben, Spieler die schnell wieder verkauft wurden oder sich eben gar nicht entwickelt haben. Wobei dies auch einfach ein Teil seiner Strategie war – aber geschenkt. Wolf hat Fehler in Aufstellung und Einschätzung von Spielern bzw. der Gruppendynamik gemacht. Auch alles richtig.

Aber. Jetzt kommt das große Aber. Ich konnte bei den beiden und damit beim VfB eine Idee, ein Konzept, eine Philosophie erkennen. Schindelmeiser wollte den VfB mit jungen Spielern voranbringen. Wenn es gut läuft, werden diese mit Gewinn weiterverkauft. Dazu ein paar ältere erfahrene Spieler, wie z.B. Zieler. Das sah alles nicht ganz schlecht aus. Die Transfers wurden mit Wolf abgestimmt und die beiden haben sich die Bälle zugespielt und gemeinsam versucht den VfB voranzubringen. Man hatte das Gefühl, dass der Abstieg als Chance genutzt wurde – der lang erhoffte Neuaufbau, die Neuausrichtung. Und ja, ich hatte das Gefühl, das „schwierige Umfeld“ trägt das alles mit. Man konnte sich mit der Mannschaft und der Ausrichtung generell in der 2. Liga anfreunden. Positive Stimmung, ein Hauch von Euphorie.

Und für was steht der VfB Stuttgart heute? Ich bin mir sicher, keiner beim VfB Stuttgart kann uns dazu eine wirkliche gute Antwort geben. Sie wissen es nicht. Der Ansatz der da war, wurde wieder einmal über den Haufen geworfen. Mit der Entlassung von Schindelmeiser war vielen klar, dass Wolf nicht mehr viel Kredit und Rückhalt haben würde. Reschke – wir erinnern uns gerne an die Reschkerampe und die ahnungslose Vollidioten Zeiten – setzte einerseits auf ältere Spieler und Dank Daimlermillionen auf teurere Talente zur neuen Saison. Dazu Didavi und Castro – Transfers, die man nicht so wirklich verstehen konnte – heute noch weniger als in der Sommerpause. Tayfun Korkut schien in die Kaderplanung nicht wirklich einbezogen zu sein – warum auch? Für was diese Mannschaft, dieser VfB stehen soll – ehrlich, ich werde nicht schlau draus und viele anderen auch nicht. Die positive Stimmung von einst, der Versuch des Neustarts – alles dahin. Wir befinden uns genau in der Situation, in der Dauerschleife vor dem Abstieg. Trainer kommen und gehen, Spieler kommen eher gefühlt auf persönlichen Befindlichkeiten oder Befindlichkeiten von Beratern. Paradebeispiel hier: Daniel Didavi. Unter Schindelmeiser undenkbar, dass er zurückkommt, weil er ablösefrei ging und nun den VfB Ablöse kostet, unter Reschke kein Problem. Da war der Herzenswunsch von Wolfgang Dietrich endlich erfüllt. Und damit haben wir ein großes Problem. Dietrich stellt sich eben nicht in den Dienst des VfB Stuttgart, er stellt sich über den VfB. Sein Ego duldete keine starken Mann, mit starker eigenen Meinung neben sich. Resultat aktuell bekannt: Chance auf den Neustart vertan und verschenkt.

Und die ach so kritischen Fans, das ach so schwierige Umfeld war doch gar nicht so unzufrieden mit der Entwicklung in der zweiten Liga. Dass auch durch Erklärbärvideos zur Ausgliederung und den einhergehenden Daimlermillionen von Seiten des Vereins die Erwartungen hochgeschraubt wurden, das übersehen die Experten und Journalisten deutschlandweit gerne einmal. Und nun, Schulterzucken, Fragezeichen, wie geht es mit unserem VfB weiter.

Wo geht es hin, welche Ausrichtung hat der VfB? Für was zur Hölle steht der VfB Stuttgart eigentlich? Sollte dies einer an der Mercedesstraße lesen – ich freue mich über eine Antwort für was unser VfB steht. Wir stehen vor den gleichen Fragen wie vor über zwei Jahren. Der VfB scheint nichts gelernt zu haben aus dem Abstieg 2015/2016. Und das stimmt mich ziemlich traurig und macht mir Angst in Bezug auf die aktuelle Saison.

VfB

Lieber Thomas Hitzlsperger (oder ein paar Worte zur Philosophie)

Kurzes Vorwort: Am gestrigen Montag (14. Mai 2018) fand zum ersten Mal der 11Freunde Saisonrückblick in Stuttgart statt. Im Theaterhaus waren neben dem gastgebenden Philipp Köster der Sky-Moderator Kai Dittmann und die VfB Legenden Karl Allgöwer und Thomas Hitzlsperger zu Gast. In einer kurzweiligen Veranstaltung sprachen sich die vier einmal kreuz und quer durch die Saison, über den Videoschiedsrichter, den HSV Abstieg, viele weitere Themen und natürlich den VfB Stuttgart.

Unabhängig von Vereinen kam das Gespräch auf „was ist eine Philosophie für einen Verein“. Natürlich ist in dieser Runde die Zeit zu kurz, sich länger mit dem Thema zu beschäftigen. Kai Dittmann begann auszuführen, dass Vereine mit einer Philosophie immer noch Erfolg haben und sich – natürlich auch mit ein zwei Euro im Hintergrund – etablieren und vor allem Erfolg haben können. Thomas Hitzlsperger nahm hier den Faden nochmals auf und fragte Kai Dittmann was und ob der VfB eine Philosophie hatte, zum Beispiel im Meisterjahr 2007 oder auch jetzt. Gab zu bedenken, dass man ja nicht immer einen richtigen Trainer finden könne. Und vor allem, dass sich mit jedem Trainer die Philosophie ja ändern kann, sprich der neue Trainer wieder neue Spieler haben möchte und alles wieder über den Haufen geworfen wird. Und genau an diesem Punkt habe ich gemerkt, dass ich eben nicht beim BrustringTalk bin und leider mal nicht kurz was dazu sagen kann, auch wenn es eigentlich raus musste. Und deswegen über diesen Weg hier:

Lieber Thomas Hitzlsperger,

erst einmal: es ist schön, dass ein ehemaliger Spieler wie Du, der weit über den Tellerrand blicken kann, heute beim VfB ist. Und ja ich glaube, die jungen Spieler können genau von Menschen wie dir viel mitnehmen. Und wir alle würden uns freuen, wenn zukünftige Talente länger bei uns bleiben können und nicht wie von Karl Allgöwer erzählt „der geht mir hier kaputt“ (Karl-Heinz Förster über Timo Werner) aus unterschiedlichsten Gründen der Verein verlassen (müssen). Viel Erfolg dafür.

Ich möchte gerne den Faden aufnehmen beim Punkt „Philosophie“ und das mit jedem Trainerwechsel diese über den Haufen geworfen ist oder wir. Du hattest selbst den Trainerwechsel beim BVB von Bosz zu Stöger hin als unglücklich bezeichnet. Weil zuvor eben immer nach vorne gespielt wurde, Ballbesitz und dann kam Stöger mit seinem defensiven Fußball. Ja, es war eine Veränderung der Philosophie – es war kein Fehler von Stöger, sondern des BVB hier diesen Bruch zu riskieren. Kurzfristig mag es den Erfolg (CL Quali) gebracht haben, mittel- und langfristig wird sich zeigen, wenn wir wissen wer der neue Trainer ist. Wird das „alte“ Konzept, die bisherige Philosophie von Tuchel und Bosz wieder aufgenommen, weitergeführt oder bleibt der BVB bei der Ausrichtung von Stöger.

Aber und jetzt kommen wir zu dem was ich gestern am liebsten in die Runde gerufen hätte: eine Philosophie sollte nicht der Trainer vorgeben oder von ihm abhängen, sie sollte von der sportlichen Leitung vorgegeben werden, sie sollte vom gesamten Verein gelebt und durchgezogen werden. Von den Jüngsten im Verein bis hin zu den Profis in den Bundesliga-Stadien. Ja, das ist nicht einfach und vermutlich auch ein bisschen Fußballromantik. Aber ich glaube, dass es funktionieren kann. Beispiel, der symbadische Klub des SC Freiburg. Die lassen sich (gefühlt) nicht von ihrem Weg abbringen, haben ein Trainer der schon lange im Verein ist, der schon die Jugend trainiert hat. Der Verein fällt nicht bei einer Negativserie um, hält Christian Streich die Stange und sie bleiben in der Liga. Sie verlieren wieder Spieler wie Kempf, sie werden wieder junge Spieler nachziehen. Und wenn Streich einmal nicht mehr auf der Trainerbank sitzt, ist es nicht unwahrscheinlich, dass ein Jugendtrainer des SC dort Platz nimmt. Ich glaube, der SC verfolgt einen mittel- und langfristigen Plan und das ist meiner Meinung nach eine Philosophie. Eine gelebte Philosophie.

Natürlich wird so etwas – die schönsten Pläne können scheitern, wenn der Druck und die Negativserie zu groß wird – gerne mal über den Haufen geworfen. Spieler können nicht mehr mit dem Trainer, Spieler nicht mit anderen Spielern, was auch immer schief läuft, manchmal müssen Vereine reagieren und die schöne mittel- und langfristige Philosophie über den Haufen werfen, weil der Abstieg droht, das Verpassen der CL, was immer die Gründe sein mögen. Nun sollte es aber meiner Meinung nach so sein, dass der Verein sich eben genau den Trainer sucht, der zu dem passt was sich der Verein vorstellt. Und eben nicht einen Trainer der alles anders machen will, der alles was in der Jugend gespielt wird über den Haufen wird und den Verein komplett umbauen will. Das sollte von der sportlichen Leitung und vielleicht auch ein bisschen von einem Leiter des NLZ mit vorgegeben werden, die DNA des Vereins. Idealerweise würde ein Trainer wie Tedesco (den der VfB hat ziehen lassen) vielleicht diese Position übernehmen, der schon da ist. Zum Retten der Saisonziele die letzten Spiele Beton anrühren? Geschenkt. Natürlich. Aber spätestens zur nächsten Saison wieder versuchen die Philosophie (welche es auch immer sein mag) mit Leben auszufüllen.

Das kann alles nur funktionieren, wenn es eine Kontinuität im Verein gibt – wir beim VfB hatten sie leider nicht. Bobic, Dutt, Schindelmeiser und jetzt Reschke haben alle ihre Ansätze gehabt. Ob der Plan von Jan Schindelmeiser aufgegangen wäre – wir werden es nie erfahren. Ob der neue Plan, die Philosophie von Michael Reschke funktioniert und aufgeht – wir werden es hoffentlich erfahren. Ja, ich bin ein großer Kritiker von ihm gewesen und auch von Wolfgang Dietrich. Wenn die zwei es aber schaffen, zusammen mit Menschen wie dir im NLZ, dem Verein eine Philosophie zu geben und diese zu leben – dann bin ich der Erste der seinen Hut zieht und ich kann auch Entschuldigung sagen.

Ich hoffe Du liest die Zeilen und würde eigentlich genau diese Diskussion sehr gerne weiterführen.

Viele Grüße,

Martin

VfB

They say jump you say how high

Wir kennen alle das Sprichwort von dem Pferd, das nur so hochspringt wie es muss. Der VfB kommt einem mal wieder vor wie genau dieses Pferd. 37 Punkte waren erreicht und vor allem aus Richtung Reschke kamen Sprüche wie „wir haben mit dem Abstieg nichts mehr zu tun“ und damit quasi die Saison für beendet erklärt hat. Es folgte das 1:1 gegen Hamburg. Gegen Hamburg. Einigen Spielern merkte man den fehlenden Willen, den fehlenden Biss an. Die Wochen zuvor konnte man oftmals noch spüren, dass die Jungs das Spiel gewinnen wollten. Gegen Hamburg war davon wenig zu spüren. Es war meiner Meinung nach mehr drinnen. Es wären die 40 Punkte gewesen.

Die Woche drauf wollte man was in Dortmund mitnehmen. Die erste Halbzeit war das okay, aber wie oft nicht sonderlich zwingend. Keine Torchancen. Da bringt es dir nichts, wenn man ganz gut mitgehalten hat, ein Übergewicht hatte – am Ende steht ein 0:3. Und natürlich ist das 0:2 kurz nach der Pause nicht optimal. Aber ein Aufbäumen, der Wille noch was mitzunehmen war wieder nicht da.

Und da stehen wir nun – weiterhin stehen wir gut da, mit 38 Punkten, am 29. Spieltag. Es müsste viel schief gehen, dass wir den Platz von Mainz 05 auf der Relegation noch einnehmen. Trotzdem werden die nächsten Spiele für mich sehr interessant. Sie werden zeigen, ob Korkut die Spannung hochhalten kann – die Woche war ja schon wieder von den 40 Punkten zu lesen, die er so schnell wie möglich erreichen möchte. Und vor allem werden sie zeigen ob die Mannschaft auch mal ein Stück der VfB DNA ablegen kann. Die DNA, die immer dann, wenn es halbwegs läuft, den Schlendrian einkehren lässt, die den Gang zurückschaltet, die es schafft, dass man statt mit 100% nur noch mit 90% auf dem Platz steht. Man könnte sagen, dass es doch nichts macht, wenn man jetzt nichts mehr holt, weil es wird reichen. Das mag punktetechnisch stimmen, aber von der Stimmung für die nächste Saison kann es nicht gut sein, die letzten Spiele nur noch ein oder zwei Punkte zu sammeln.

Es kommen nun mit Hannover 96 und Werder Bremen Mannschaften die schlagbar sein müssten. Nur unterscheidet diese Teams etwas von uns, sie brauchen noch Punkte. Es wird ein Fingerzeig, in welche Richtung die Mannschaft geht und ob wir im Herbst den nächsten Trainerwechsel haben oder aus dieser Dauerschleife rauskommen.

Und ändert Korkut wenn der Klassenerhalt sicher ist auch mal was an der Aufstellung? Probiert er mal was aus? Die meisten VfB Fans dürften sich einig sein, dass der Zweck die Mittel geheiligt hat und die Punkte Korkut mit Aufstellung und Taktik Recht gegeben haben. Für die neue Saison dürfte das auf Dauer zu wenig sein. Wie Badstuber schon sagte „Irgendwann müssen wir mehr spielen.“ Ein großen Teil dazu wird Reschke beitragen müssen. Er ist gefordert, er muss liefern. Selten hatte ein Sportdirektor mehr Planungssicherheit als er und vermutlich auch keiner vor ihm so viel Geld zur Verfügung.

Darum werden für mich die letzten Spiele der Saison sehr interessant, interessanter vielleicht als es durch die Tabellensituation aussieht. Es können, nein es müssen die Weichen gestellt werden für das zweite Jahr in der Bundesliga nach dem Aufstieg und zwar von der Mannschaft, dem Trainer und dem Sportdirektor.

VfB

Reschke und der VfB: Nichts dazu gelernt und den Rest vergessen

Es gibt Dinge, die lassen einen fassungslos zurück. Beim VfB häufen sich diese Dinge in letzter Zeit leider recht oft und Michael Reschke hat dem Ganzen mit dem letzten Interview/Artikel im Kicker noch die Krone aufgesetzt. Man weiß gar nicht wo man anfangen soll, man weiß gar nicht ob es einfach nur die pure Inkompetenz ist, ob es ignorant ist, überheblich – ich weiß es einfach nicht.

Fangen wir mal mit dem inhaltlichen an. Der VfB wechselt während der laufenden Saison den Trainer und holt danach mit einem neuen Trainer aus den ersten Spielen ein Unentschieden und zwei Siege. Fügen Sie hier bitte tosenden Applaus ein. Das hat es noch nie gegeben. Generell, dass nach einem Trainerwechsel die Mannschaft auf einmal punktet ist eine neue Erfindung und ja, dass kann sich definitiv Michael Reschke auf die Fahnen schreiben. Hat die Bundesliga so noch nicht erlebt. Spoiler für Herrn Reschke: Gab es schon in der Bundesliga und beim VfB zigfach. Babbel, Gross, selbst Kramny konnten zu Beginn punkten – die anschließenden Talfahrten sind bekannt. Kramny ist ein schönes Beispiel. Wir erinnern uns an die Rückrunde 2015/2016 – es läuft, die ersten Spieler (Kostic) träumen quasi von Europa. Zu dem gleichen Zeitpunkt standen wir unter Kramny mit 28 Punkten einen Platz besser da. Das Ende ist uns allen bekannt. Es benötigt also schon eine große Portion Ignoranz, die jüngere VfB Geschichte so auszublenden. Und wer nach ernsthaft drei Spielen denkt, dass jetzt alles läuft und man Kritik einzustellen hat, der hat gelinde gesagt generell vom Fußball überhaupt nichts verstanden.

Dazu dieser süffisante Unterton, man habe ja natürlich richtig gehandelt und natürlich gewusst was man macht. Das ist ein Nachtreten auf Kindergartenniveau, den Kritikern nach drei Spielen quasi kindisch die Zunge rausgestreckt „nänänänä – wusste ich doch“. Dass Reschke damit eine sehr sehr große Fallhöhe erzeugt, für das nächste Tief der Mannschaft, versteht er nicht. Genauso wenig wie er generell überlegt welche Auswirkung seine Worte haben könnten. Empathie, ein Gefühl für die Situation. Jetzt läuft es drei Spiele gut, dann genieße ich das doch für mich und bin einfach mal ruhig. Wenn ich die Klasse gehalten habe, dann kann ich mich hinstellen und lospoltern, aber nicht mit 27 Punkten. Vier Punkte vor dem Relegationsplatz. Mit dieser Mannschaft, die so eine super Mentalität hat.

Wait. Super Mentalität. VfB. Von unseren weiß-roten Jungs kann Reschke da unmöglich gesprochen haben. Reschke nimmt damit die Mannschaft ungeschickterweise in Schutz. Vergessen die Leistungsverweigerungen von Mainz und Schalke. Und da braucht keiner mit der Taktik vom Trainer zu kommen – wer Null Einsatz in den Spielen zeigt und gegen den Trainer spielt, der hat eine Mentalität. Ja, aber eine fragwürdige. Dass die Herren jetzt auf einmal wieder mehr laufen können und es mal wieder ein paar Spiele geht – ganz tolle Mentalität. Wir sprechen darüber wieder beim nächsten Tief, bis der nächste Trainer wackelt.

Und dann noch was ganz wichtiges Herr Reschke, vielleicht muss ich Ihnen das als Rheinländer mal sagen. Wir Schwaben leben (bis auf wenige Ausnahmen) das schwäbische Understatement sehr. Wir haben Geld, wir haben Erfolg, wir zeigen es aber sehr wenig, das macht man nicht. Das ist eine schwäbische Tugend, damit sind wir ganz gut gefahren. Ich weiß nicht wie gut es im Umfeld (Sponsoren) ankommt, dass da einer ist, der einen auf dicken Hose macht, wenn es mal ein paar Spiele läuft. Einige Firmen im Stuttgarter Umfeld sind gar stark pietistisch geprägt. Sollten Sie sich mal damit beschäftigen. Nur so als Tipp.

Und dann könnte es noch gewollter Krawall sein. Es könnte die eine Linie gemeinsam mit Wolfgang Dietrich sein, wenn man die kritischen Fans nun doch endlich bittet Vernunft anzunehmen und auf die gute Seite zu kommen. Man habe – wie auch Dietrich – ja sehr viel Zuspruch erhalten. Kicker-Umfragen, Meinungen auf Facebook, Meinungen auf Twitter – alles nur ein bisschen Gegenwind in den sozialen Medien. Nichts wildes. Es geht darum die Fans offensichtlich in gut und böse einzuteilen. Krawall-Rhetorik, wie auch schon mit den Vollidioten. Seid ihr nicht mit uns, dann seid ihr gegen uns und ihr seid die Bösen. Es ist Trump-Style und leider generell gerade angesagt so auch mit kritischen Tönen umzugehen. Man könnte sich mit der Kritik auseinandersetzen, das würde helfen, die kritischen Stimmen vielleicht zu überzeugen. Oder man wählt den Reschke und Dietrich Weg. Spalter eben, aber das wussten wir ja eigentlich schon.

VfB

Jetzt ist doch alles wieder gut!

Wer immer Kritik an den Granden des VfB Stuttgart generell nicht leiden kann und auch nicht nachvollziehen kann, dass man sich überhaupt negativ oder kritisch äußert. Wer denkt, dass nur ein guter Fan ist wer „die Klappe hält und den VfB unterstützt“, der möge doch bitte einfach den Tab im Browser schließen und was anderes tun – aber auf keinen Fall weiterlesen.

Das sollte ich unbedingt vorausschicken, da sich in den letzten Tagen wieder leider die zähe und unnötige Diskussion eingeschlichen hat, wer ein guter Fan oder wer ein schlechter Fan ist. Es wurde geteilt in gute Fans, die auch in den unruhigen Zeiten beim VfB alles akzeptieren, selbstredend weiter ins Stadion gehen und 100% die Mannschaft unterstützen, aber keinerlei Kritik äußern, weil das jetzt ja auch nichts mehr bringe und eben eine Entscheidung natürlich jetzt auch einfach akzeptiert werden muss. Ich nenne es die aoMV Rhetorik. Zusammenhalt wird eingeschworen, sogar per Mail vom großen Häuptling – als ob die Fans genau das nicht die letzten Jahre sowieso immer getan haben. In den vielen Jahren in denen es knapp am Abstieg vorbeiging, in der Abstiegssaison und natürlich in der zweiten Bundesliga. An der Unterstützung kann es nun wirklich nicht gelegen haben, dass es die letzten Jahre tendenziell immer wieder einen kleinen Schritt nach unten ging. Und alle die eine kritische Stimme haben, Entscheidungen hinterfragen, die sind die schlechten Fans, die die dazu führen, dass es dann schlecht läuft? Ich kann es nicht mehr hören.

Ich sehe mich und den VfB wie eine Beziehung an, die längste die ich führe. In meiner Familie war Fußball – oder in Stadion gehen – nicht wirklich ein Thema, trotzdem hat mich in den Achtzigern der VfB Virus infiziert – keiner weiß woher, aber es war da und ich durfte dann Dank meines Onkels zum ersten Mal ins Neckarstadion. Unvergesslich. Karl Allgöwer hat getroffen. Fünf VfB Tore. Unvergesslich und prägend. Da wollte ich wieder hin, immer und immer wieder. Und da bin ich hin, immer und immer wieder – zum Leidwesen meiner Mutter, die es nicht so prima fand, dass der Bub bei Regen, im Winter in der Kurve stand und gerne mal neben einem Sieg auch noch ne Erkältung mit heim gebracht hat.

Ja, das ist eine langjährige und sehr intensive und emotionale Beziehung. Und in Beziehungen gibt es gute und schlechte Tage. Trotzdem findet man immer wieder zusammen, rauft sich zusammen. Und ich habe dem VfB schon viel verziehen, z.B. Winfried Schäfer um nur mal ein großes Highlight zu benennen. Es gibt dann die Zeiten in denen man sich entfernt, die Liebe nicht ganz so innig ist. Ich würde behaupten es ist normal in einer Beziehung. Oftmals hatte man dann schon während der Saison die Gedanken „ach nächste Saison hole ich mir keine Dauerkarte mehr, ich hab keinen Bock mehr“, um sich dann aber bei der Frage „und, bist du wieder dabei“ natürlich mit „Ja“ antwortend ertappt.

Mit dem Abstieg wurde die Beziehung noch einmal intensiver als die Jahre zuvor. Mit Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf gab es etwas, was es viele Jahre nicht mehr gab, es war endlich mal wieder ein VfB zu erkennen, der für etwas stand. Das letzte Mal waren das gefühlt die ersten Jungen Wilden – auch wenn diese aus der Not geboren wurden. Sie gaben dem VfB ein positives Gesicht und eine Ausrichtung. Der Verein ist meiner Meinung nach endlich wieder für etwas gestanden und bekam eine Identität. Es hat sich gut angefühlt. Und dieses zarte Pflänzchen wurde in den letzten acht Monaten von der aktuellen Führungsriege (Hallo Herr Dietrich, Hallo Herr Reschke) ziemlich jäh kaputt getrampelt. Die Hoffnung endlich aus der Vielzahl der Trainerwechsel, aus einem gesichtslosen und austauschbaren Kader von x-beliebigen Spielern rauszukommen, waren wieder dahin. Und das hat für mich persönlich ganz viel kaputt gemacht und eine große Distanz in die Beziehung gebracht. Den Sieg gegen Gladbach oder auch das Tor gegen Wolfsburg habe ich emotionslos hingenommen, ein kurzes Kopfnicken, mehr war es nicht. Es ist vorsichtig gesagt gerade etwas abgekühlt zwischen uns zwei.

Und die vier Punkte aus den letzten zwei Spielen – es ist doch alles wieder gut und der Trainerwechsel hat sich gelohnt? Nein, ich lasse mich nicht von den zwei Spielen beeindrucken – die wirklichen Gradmesser kommen auch noch. Augsburg, Frankfurt – beides Mannschaften die das Momentum eher auf ihrer Seite haben. Nichts gegen Wolfsburg und Gladbach, aber beide Teams waren auch nicht in ihrer besten Verfassung, was z.B. Werder am Sonntag Abend bewiesen hat. Ich ärgere mich viel mehr über die Mannschaft, die nach dem Trainerwechsel wieder mehr laufen kann, wieder aktiver ist – der vorherige Trainer hat es ihnen bestimmt nicht verboten. Ein Muster, welches bei fast jedem Trainerwechsel sichtbar wird. Natürlich ändert ein neuer Trainer etwas an der Taktik, an der Aufstellung – nur das alleine erklärt keine Arbeitsverweigerungen wie zweimal gegen Mainz 05. Und wenn der VfB die Klasse halten sollte, meine Kritik und der weiterhin kritische Blick auf die Herren Dietrich und Reschke wird bleiben. Und nein, das macht mich nicht zu einem schlechten Fan. Sondern einem, der nicht alles hinnimmt, was er vorgesetzt bekommt.

Und die Beziehung wird sich auch wieder ändern, es braucht einfach noch Zeit.