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twofourtwo x 242 / 057: Manchmal verlierst du, manchmal gewinnst du nicht

Ja, Phrasenschwein, ich weiß. Mir kommt es gerade so vor, dass sich der Vereinsbeirat des VfB Stuttgart genau in der Lage befindet bzw. bald befinden wird. Die Wahl der zwei Kandidaten für das Präsidentschaftsamt ist wirklich keine leichte Aufgabe und keine Aufgabe um welche ich die Damen und Herren beneide.

Du hast Kandidaten wie Guido Buchwald. Ein Großteil sieht natürlich den Spieler Buchwald, den Diego, einen der wichtigsten Spieler, die je das Trikot mit dem Brustring getragen haben. Deutscher Meister. Weltmeister. Man kann förmlich fühlen, wie viele Fans eine Nichtnominierung nicht verstehen könnten. Echter Roter. Wie kann man nur? Fachlich sehe ich bei ihm einfach Zweifel, ob er das Amt voll ausfüllen kann. Kandidaten wie Claus Vogt und Matthias Klopfer machen auf mich einen guten Eindruck, auch wenn ich natürlich ihr genaues Konzept nicht kenne. Ihnen traue ich auch zu, dem Aufsichtsrat bzw. dem Treiben einiger Herren beim VfB näher auf die Finger zu schauen. Beide bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen mit. Keinen von den Beiden zu nominieren – das wäre für mich und andere wieder unverständlich. Dazu kommen noch weitere bekannte und nicht bekannte Kandidaten.

Es ist also quasi die berühmte Quadratur des Kreises. Egal wie die Entscheidung im November ausfallen wird. Sie wird Kritik hervorrufen. Von der einen oder der anderen Seite.

Ich wünsche dem Vereinsbeirat ein gutes Händchen bei der Wahl und gute Nerven. Auf das die Entscheidung ein guter und weiterer Schritt ist den VfB Stuttgart weiterhin zu erneuern.

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twofourtwo x 242 / 056: Verständnis für beide Seiten

Die Auswahl der Kandidaten für das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart ist ja immer ein heikles Thema. Der Vereinsbeirat ist aktuell wirklich nicht zu beneiden. Aber immerhin steht den Mitgliedern zum ersten Mal seit Jahren eine wirklich Wahl bevor – es wird zwei Kandidaten geben. Bestimmt werden diese von eben dem Vereinsbeirat. Zehn Bewerbungen gibt es, die formal korrekt und fristgerecht eingegangen sind. Neben den Bewerbungen kann der Vereinsbeirat auch selbst einen Kandidaten – ganz ohne Bewerbung – vorschlagen. Neben der formalen Prüfung werden die möglichen Bewerber und es ist auch eine Bewerberin dabei, nun bezüglich Konzept und Eignung abgeklopft. Danach folgen persönliche Gespräche.

Ich kann den Wunsch vieler Fans, auch des Commando Cannstatt nachvollziehen, die Namen aller Kandidaten gerne zu wissen. Da die Auswahl bei den letzten Wahlen alles andere als transparent war und am Ende einfach ein Kandidat feststand. Da liegt es nahe, gerne wissen zu wollen, wer sich beworben hat, damit auch jegliche Mauschelei oder das Platzieren eines vom VfB gewünschten Kandidaten ausgeschlossen werden kann.

Die andere Seite, die einiger Bewerber, die (noch) nicht an die Öffentlichkeit gehen möchten, kann ich auch verstehen. Den Wunsch nach der Anonymität, bis eine mögliche Kandidatur fix ist, kann unterschiedliche Gründe haben. Der aktuelle Arbeitgeber (ob Firma oder Stadt) weiß noch nichts von seinem Glück. Um nur einen Grund zu nennen. Das gilt es, so finde ich, zu respektieren.

Auch wenn es nach den letzten Jahren vielleicht nicht einfach ist, sollten wir dem Vereinsbeirat einen Vertrauensvorschuss geben.

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twofourtwo x 242 / 055: Welches Jahr schreiben wir?

Es gibt sie, diese Momente in denen einen der VfB überraschen kann. Nein, nicht einmal spielerisch, sondern mit einer Einstellung, die wir Fans aus den letzten Jahren gar nicht kannten. Der VfB Stuttgart gewinnt 3:2 in Regensburg. Pflicht erfüllt, der erste Auswärtssieg und man grüßt zum ersten Mal von der Tabellenspitze. Genug Gründe um zufrieden zu sein. Vor allem beim VfB, vor allem in den letzten Jahren. Da wurde eher schneller einmal ein Gang zurückgeschaltet und das nächste Spiel, vielleicht nicht mehr mit der vollen Ernsthaftigkeit angegangen.

In dem Nachbericht zum Spiel aber passierte aber etwas Ungewöhnliches. Hochoffiziell teilte man mit, dass man sich natürlich über den Sieg freut, aber es war auch direkt die Rede von „Punkten, die verbessert werden müssen“. Wow, das ist nicht mehr das „in Mainz muss man nicht gewinnen“ oder „Bonusspiel“, das fühlt sich mehr an nach „ganz nett da oben, aber wir sind mit dem Sieg alleine noch nicht zufrieden“. Und natürlich gibt es eben viele Punkte die noch optimiert werden können: allen voran die Chancenverwertung und auch die Abwehr darf gerne etwas sicherer stehen.

Was mich einfach so freut, es ist neben dem was wir auf dem Spielfeld sehen, was auch eine postive Entwicklung ist, etwas was die letzten Jahre gefehlt hat. Nicht zufrieden sein, vor allem nicht zu früh zufrieden zu sein. Und das ist ein verdammt wichtiger Schritt raus aus der – sorry – Vergentnerisierung des VfB in den letzten Jahren. Und jetzt dranbleiben, lieber VfB.

Allgemein, twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 054: Werft die Hüte in den Ring!

Langsam geht es in die heiße Phase und der Vereinsbeirat muss bald die Kandidaten für die Wahl des Präsidenten vorstellen. Öffentlich bekannt sind die in den Ring geworfenen Hüte von Matthias Klopfer und Claus Vogt. Wobei hier aus der Mercedesstraße noch nicht viel zurückgeworfen wurde – nicht einmal der Hut. Dann gab es noch Jürgen Klinsmann, der schon (auch wenn es über eine Berateragentur war) im Kontakt mit dem VfB war. Zu sehr viel mehr kam es nicht, da der Hut von Seiten des ehemaligen Käfer-Fahrers wieder zurückgezogen wurde. Irgendwas mit nicht passender Kommunikation und Ansichten.

Nun noch Guido Buchwald. Deutscher Meister, Weltmeister, Idol. Auf dem Platz. Als Präsident? Da fehlt mir ein bisschen die Vorstellungskraft. Aber auf einmal kommt Klinsmann wieder ums Eck. Mit dem Guido würde es dann doch gehen. Also vielleicht, im Gegensatz zu Gaiser oder Ohlicher. Hallo Kindergarten!

Und dann ist da ja noch der VfB, der uns allen bestimmt ja auch noch einen, pardon, seinen Kandidaten präsentieren wird. Also eben jenen Kandidaten, der vom Freundeskreis geduldet und gewünscht ist. Der Kandidat der für nicht zu viel Neuanfang steht, eher für „Wir-machen-einfach-weiter-so“ steht. Über den hört man allerdings noch nichts, aber der Kandidat wird kommen. Dazu die Frage wer von den anderen Kandidaten zur Wahl gestellt wird. Mit einem Buchwald hätten sie einen prominenten Gegenkandidaten. Klopfer und Vogt wären vermutlich keine große Gefahr. Aber wie kann man dem Fanvolk erklären, warum die VfB-Legende Buchwald abgelehnt wurde? Ich bin gespannt.

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twofourtwo x 242 / 053: Danke, Thomas!

Unser Herzensverein hat uns in den letzten Monaten, ja fast Jahren, nicht wirklich viel Freude bereitet. Geleitet von Herren, denen Kalkül, wirtschaftliche Interessen und der eigene Geldbeutel näher waren als das Herz, die Fans, der Verein. Mit dem Abgang von Dietrich ist noch nicht alles besser, aber manche Dinge verbessern sich gerade deutlich.

Hier möchte ich vor allem Thomas Hitzlsperger nennen. In der Sommerpause fiel er immer wieder durch direkten Kontakt zu Fans über Twitter positiv auf. Da wurden mal Gerüchte mit einem Augenzwinkern kommentiert oder das ein oder andere gerade gerückt. So direkte Kommunikation kannten wir gar nicht mehr. Quasi ein direkter Draht von den Fans zum Verein. Es fühlt sich gut an.

Dazu haben wir mit ihm einen Vertreter, dem die richtigen Werte am Herzen liegen, die für den VfB so wichtig sind: gegen jegliche Art von Diskriminierung und Rassismus zu sein – und bei ihm sind es keine Lippenbekenntnisse.

Das Menschliche kehrt zum VfB zurück, das Herz am richtigen Fleck zu haben. Thomas hat das heute ganz kurz und unkompliziert gezeigt, als er auf einen Hinweis zur Situation von Dennis, kurz geantwortet hat „Wir helfen selbstverständlich“. Vielen VfB Fans und mir geht das Herz auf, das hat uns so gefehlt, es tut uns allen und allen voran Dennis gut. Es macht mich ehrlich gesagt wirklich stolz und es ist schön Thomas Hitzlsperger im Verein zu haben, hoffentlich noch sehr lange.

Und zum Abschluß kann ich wirklich nur sagen: Danke, Thomas!

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twofourtwo x 242 / 052: Zurückgewinnen

Die Meinungen waren großteils einheitlich: endlich wieder Fußball und dann war der noch ganz gut anzuschauen. Die heiße Sommerphase mit Mitgliederversammlung, die Monate zuvor, Wolfgang Dietrich – all das hat Spuren hinterlassen. Der Abstieg natürlich auch. Vor drei Jahren war die Zweitligasaison eine Ausnahme, die Fans strömten ins Stadion, zu Hause und auch auswärts – um den VfB Stuttgart wieder in die Bundesliga zu bringen. Den Fehler korrigieren. Gemeinsam. Fans, Verein und Mannschaft als Einheit. Drei Jahre später, der Abstieg blieb doch keine Ausnahme, sondern wurde gleich wiederholt und der VfB startet unter anderen Voraussetzungen in die zweite Liga.

Wieder um 20:30 Uhr. Gegen St. Pauli an einem Montag war das Neckarstadion mit 60.000 ausverkauft, gegen Hannover freitags (die aber auch ihren Fanblock nicht gefüllt bekamen) waren es 52.000 Zuschauer. Es wäre natürlich falsch, die zwei Zahlen direkt zu vergleichen, die Frage ist, ob sie ein kleiner Fingerzeig sind. Eben, dass die Fans nicht wie vor drei Jahren so hinter der Mannschaft und dem Verein stehen. Das „gemeinsam“ ging in den letzten drei Jahren verloren. Die Gründe sind zu Beginn aufgeführt. Die Mannschaft muss die Fans zurückgewinnen und hat das durch ihr Spiel getan. Ein erster wichtiger Schritt.

Aber auch der Verein muss seine Fans zurückgewinnen. So suchte der Vereinsbeirat am Freitag die Nähe zu den Fans mit Gesprächen in der Cannstatter Kurve und im Stadion. Auch ein erster Schritt, nur so kann wieder ein „gemeinsam“ entstehen und nur so geht es wieder rauf in die Bundesliga.

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twofourtwo x 242 / 051: Noch nicht ganz das Ende in Sicht

Wolfgang Dietrich sollte nicht mehr zu lange ein Thema sein. Eigentlich. Er ist vor einer Woche zurückgetreten, aber seine Wirkenszeit wird uns noch länger verfolgen. An einigen Stellen ist noch Aufarbeitung notwendig. So wurde am Sonntag von der DFL persönlich eine Lüge von Dietrich auf der Mitgliederversammlung aufgedeckt. Alleine in den Antworten an Tim waren nun zwei Lügen dabei. Die DFL hatte es nicht untersagt sich zu den Angelegenheiten im Thema Quattrex zu äußern und auch hatte er keinen Gesprächstermin angeboten. Der zweite Punkt: geschenkt.

Beim ersten Punkt heißt es aber nun, dass es beim VfB Stuttgart und da sprechen wir vom Aufsichtsrat und vom Vereinsbeirat und vielen anderen Personen bekannt war, dass Dietrich noch an anderen Vereinen verdiente. Ein Fakt, der den Mitgliedern nicht bekannt war.

Ja, nun ist er Vergangenheit, aber damit der VfB auch eine Zukunft hat, muss man in dieser Wunde weiter bohren und versuchen hier noch zu klären, wer hier wen deckte. Es geht um die Rollen von Herrn Porth vom Daimler, der Dietrich ja schließlich in einem Interview als „genau der Präsident, den wir uns gewünscht haben“ beschrieb. Das lässt einfach zu viele Fragen offen. Es geht nicht darum alle Steine rauszuwerfen, aber diese auf jeden Fall umzudrehen. Damit ein Fall Dietrich nicht noch ein zweites Mal vorkommen kann und den Verein und die Fans noch weiter und tiefer spalten kann. Ich hoffe es gibt gerade ein paar kluge Köpfe beim VfB die dafür sorgen. Hoffentlich.

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twofourtwo x 242 / 050: Kleine Kehrwoche

Uns Schwaben sagt man ja eine gewissen Fleiß beim Putzen von Häusern bzw. den Hausfluren nach. Wird hier liebevoll in die kleine und die große Kehrwoche unterteilt. Die Große beinhaltet auch noch das Reinigen des Kellers, wird aber dafür seltener gemacht.

Gestern war beim VfB Stuttgart kleine Kehrwoche. In seiner unnachahmlichen, nur auf sich fixierten Art und ohne jegliche Selbstreflexion ist Wolfgang Dietrich zurückgetreten. Nicht ohne noch auszuteilen, keine Fehler einzugestehen und noch bedeutungsvoll Leute mit anzuschwärzen. Kurz und gut: es ist aber geschafft, Dietrich ist weg und gibt dem VfB wieder etwas mehr Luft zum atmen.

Aber, es ist nur ein Anfang. Wenn der VfB Stuttgart wirklich wieder auf guten respektvollen Beinen stehen will und wirklich gut für die Zukunft gerüstet sein möchte, dann ist jetzt noch die große Kehrwoche notwendig. Es muss noch ordentlich durchgewischt werden im Keller. Da ist der zu große Einfluss des Ankerinvestors Daimler in Form von Porth, der z.B. versucht im Intranet von Daimler die Präsidentenabwahl zu beeinflussen. Wohlgemerkt die Abwahl im Verein, nicht in der AG – nur dort hat Daimler Anteile. Dann gibt es diverse Herren beim VfB, wie Schraft, Röttgermann und Heim um mal einige zu nennen. Auch Gaiser, einer der linientreuen Dietrich-Fans darf hier nicht fehlen. Alle müssen hinterfragt werden. Und zu guter letzt der VfB Freundeskreis – jeder ominöse Zusammenschluss von „Freunden“ des Vereins, der mehr Macht und Einfluss hat, als man von außen sehen kann.

Packen wir es an. Räumen wir auf.

VfB

Kein zurück

Wie viele von euch wissen, bin ich nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung aus dem Verein ausgetreten. Der Umgang mit Fans und Kritikern im Vorfeld der Ausgliederungs-Mitgliedversammlung war mir zu viel. Wenn der Vorsitzende des Vereinsbeirats Erhard heute einen fairen Umgang im Umgang mit Dietrich fordert – davon war 2017 nichts zu spüren von Vereinsseite aus mit Kritikern. Die Lügen „Ja zum Erfolg“, „regionale Investoren“ und und und – sind mittlerweile alle aufgeflogen, alleine Wolfgang Dietrich und der Ankerinvestor Daimler sind noch da. Einem von Wolfgang Dietrich geführten Verein wollte ich also nicht mehr angehören – nach seinem Abgang sieht das wieder anders aus.

Auch als Nicht-Mitglied verfolge ich natürlich weiterhin das Geschehen und habe es bei der gestrigen Mitgliederversammlung dann doch etwas bereut, nicht abstimmen zu können. Wie vor zwei Jahren wurde Dank der VfB eigenen Kommunikationskanäle, einem Großteil der regionalen Presse und dem Ankerinvestor wieder eine populistische Kampagne gegen Kritiker und allen voran die Ultras aus der Cannstatter Kurve gefahren. Immer perfekt formuliert, so dass am Ende für nicht gut informierte Leser das Bild stand: Kritiker = krakeelende Fans = Ultras. Es ist ja so wichtig ein Feindbild zu haben und pflegen zu können. Über Facebook wurden aus dem Umkreis des VfB Stuttgart Gruppen initiiert wie z.B. „Fokus VfB“, die nur dazu dienten, weiter Stimmung zu machen. Es kam einem alles so bekannt vor von der aoMV 2017. Ganz vorne an der Spitze natürlich Gunter Barner mit einem Artikel voller Lügen und Halbwahrheiten mit dem Highlight der Ultras, die ja immer und Drogen stehen und nur saufen und eigentlich auch noch kleine Kinder fressen. Quasi die Punks im Jahre 2019. Es ist schön für Wolfgang Dietrich zu wissen, dass er bei der lokalen Presse immer einen Fürsprecher hat, der ihm zur Seite springt, wenn es mal wieder eng wird.

Ich hatte es zu Beginn der Versammlung gestern nicht für möglich gehalten, dass es für die 75% für die Abwahl reichen könnte. Dann lief aber in den Augen von Wolfgang Dietrich etwas ziemlich schief. Gut aufgebaute Reden von Ron, Tim und Christian, die ich persönlich kenne, aber auch anderen Mitgliedern. Alle Reden setzten Dietrich kleine Schläge zu – er konnte nichts entgegensetzen, außer sich hinter der Ausflucht „Halbwahrheiten“ zu verstecken. Keine Argumente. Dazu muss man sagen, dass weder Ron noch Tim, noch andere krakeelende Ultras sind. Student hier, im Leben stehender Vater dort. Auch die anderen Redner lieferten konstruktive Beiträge, wie auch Danny vom Commando Cannstatt – der zur Überraschung aller Beteiligten gar nicht besoffen und unter Einfluss von Drogen am Rednerpult stand. Die Pro Dietrich Beiträge kamen interessanterweise aus dem Umfeld des VfB wie z.B. der Vereinsentwicklung. Und auch hier gab es keine Argumente, sondern es wurde von „traumatisierten Kindern“ berichtet – durch „Dietrich raus“ Rufe beim Trainingsauftakt. Angst schüren, mehr war wieder nicht drin. Ich warte bis heute auf konstruktive Argumente, warum Dietrich im Amt bleiben sollte. Nein, Chaos bricht nicht aus, wenn er weg ist und nein, nur weil er Fehler gemacht hat und diese nicht mehr macht, ist das auch kein Grund. Schon interessant, dass es keine sonstigen Fürsprecher gab. Und so wurde Dietrich doch immer weiter in die Ecke gedrängt, wie der berühmte angeschlagene Boxer und kam einfach nicht mehr aus der Deckung raus.

Mit den härtesten Schlag dürfte der ehemalige Trainer der VfB Amateure (bzw. VfB II) gesetzt haben – Rainer Adrion. Wenn dir ein Mann, der für den VfB Stuttgart deutlich mehr geleistet hat, als du es jemals tun wirst (gell Herr Dietrich), in den Rücken fällt, dann weißt du das es ne enge Geschichte wird. Dass Adrion noch sprechen durfte, der Antrag für die Beendigung der Aussprache war bereits eingereicht, lag an den nicht funktionierenden Abstimmungsgeräten bzw. dem WLAN in das man sich nicht einloggen konnte.

Dietrich lag also schon kurz vor dem Knockout am Boden und dann kommt das nicht funktionierende WLAN zur Rettung, denn im Gegensatz zum Beginn der Veranstaltung erschienen die 75% nicht mehr unrealistisch. Nein, ich werfe es ihm nicht vor, dass die Technik nicht funktionierte. Es passt nur so prima ins Bild. Was ich Dietrich und dem VfB Stuttgart e.V. allerdings deutlich vorwerfe: man muss eine Alternative haben bei einer so wichtigen Wahl. Bei der aoMV gab es ganz klassische Kärtchen für eine Abstimmung. Hier muss der Verein Sorge tragen, dass eine Abstimmung auch bei Versagen der Technik möglich ist.

Abbruch der Veranstaltung – ein einmaliger Vorgang in der langen und glorreichen Geschichte des VfB Stuttgart e.V.

Das vielleicht schlimmste an dem Abbruch ist, dass überhaupt der Gedanke aufkommt, dass der VfB Stuttgart bzw. Dietrich hier einen Abbruch bewusst in Kauf genommen haben oder sogar verursacht haben. Das zeigt doch deutlich den Bruch zwischen vielen Mitgliedern und dem Verein. Es gibt kein Vertrauen mehr und die aktuelle Führungsriege wird dieses auch nicht wiederherstellen können.

Was passiert nun? Offiziell wird die Mitgliederversammlung vermutlich im September nachgeholt. Peter Stolterfoth von der Stuttgarter Zeitung hat bereits gestern Abend seinen Rücktritt in der lokalen Presse gefordert. Die Stimmen, die einen Rücktritt fordern, werden nicht leiser. Sollte der VfB Stuttgart mitsamt seinem Ankerinvestor nach der Veranstaltung gestern nicht verstanden haben, wie der Wind weht und Dietrich zu einem Rücktritt zu bewegen, dann ist ihnen das Gespür für die Basis komplett abhanden gekommen. Alle mussten sehen und verstehen, dass die Kritiker nicht eine kleine Minderheit sind, dass sie nicht „gegen“ den VfB sind – sondern für ihren Verein, für einen Neustart mit neuem Personal, das endlich wieder eint und nicht spaltet.

Wenn der Präsident schon selbst über sich sagt „das mit dem Präsident aller“ war eher nicht so gemeint und geht ja gar nicht bei so vielen Mitgliedern. Versuchen hätte er es ja können – wollte er aber nicht. Wenn er in einem Zuge nach Tims Rede von Halbwahrheiten spricht, im nächsten Satz aber selbst lügt mit der Aussage „ich habe ihm einen Termin/Gespräch“ angeboten – was er aber nicht getan hat. Dann muss man beim VfB im Verein und in der AG doch erkennen, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist und man Dietrich besser zum Rücktritt drängen sollte.

Dietrich hat sogar jetzt den Vorteil aus „eigenen Stücken“ zurückzutreten, die Schmach einer Abwahl bleibt ihm erspart. Mit guten Abschiedsworten ist sogar ein halbwegs guter Abgang für ihn möglich. Es gibt keinen Weg zurück zur Normalität mit Dietrich.

Dietrich raus!

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twofourtwo x 242 / 049: Ja zum Erfolg!

Am Sonntag ist die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart. Ich bin mir sehr sicher, dass die Abwahl von Wolfgang Dietrich nicht mit 75% erfolgreich sein wird. Alles über 40-50% würde ich als Erfolg der Kritiker sehen und es wäre ein deutliches Signal für die Mitgliederversammlung 2020 – dort muss ein neuer Präsident gewählt oder der bestehende bestätigt werden. Mit einer solchen Hypothek wird wohl selbst Wolfgang Dietrich nicht mehr antreten. Die Kritik hätte also mit Abstand von einem guten Jahr Erfolg. Und das wäre ein großer Erfolg, denn dem kritischen Umfeld steht nicht die breite Macht der vereinseigenen Kommunikationsmittel und auch keine dem Verein wohl gesonnenen Journalisten zur Verfügung, die bereitwillig Artikel schreiben.

Dass es nun eben nicht nur, wie von Wolfgang Dietrich versucht dazustellen, krakeelende Fans (also die bösen Ultras) sind zeigt u.a. der Twitteraccount „@uberdietrich„. Dort werden die Stimmen derer gesammelt, die zeigen wollen, dass die Kritik vielschichtiger ist. Unternehmer, Studierende, alt, jung, jahrzehntelange Mitglieder, seit dem Abstieg 2016 dabei – es ist bunt gemischt und zeigt eben, wie viele unterschiedliche Menschen mit der Art und den Lügen von Wolfgang Dietrich ein Problem haben – die es stört, dass einmalige Ausgliederungsmillionen verbrannt worden sind. Es geht dabei nicht, sich von den Ultras zu distanzieren. Nein es ist eher eine Unterstützung des Protests – raus aus der Kurve, rein ins ganze Stadion. Es zeigt, es sind nicht nur die (lautstarken) Ultras.

Sollte diese Kritik der Anfang vom Ende des Sonnenkönigs sein – es wäre endlich ein „Ja zum Erfolg“ – der Kritiker.