twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 053: Danke, Thomas!

Unser Herzensverein hat uns in den letzten Monaten, ja fast Jahren, nicht wirklich viel Freude bereitet. Geleitet von Herren, denen Kalkül, wirtschaftliche Interessen und der eigene Geldbeutel näher waren als das Herz, die Fans, der Verein. Mit dem Abgang von Dietrich ist noch nicht alles besser, aber manche Dinge verbessern sich gerade deutlich.

Hier möchte ich vor allem Thomas Hitzlsperger nennen. In der Sommerpause fiel er immer wieder durch direkten Kontakt zu Fans über Twitter positiv auf. Da wurden mal Gerüchte mit einem Augenzwinkern kommentiert oder das ein oder andere gerade gerückt. So direkte Kommunikation kannten wir gar nicht mehr. Quasi ein direkter Draht von den Fans zum Verein. Es fühlt sich gut an.

Dazu haben wir mit ihm einen Vertreter, dem die richtigen Werte am Herzen liegen, die für den VfB so wichtig sind: gegen jegliche Art von Diskriminierung und Rassismus zu sein – und bei ihm sind es keine Lippenbekenntnisse.

Das Menschliche kehrt zum VfB zurück, das Herz am richtigen Fleck zu haben. Thomas hat das heute ganz kurz und unkompliziert gezeigt, als er auf einen Hinweis zur Situation von Dennis, kurz geantwortet hat „Wir helfen selbstverständlich“. Vielen VfB Fans und mir geht das Herz auf, das hat uns so gefehlt, es tut uns allen und allen voran Dennis gut. Es macht mich ehrlich gesagt wirklich stolz und es ist schön Thomas Hitzlsperger im Verein zu haben, hoffentlich noch sehr lange.

Und zum Abschluß kann ich wirklich nur sagen: Danke, Thomas!

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 052: Zurückgewinnen

Die Meinungen waren großteils einheitlich: endlich wieder Fußball und dann war der noch ganz gut anzuschauen. Die heiße Sommerphase mit Mitgliederversammlung, die Monate zuvor, Wolfgang Dietrich – all das hat Spuren hinterlassen. Der Abstieg natürlich auch. Vor drei Jahren war die Zweitligasaison eine Ausnahme, die Fans strömten ins Stadion, zu Hause und auch auswärts – um den VfB Stuttgart wieder in die Bundesliga zu bringen. Den Fehler korrigieren. Gemeinsam. Fans, Verein und Mannschaft als Einheit. Drei Jahre später, der Abstieg blieb doch keine Ausnahme, sondern wurde gleich wiederholt und der VfB startet unter anderen Voraussetzungen in die zweite Liga.

Wieder um 20:30 Uhr. Gegen St. Pauli an einem Montag war das Neckarstadion mit 60.000 ausverkauft, gegen Hannover freitags (die aber auch ihren Fanblock nicht gefüllt bekamen) waren es 52.000 Zuschauer. Es wäre natürlich falsch, die zwei Zahlen direkt zu vergleichen, die Frage ist, ob sie ein kleiner Fingerzeig sind. Eben, dass die Fans nicht wie vor drei Jahren so hinter der Mannschaft und dem Verein stehen. Das „gemeinsam“ ging in den letzten drei Jahren verloren. Die Gründe sind zu Beginn aufgeführt. Die Mannschaft muss die Fans zurückgewinnen und hat das durch ihr Spiel getan. Ein erster wichtiger Schritt.

Aber auch der Verein muss seine Fans zurückgewinnen. So suchte der Vereinsbeirat am Freitag die Nähe zu den Fans mit Gesprächen in der Cannstatter Kurve und im Stadion. Auch ein erster Schritt, nur so kann wieder ein „gemeinsam“ entstehen und nur so geht es wieder rauf in die Bundesliga.

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 051: Noch nicht ganz das Ende in Sicht

Wolfgang Dietrich sollte nicht mehr zu lange ein Thema sein. Eigentlich. Er ist vor einer Woche zurückgetreten, aber seine Wirkenszeit wird uns noch länger verfolgen. An einigen Stellen ist noch Aufarbeitung notwendig. So wurde am Sonntag von der DFL persönlich eine Lüge von Dietrich auf der Mitgliederversammlung aufgedeckt. Alleine in den Antworten an Tim waren nun zwei Lügen dabei. Die DFL hatte es nicht untersagt sich zu den Angelegenheiten im Thema Quattrex zu äußern und auch hatte er keinen Gesprächstermin angeboten. Der zweite Punkt: geschenkt.

Beim ersten Punkt heißt es aber nun, dass es beim VfB Stuttgart und da sprechen wir vom Aufsichtsrat und vom Vereinsbeirat und vielen anderen Personen bekannt war, dass Dietrich noch an anderen Vereinen verdiente. Ein Fakt, der den Mitgliedern nicht bekannt war.

Ja, nun ist er Vergangenheit, aber damit der VfB auch eine Zukunft hat, muss man in dieser Wunde weiter bohren und versuchen hier noch zu klären, wer hier wen deckte. Es geht um die Rollen von Herrn Porth vom Daimler, der Dietrich ja schließlich in einem Interview als „genau der Präsident, den wir uns gewünscht haben“ beschrieb. Das lässt einfach zu viele Fragen offen. Es geht nicht darum alle Steine rauszuwerfen, aber diese auf jeden Fall umzudrehen. Damit ein Fall Dietrich nicht noch ein zweites Mal vorkommen kann und den Verein und die Fans noch weiter und tiefer spalten kann. Ich hoffe es gibt gerade ein paar kluge Köpfe beim VfB die dafür sorgen. Hoffentlich.

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 050: Kleine Kehrwoche

Uns Schwaben sagt man ja eine gewissen Fleiß beim Putzen von Häusern bzw. den Hausfluren nach. Wird hier liebevoll in die kleine und die große Kehrwoche unterteilt. Die Große beinhaltet auch noch das Reinigen des Kellers, wird aber dafür seltener gemacht.

Gestern war beim VfB Stuttgart kleine Kehrwoche. In seiner unnachahmlichen, nur auf sich fixierten Art und ohne jegliche Selbstreflexion ist Wolfgang Dietrich zurückgetreten. Nicht ohne noch auszuteilen, keine Fehler einzugestehen und noch bedeutungsvoll Leute mit anzuschwärzen. Kurz und gut: es ist aber geschafft, Dietrich ist weg und gibt dem VfB wieder etwas mehr Luft zum atmen.

Aber, es ist nur ein Anfang. Wenn der VfB Stuttgart wirklich wieder auf guten respektvollen Beinen stehen will und wirklich gut für die Zukunft gerüstet sein möchte, dann ist jetzt noch die große Kehrwoche notwendig. Es muss noch ordentlich durchgewischt werden im Keller. Da ist der zu große Einfluss des Ankerinvestors Daimler in Form von Porth, der z.B. versucht im Intranet von Daimler die Präsidentenabwahl zu beeinflussen. Wohlgemerkt die Abwahl im Verein, nicht in der AG – nur dort hat Daimler Anteile. Dann gibt es diverse Herren beim VfB, wie Schraft, Röttgermann und Heim um mal einige zu nennen. Auch Gaiser, einer der linientreuen Dietrich-Fans darf hier nicht fehlen. Alle müssen hinterfragt werden. Und zu guter letzt der VfB Freundeskreis – jeder ominöse Zusammenschluss von „Freunden“ des Vereins, der mehr Macht und Einfluss hat, als man von außen sehen kann.

Packen wir es an. Räumen wir auf.

VfB

Kein zurück

Wie viele von euch wissen, bin ich nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung aus dem Verein ausgetreten. Der Umgang mit Fans und Kritikern im Vorfeld der Ausgliederungs-Mitgliedversammlung war mir zu viel. Wenn der Vorsitzende des Vereinsbeirats Erhard heute einen fairen Umgang im Umgang mit Dietrich fordert – davon war 2017 nichts zu spüren von Vereinsseite aus mit Kritikern. Die Lügen „Ja zum Erfolg“, „regionale Investoren“ und und und – sind mittlerweile alle aufgeflogen, alleine Wolfgang Dietrich und der Ankerinvestor Daimler sind noch da. Einem von Wolfgang Dietrich geführten Verein wollte ich also nicht mehr angehören – nach seinem Abgang sieht das wieder anders aus.

Auch als Nicht-Mitglied verfolge ich natürlich weiterhin das Geschehen und habe es bei der gestrigen Mitgliederversammlung dann doch etwas bereut, nicht abstimmen zu können. Wie vor zwei Jahren wurde Dank der VfB eigenen Kommunikationskanäle, einem Großteil der regionalen Presse und dem Ankerinvestor wieder eine populistische Kampagne gegen Kritiker und allen voran die Ultras aus der Cannstatter Kurve gefahren. Immer perfekt formuliert, so dass am Ende für nicht gut informierte Leser das Bild stand: Kritiker = krakeelende Fans = Ultras. Es ist ja so wichtig ein Feindbild zu haben und pflegen zu können. Über Facebook wurden aus dem Umkreis des VfB Stuttgart Gruppen initiiert wie z.B. „Fokus VfB“, die nur dazu dienten, weiter Stimmung zu machen. Es kam einem alles so bekannt vor von der aoMV 2017. Ganz vorne an der Spitze natürlich Gunter Barner mit einem Artikel voller Lügen und Halbwahrheiten mit dem Highlight der Ultras, die ja immer und Drogen stehen und nur saufen und eigentlich auch noch kleine Kinder fressen. Quasi die Punks im Jahre 2019. Es ist schön für Wolfgang Dietrich zu wissen, dass er bei der lokalen Presse immer einen Fürsprecher hat, der ihm zur Seite springt, wenn es mal wieder eng wird.

Ich hatte es zu Beginn der Versammlung gestern nicht für möglich gehalten, dass es für die 75% für die Abwahl reichen könnte. Dann lief aber in den Augen von Wolfgang Dietrich etwas ziemlich schief. Gut aufgebaute Reden von Ron, Tim und Christian, die ich persönlich kenne, aber auch anderen Mitgliedern. Alle Reden setzten Dietrich kleine Schläge zu – er konnte nichts entgegensetzen, außer sich hinter der Ausflucht „Halbwahrheiten“ zu verstecken. Keine Argumente. Dazu muss man sagen, dass weder Ron noch Tim, noch andere krakeelende Ultras sind. Student hier, im Leben stehender Vater dort. Auch die anderen Redner lieferten konstruktive Beiträge, wie auch Danny vom Commando Cannstatt – der zur Überraschung aller Beteiligten gar nicht besoffen und unter Einfluss von Drogen am Rednerpult stand. Die Pro Dietrich Beiträge kamen interessanterweise aus dem Umfeld des VfB wie z.B. der Vereinsentwicklung. Und auch hier gab es keine Argumente, sondern es wurde von „traumatisierten Kindern“ berichtet – durch „Dietrich raus“ Rufe beim Trainingsauftakt. Angst schüren, mehr war wieder nicht drin. Ich warte bis heute auf konstruktive Argumente, warum Dietrich im Amt bleiben sollte. Nein, Chaos bricht nicht aus, wenn er weg ist und nein, nur weil er Fehler gemacht hat und diese nicht mehr macht, ist das auch kein Grund. Schon interessant, dass es keine sonstigen Fürsprecher gab. Und so wurde Dietrich doch immer weiter in die Ecke gedrängt, wie der berühmte angeschlagene Boxer und kam einfach nicht mehr aus der Deckung raus.

Mit den härtesten Schlag dürfte der ehemalige Trainer der VfB Amateure (bzw. VfB II) gesetzt haben – Rainer Adrion. Wenn dir ein Mann, der für den VfB Stuttgart deutlich mehr geleistet hat, als du es jemals tun wirst (gell Herr Dietrich), in den Rücken fällt, dann weißt du das es ne enge Geschichte wird. Dass Adrion noch sprechen durfte, der Antrag für die Beendigung der Aussprache war bereits eingereicht, lag an den nicht funktionierenden Abstimmungsgeräten bzw. dem WLAN in das man sich nicht einloggen konnte.

Dietrich lag also schon kurz vor dem Knockout am Boden und dann kommt das nicht funktionierende WLAN zur Rettung, denn im Gegensatz zum Beginn der Veranstaltung erschienen die 75% nicht mehr unrealistisch. Nein, ich werfe es ihm nicht vor, dass die Technik nicht funktionierte. Es passt nur so prima ins Bild. Was ich Dietrich und dem VfB Stuttgart e.V. allerdings deutlich vorwerfe: man muss eine Alternative haben bei einer so wichtigen Wahl. Bei der aoMV gab es ganz klassische Kärtchen für eine Abstimmung. Hier muss der Verein Sorge tragen, dass eine Abstimmung auch bei Versagen der Technik möglich ist.

Abbruch der Veranstaltung – ein einmaliger Vorgang in der langen und glorreichen Geschichte des VfB Stuttgart e.V.

Das vielleicht schlimmste an dem Abbruch ist, dass überhaupt der Gedanke aufkommt, dass der VfB Stuttgart bzw. Dietrich hier einen Abbruch bewusst in Kauf genommen haben oder sogar verursacht haben. Das zeigt doch deutlich den Bruch zwischen vielen Mitgliedern und dem Verein. Es gibt kein Vertrauen mehr und die aktuelle Führungsriege wird dieses auch nicht wiederherstellen können.

Was passiert nun? Offiziell wird die Mitgliederversammlung vermutlich im September nachgeholt. Peter Stolterfoth von der Stuttgarter Zeitung hat bereits gestern Abend seinen Rücktritt in der lokalen Presse gefordert. Die Stimmen, die einen Rücktritt fordern, werden nicht leiser. Sollte der VfB Stuttgart mitsamt seinem Ankerinvestor nach der Veranstaltung gestern nicht verstanden haben, wie der Wind weht und Dietrich zu einem Rücktritt zu bewegen, dann ist ihnen das Gespür für die Basis komplett abhanden gekommen. Alle mussten sehen und verstehen, dass die Kritiker nicht eine kleine Minderheit sind, dass sie nicht „gegen“ den VfB sind – sondern für ihren Verein, für einen Neustart mit neuem Personal, das endlich wieder eint und nicht spaltet.

Wenn der Präsident schon selbst über sich sagt „das mit dem Präsident aller“ war eher nicht so gemeint und geht ja gar nicht bei so vielen Mitgliedern. Versuchen hätte er es ja können – wollte er aber nicht. Wenn er in einem Zuge nach Tims Rede von Halbwahrheiten spricht, im nächsten Satz aber selbst lügt mit der Aussage „ich habe ihm einen Termin/Gespräch“ angeboten – was er aber nicht getan hat. Dann muss man beim VfB im Verein und in der AG doch erkennen, dass das Kind in den Brunnen gefallen ist und man Dietrich besser zum Rücktritt drängen sollte.

Dietrich hat sogar jetzt den Vorteil aus „eigenen Stücken“ zurückzutreten, die Schmach einer Abwahl bleibt ihm erspart. Mit guten Abschiedsworten ist sogar ein halbwegs guter Abgang für ihn möglich. Es gibt keinen Weg zurück zur Normalität mit Dietrich.

Dietrich raus!

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 049: Ja zum Erfolg!

Am Sonntag ist die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart. Ich bin mir sehr sicher, dass die Abwahl von Wolfgang Dietrich nicht mit 75% erfolgreich sein wird. Alles über 40-50% würde ich als Erfolg der Kritiker sehen und es wäre ein deutliches Signal für die Mitgliederversammlung 2020 – dort muss ein neuer Präsident gewählt oder der bestehende bestätigt werden. Mit einer solchen Hypothek wird wohl selbst Wolfgang Dietrich nicht mehr antreten. Die Kritik hätte also mit Abstand von einem guten Jahr Erfolg. Und das wäre ein großer Erfolg, denn dem kritischen Umfeld steht nicht die breite Macht der vereinseigenen Kommunikationsmittel und auch keine dem Verein wohl gesonnenen Journalisten zur Verfügung, die bereitwillig Artikel schreiben.

Dass es nun eben nicht nur, wie von Wolfgang Dietrich versucht dazustellen, krakeelende Fans (also die bösen Ultras) sind zeigt u.a. der Twitteraccount „@uberdietrich„. Dort werden die Stimmen derer gesammelt, die zeigen wollen, dass die Kritik vielschichtiger ist. Unternehmer, Studierende, alt, jung, jahrzehntelange Mitglieder, seit dem Abstieg 2016 dabei – es ist bunt gemischt und zeigt eben, wie viele unterschiedliche Menschen mit der Art und den Lügen von Wolfgang Dietrich ein Problem haben – die es stört, dass einmalige Ausgliederungsmillionen verbrannt worden sind. Es geht dabei nicht, sich von den Ultras zu distanzieren. Nein es ist eher eine Unterstützung des Protests – raus aus der Kurve, rein ins ganze Stadion. Es zeigt, es sind nicht nur die (lautstarken) Ultras.

Sollte diese Kritik der Anfang vom Ende des Sonnenkönigs sein – es wäre endlich ein „Ja zum Erfolg“ – der Kritiker.

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 048: Das Ende von LeGente

Zugegeben war ich nie ein großer Fan von Christian Gentner und werde es in Zukunft noch weniger sein. Dass sein Vertrag nach vielen Jahren beim VfB Stuttgart nicht verlängert wurde, war über die letzten Monate abzusehen. Vor allem der Wechsel von Reschke hin zu Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat dürfte die entscheidende Wendung gewesen sein, dass Gentner in den Planungen beim VfB keine Rolle mehr spielt. Wie auch Dennis Aogo und Andreas Beck.

Die beiden letztgenannten haben es aber über Instagram geschafft sich von den Fans (und dem VfB) professionell zu verabschieden. Aogo nimmt man seine Worte ab. Für Beck, der wie Gentner wohl sowas wie ein „echter Roter“ ist, bestimmt keine einfachen Zeilen, aber auch er hat es getan. Nicht aber der Mann, dem der Verein ja so am Herzen hängt, seit Bekanntgabe der Nicht-Verlängerung befindet sich Gentner schmollend in der Ecke. Einige mögen sagen: „richtig, so wie der abserviert wurde“. Vergessen aber, dass eben dieser Gentner eines der Gesichter von zwei Abstiegen ist und wenn man sieht wie Walter z.B. im Spiel gegen Zürich spielen lies – da kann man sich beim besten Willen keinen LeGente mehr auf dem Platz vorstellen.

Ausgerechnet Union Berlin. Ja, das hat bei mir ein Geschmäckle. Den Verein, der auch Dank Capitano Gentner in der Bundesliga spielt. Klar er kann machen was er möchte – ich hoffe er hat sich mit diesem Move aber den Weg zurück zum VfB dauerhaft versperrt.

Ein echter Roter hat mehr Fingerspitzengefühl.

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 047: Kabak, Kommunikation, Kuschen

Gleich vorneweg, der Wechsel von Kabak war zu erwarten und ist auch kein Thema. Ihm kann man diesen Vorwurf nun nicht machen, dass er keine Lust auf zweite Liga hat. Der Vorwurf gilt ganz alleine Reschke und dem Mann, der ihn eingestellt hat. Solche Klauseln sind einfach – deutlich gesagt – ein Stück Scheiße. Und es braucht auch keiner kommen, dass man den Spieler dann halt nicht bekommen hätte. Mit Beraterhonoraren und allem können wir froh sein, wenn das kein Minusgesschäft war. Natürlich hat Reschke rechtlich in Ordnung gehandelt, von der Moral möchte ich aber gar nicht sprechen.

Und da kommen wir zum Thema Kommunikation. Hitzlsperger stellt sich hin und sagt, dass alles gut ist und man kein Groll gegenüber Reschke hat. Wieso muss der VfB immer so klein beigeben? Wieso kann man nicht einmal, gut formuliert sagen, dass man mit dem Handeln von Reschke einfach nicht einverstanden ist. Das geht, Kommunikation kann so viel erreichen. Überspitzt und ganz populistisch, kann man ihm auch sagen, dass er sich nicht mehr hier (falls wir mal wieder Bundesliga spielen) im Neckarstadion blicken lassen soll. Auch wenn das vielleicht too much ist, aber ein deutliches Signal in der Kommunikation, in der Außendarstellung. Der VfB sollte und muss sich nicht alles gefallen lassen. Hier wird immer gleich gekuscht statt Stärke zu zeigen.

Auch gegenüber der DFL bei noch so merkwürdigen Ansetzungen von Partien. Andere Vereine, Trainer monieren da gerne mal was – beim VfB wird alles klaglos hingenommen. Bitter.

VfB

Keine Illusion

Ich gebe mich schon lange keiner Illusion mehr hin. Ein absoluter Großteil der Fans will alle zwei Wochen im Stadion unterhalten werden, dazu gehört natürlich ein bisschen Fußball, die tolle Stimmung genießen und dazu winkt Fritzle ins Publikum, es gibt was zu Essen und zu Trinken. Ein Samstag Nachmittags Programm für die ganze Familie oder mit ein paar Freunden. Sieht man auch daran, wie gut gelaunt einige direkt nach einer Niederlage aus dem Stadion gehen können, so als ob nichts war und der VfB (wie in dieser Saison) nicht noch einen weiteren Schritt Richtung Abstieg taumelte. Die gute Stimmung im Stadion ist im Ticketpreis inkludiert und wenn da mal in der Kurve Ruhe ist, wie bei einem Protest über eine Halbzeit die Saison, dann hört man da schon öfters ein “das dürfen die aber nicht” oder ein “die müssen aber Stimmung machen”. Kurzer Hinweis an dieser Stelle: nein müssen sie nicht. Sie müssen auch keine Choreo machen, die man dann wieder schön in die Profil- oder Kopfbilder auf Instagram oder Facebook pappen kann. Und “Dietrich raus!” dürfen sie natürlich auch nicht rufen, wo kommen wir da hin, wenn jemand eine eigene Meinung hat und die auch noch publik macht.

“Wir”, dazu zähle ich eben alle Fans, die Wolfgang Dietrich kritisch hinterfragen, denen eine Niederlage noch das ganze Wochenende verhageln kann, denen es ist nicht egal ist wie (einmalige Ausgliederungs-)Millionen verbrannt werden, “wir” sind ein kleiner Teil. Auch heute würde eine Ausgliederung mit der richtigen Kampagne, ein paar schicken Reden, Videos und populistisch ausgerufenen Zielen, durchgewunken werden. Vielleicht nicht mehr mit gut 85%, vielleicht nur noch mit 75%, aber es würde reichen. Einem Großteil der Fans ist es nämlich einfach egal, ob dem VfB ein Wolfgang Dietrich oder ein anderer Präsident voransteht. Ob Dietrich mit Quattrex verbandelt ist und wie – auch das erscheint unwichtig, vielleicht ist es auch einfach zu schwer zu verstehen, es ist zu komplex. Man möchte doch nur den VfB gewinnen sehen, ein schickes neues Trikot kaufen und ein Bier und ne Wurst essen. Und ja, das ist jetzt sehr vereinfacht gesprochen, aber trifft den Kern vielleicht doch ganz gut. Und nochmals ja, es trifft mit Sicherheit nicht auf alle Fans zu. Aber so lässt sich erklären, warum großspurige Reden mit Erfolg und der VfB gehöre wieder nach vorne usw. einfach immer noch und immer wieder funktionieren werden. Die Sehnsucht nach dem Erfolg und der Strahlkraft des “alten” VfB Stuttgart, damals vor vielen Jahrzehnten.

Und diese zwei Seiten werden nie zusammenfinden – einen großen Anteil daran hat Wolfgang Dietrich. Da er den Verein wie kein anderer gespalten hat. Im Frühjahr, als die Themen Quattrex Dank Benjamin Hofmann (kicker) wieder aufkochten, wurde man auf das Ende der Saison vertröstet. Dort wäre dann natürlich genug Zeit sich den Fragen und offenen Punkten in einem Dialog zu stellen. Bald vier Wochen nach dem Abstieg gegen Union Berlin – die Vorbereitung zur neuen Saison hat bereits wieder begonnen – Schweigen im Walde. Kein Anzeichen, dass Dietrich das irgendwie ernst meinte. Zusammenhalt war das wichtige Thema, aber natürlich nur, wenn es ihm in den Kram passt. Und es gibt so viel Bedarf für eine Dialog vor der Mitgliederversammlung. Der Fragenkatalog des Fanausschuss: unbeantwortet. Die ganzen Fragen der Fans: unbeantwortet. Das ist kein Dialog, da ist auch weiterhin kein Wille da auf die „krakeelenden Fans“ zuzugehen.

Am 14. Juli ist Mitgliederversammlung, viele eingereichte Anträge zur Abberufung von Dietrich. Jetzt kommen natürlich die Dietrich-Freunde angerannt. “Der Verein steht so gut da wie noch nie”, “er hat ja so viel bewegt”. Um da nur mal ein paar exemplarische Meinungen, die einem auf Twitter entgegenkommen zu zitieren. “Macht es doch besser” oder “schlagt doch Alternativen vor, wenn ihr es besser wisst” sind dann die Höhepunkte in der Argumentationsreihe der Dietrich-Crew. Gegenfragen, was Dietrich besser gemacht hat, was sich verbessert hat, wo die berühmten Rahmenbedingungen so viel besser geworden sind: Todesstille. Der Antrag wird vielleicht auf die Tagesordnung kommen, von Erfolg wird dieser nicht gekrönt sein. Weitere populistische Reden (von Dietrich und seiner Daimler-Support-Crew), irgendwas mit Schutt und Asche, irgendwas mit der DFL und Konsequenzen und das Anliegen wird abgeschmettert. Ein Denkzettel für ihn, maximal.

Und das ist erstaunlich, zeigt aber, dass die Sicht des schwierigen UmfeldesTM eine andere ist, wie die der breiten Masse. Natürlich hat Dietrich den Abstieg zu verantworten. Es war seine “einstimmige” Personalentscheidung, die Reschke gegen Schindelmeiser getauscht hat. Die Entscheidungen von Reschke, die Millionen verbrannt haben, sind also durch Dietrich eingeleitet worden. Das Blenden lassen des 7. Platzes in der Vorsaison. Der aufgeblähte millionenteure Kader, der jetzt mühevoll wieder entschlackt werden muss. Die Entscheidung Weinzierl länger zu halten, da man nicht als Trainerfresser (haha) VfB dastehen wollte – ein wichtiger Mosaikstein für den Abstieg. Seine katastrophale Außendarstellung (“steht quer im Stall” um nur ein Beispiel zu nennen) die die AG schlicht und einfach Geld kostet. Dies wirklich nur ein kurzer Auszug der Fehler von Wolfgang Dietrich.

Warum interessiert es die breite Masse nicht? Und hier schließt sich der Kreis, weil es über das Level “Unterhaltung am Samstag Nachmittag” hinausgeht. Damit will man nichts zu tun haben oder sich Gedanken darüber machen. Und da gebe ich mich eben keiner Illusion hin: dieser Teil wird immer größer werden. Aber ich bin froh und glücklich über meine kleine Blase – das kleine gallische Dorf des VfB Stuttgart.

twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 046: Sportlicher Neuanfang, aber richtig

Es gibt viel zu tun für die Herren Hitzlsperger und Mislintat. Unangenehme Gespräche mussten sie führen, laut Hitzelsperger. Dazu gehört auch, dass der ewige Kapitän – vermutlich kennen jüngere Fans gar keinen anderen – den VfB Stuttgart verlässt. Eine gute und nachvollziehbare Entscheidung. Es geht hier nicht um den Mensch Gentner, es geht um den Spieler Gentner. Dieser läuft seit langer Zeit dem sportlichen Geschehen hinterher und ist eines Kapitäns schon lange nicht mehr würdig. Sein Versuch die Ansammlung einzelner Spieler beim Bowling-Abend, mit einer Rede zur Lage der Nation, zu einer Mannschaft zusammenzubringen scheiterten grandios. Die Rede wurde vorzeitig abgebrochen, da keiner den Worten lauschen wollte. Enteiert von den Kollegen – by the way kein Ruhmesblatt für die Mitspieler.

Auch wenn er, wie viele jetzt einwerfen wollen, ein echter Roter ist und das heute nichts mehr wert sei. Nur echter Roter alleine ist halt keine Berechtigung auf dem Platz zu stehen, es sollte dazu einen sportlichen Mehrwert geben.

Nach Gentner wird wohl auch der Vertrag mit Aogo nicht verlängert. Die nächste sinnvolle Entscheidung. Der nächste Schritt die Mannschaft zu entreschken. Und da liegt noch ein langer Weg vor dem sportlich verantwortlichen Duo, bis der Kader soweit bereinigt ist, dass wieder eine Mannschaft auf dem Platz daraus wird. Weniger klangvolle Namen, aber dafür eine Mannschaft, die Bock auf Fußball hat. Für den nächsten sportlichen Neuanfang – leider in der zweiten Liga. Mit dem kompletten Neuanfang ohne Dietrich und Co wird es wohl dieses Jahr leider nichts.