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twofourtwo x 242 / 019: Starke regionale Lügen

Es gibt Menschen, die kann ich nicht leiden, wenn diese Menschen dann offensichtlich und ohne jede Hemmung lügen, dann ist alles zu spät. Ich darf vorstellen, ihr ahnt es vielleicht bereits: Wolfgang Dietrich. In der gestrigen VfB-Foyer-Veranstaltung der Stuttgarter Nachrichten, zu der man neben Dietrich, auch noch – warum auch immer – Uli Hoeneß eingeladen hatte. Würde in München irgendeine Zeitung auf die Idee kommen, den Präsidenten des VfB Stuttgart zu einer Diskussion rund um „125 Jahre Bayern“ einzuladen. Sicher nicht, aber es passt zur Demut der Stuttgarter Medien und des VfB hier den Blick Richtung Osten auf der A8 zu richten.

Darum soll es aber gar nicht gehen. Ich zitiere Wolfgang Dietrich:

Habe nie gesagt, dass ein zweiter Investor aus der Region kommen muss. Das war nie die Prämisse und war nie in einer Form, in unserer Kampagne ein Thema.

Ich zitiere aus dem Video zur Ausgliederung

So holen wir begeisterte Partner in unser Team, die in unseren Sport investieren. Starke regional verwurzelte Unternehmen sind unser Heimvorteil, diesen wollen wir nutzen.

Dazu ein Screenshot aus dem Video:

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Natürlich, wie könnte da jemand auf die Idee kommen, dass ein zweiter Investor aus der Region kommen sollte, bei dem Text und vor allem der Grafik. Das müssen wir alle total falsch interpretiert haben. Vielleicht war auch das Geld aus eine Grafik der Welt zu zeichnen. Zugegeben, diese Chuzpe muss man erst einmal haben, sich da jetzt so hinzustellen. Es bleibt aber einfach nur eines: Eine Lüge!

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twofourtwo x 242 / 018: Beim ersten Mal tat es noch weh…

…beim zweiten Mal nicht mehr so sehr. Machen wir uns nichts vor, wir bewegen uns mit großen Schritten auf den zweiten Abstieg innerhalb von drei Jahren zu. Aktuell rettet uns wohl nur ein Wunder. Und ja, wir stehen absolut berechtigt auf dem letzten Platz. So mutlos und kraftlos wie wir tritt fast kein anderer Bundesligist auf. Selbst Düsseldorf erkämpft sich ein Unentschieden in München. Ein Spiel das unsere Führung und Spieler schon vorab verloren geben.

Beim letzten Abstieg wurde oft gesagt, dass ein Abstieg die Chance auf einen Neustart sein kann, dass der VfB sich neu aufstellen kann. Die Chance wurde genutzt und bis zur Entlassung von Schindelmeiser auch halbwegs sinnvoll genutzt. Die Vorzeichen bei einem erneuten Abstieg wären leider ganz andere. Der Verein ist eine AG, das einmalige Geld von Daimler ist verbrannt, der Kader macht jedem Rentnerparadies in Florida Konkurrenz inklusive langfristiger Verträge zur Altersvorsorge. Während wir vor drei Jahren nur sportlich am Ende waren, werden wir es diesmal auch finanziell sein. Dazu kommt ein immer noch durch die Ausgliederung gespaltener Verein, vor allem unter den Fans. Ob diese nochmal so leidenschaftlich und in so großer Anzahl ins Stadion kommen, auch das darf bezweifelt werden.

Ein erneuter Wiederaufstieg erscheint heute so weit entfernt, wie der VfB von halbwegs vernünftigem Fußball. Reschke und Dietrich werden versuchen das mit aller Macht zu verhindern. Die Gerüchte lassen nichts Gutes ahnen. Wenn die Zwei bei einem Abstieg sicher weg sind – es wäre ein Anfang.

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twofourtwo x 242 / 017: Verein für (Wahrheits)Beugungen

Unser Sportdirektor Reschke nennt das ja gerne mal Wahrheitsbeugung. Im Wörterbuch Reschke – Deutsch findet man das einfach unter „Lüge“. Aber um ihn soll es nicht gehen, sondern um meinen großen Freund Wolfgang Dietrich und seine Haus- und Hofpresse aus Möhringen.

Letzte Woche kamen wieder Berichte auf, dass der neue Investor des VfB vermutlich nicht im Großraum Stuttgart, nicht mal in Württemberg oder in Deutschland zu finden ist. Hauptsache er passt zum VfB ist mittlerweile das Credo. Alle halbwegs sinnvoll denkenden Unternehmen wie Kärcher, Würth & Co. sehen vermutlich einfach zu wenig Plan, Konzept in Bad Cannstatt, um hier 40 oder 50 Mio zu versenken und müssen sich auch nicht andere Automobilkonzerne vom Hals halten. Verständlich. Nichts neues. Dass es aber der StN/StZ nicht zu blöd ist, hier zu schreiben, dass das „regionale“ ja noch aus Zeiten von Wahler kommt, ist schon ein starker VfB-PR-Journalismus. Um am Tag darauf noch ein „naja, nur weil es in dem Erklärvideo heißt regionale Partner, heißt es im Umkehrschluss ja nicht, dass die nicht wo anders herkommen können“ hinterher zu schieben, könnte direkt aus der Feder von Dietrich stammen. Die unabhängige Presse möchte wohl auf keinen Fall den einzigen relevanten Inhalt ihres Qualitätsblattes verlieren und schreibt schön nach Gutdünken des Präsidenten.

By the way: Ein Investor muss natürlich nicht aus der Region kommen. Nur, wenn man das für den Stimmenfang in der Ausgliederungskampagne so betont, dann bekommt man das jetzt eben unter die Nase gerieben und wird der Wahrheitsbeugung beschuldigt.

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twofourtwo x 242 / 015: Warum die Ausgliederung nachwirkt

Verfügbares Geld und der VfB – eine verhängnisvolle Geschichte. Die Ausgliederung ist ein perfektes Beispiel dafür. Zuvor wurden Transfers für junge Spieler bis 5-6 Mio getätigt. Geld wurde behutsam ausgegeben, einige Transfers standen nie zur Debatte, weil sie zu teuer gewesen wären. Nach der Ausgliederung war nun (Spiel)geld da und das wurde großzügig in Spieler investiert, die sich der VfB ohne Ausgliederung sicher nicht leisten könnte. Beck, Badstuber, Aogo, Gomez, Didavi, Castro. Teilweise mit Ablöse, teilweise ohne – alle eint das großzügige Gehalt. Und eine Abkehr vom eingeschlagenen Weg. Dieser Weg hatte sich für die meisten Fans in der zweiten Liga sehr gut angefühlt. Man fühlte sich mit der Mannschaft mehr verbunden wie in den Jahren zuvor. Auf dem Platz hat die Mannschaft eigentlich auch ganz gut funktioniert. Und dann wurde dieses Konzept dank Ausgliederung und dem Wechsel zu Reschke wieder mal geändert. Mittelfristig wurde mal wieder mit kurzfristig getauscht – man hatte schließlich „Ja zum Erfolg“ gesagt.

Spielglück und eine fitte Mannschaft hat in der Rückrunde einen Hauch von kurzfristigem Erfolg gebracht, spielerische Mängel aber gekonnt überspielt. Jetzt sind die Erfahrenen leider ein Gesicht der Misere. Zu langsam auf dem Platz und im Kopf. Ja, die Jungen stehen auch neben sich. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass man mit dem Vor-Ausgliederungs-Konzept besser dastehen würde – auch finanziell.

Deswegen glaube ich, dass die Ausgliederung auch mitverantwortlich an der aktuellen sportlichen Misere ist, weil man für den vermeintlichen Erfolg, das vorhandene Konzept über den Haufen geworfen hat.

VfB

Was dem VfB fehlt – oder was mir beim VfB fehlt

Manches passt nicht in 242 Wörter und muss ausführlicher beschrieben werden. Jetzt, da der VfB Stuttgart mal wieder in der alljährlichen Herbstdepression steckt, wird mir manches wieder bewusster, sehr viel bewusster.

Vergangenheit ist Vergangenheit, das ist mir natürlich bekannt. Und viele von euch können das Thema Schindelmeiser und Wolf nicht mehr hören. Es geht mir auch nicht darum die beiden auf einen Thron zu heben – das wäre nicht berechtigt. Ich kann natürlich nicht wissen, wie es unter den beiden gelaufen wäre und wie der VfB Stuttgart heute mit den beiden dastehen würde. Besser, schlechter – wir wissen es nicht und wir werden es nie erfahren. Aber die haben doch auch… – ja die beiden waren nicht fehlerfrei, Schindelmeiser hatte Transfers die nicht gezündet haben, Spieler die schnell wieder verkauft wurden oder sich eben gar nicht entwickelt haben. Wobei dies auch einfach ein Teil seiner Strategie war – aber geschenkt. Wolf hat Fehler in Aufstellung und Einschätzung von Spielern bzw. der Gruppendynamik gemacht. Auch alles richtig.

Aber. Jetzt kommt das große Aber. Ich konnte bei den beiden und damit beim VfB eine Idee, ein Konzept, eine Philosophie erkennen. Schindelmeiser wollte den VfB mit jungen Spielern voranbringen. Wenn es gut läuft, werden diese mit Gewinn weiterverkauft. Dazu ein paar ältere erfahrene Spieler, wie z.B. Zieler. Das sah alles nicht ganz schlecht aus. Die Transfers wurden mit Wolf abgestimmt und die beiden haben sich die Bälle zugespielt und gemeinsam versucht den VfB voranzubringen. Man hatte das Gefühl, dass der Abstieg als Chance genutzt wurde – der lang erhoffte Neuaufbau, die Neuausrichtung. Und ja, ich hatte das Gefühl, das „schwierige Umfeld“ trägt das alles mit. Man konnte sich mit der Mannschaft und der Ausrichtung generell in der 2. Liga anfreunden. Positive Stimmung, ein Hauch von Euphorie.

Und für was steht der VfB Stuttgart heute? Ich bin mir sicher, keiner beim VfB Stuttgart kann uns dazu eine wirkliche gute Antwort geben. Sie wissen es nicht. Der Ansatz der da war, wurde wieder einmal über den Haufen geworfen. Mit der Entlassung von Schindelmeiser war vielen klar, dass Wolf nicht mehr viel Kredit und Rückhalt haben würde. Reschke – wir erinnern uns gerne an die Reschkerampe und die ahnungslose Vollidioten Zeiten – setzte einerseits auf ältere Spieler und Dank Daimlermillionen auf teurere Talente zur neuen Saison. Dazu Didavi und Castro – Transfers, die man nicht so wirklich verstehen konnte – heute noch weniger als in der Sommerpause. Tayfun Korkut schien in die Kaderplanung nicht wirklich einbezogen zu sein – warum auch? Für was diese Mannschaft, dieser VfB stehen soll – ehrlich, ich werde nicht schlau draus und viele anderen auch nicht. Die positive Stimmung von einst, der Versuch des Neustarts – alles dahin. Wir befinden uns genau in der Situation, in der Dauerschleife vor dem Abstieg. Trainer kommen und gehen, Spieler kommen eher gefühlt auf persönlichen Befindlichkeiten oder Befindlichkeiten von Beratern. Paradebeispiel hier: Daniel Didavi. Unter Schindelmeiser undenkbar, dass er zurückkommt, weil er ablösefrei ging und nun den VfB Ablöse kostet, unter Reschke kein Problem. Da war der Herzenswunsch von Wolfgang Dietrich endlich erfüllt. Und damit haben wir ein großes Problem. Dietrich stellt sich eben nicht in den Dienst des VfB Stuttgart, er stellt sich über den VfB. Sein Ego duldete keine starken Mann, mit starker eigenen Meinung neben sich. Resultat aktuell bekannt: Chance auf den Neustart vertan und verschenkt.

Und die ach so kritischen Fans, das ach so schwierige Umfeld war doch gar nicht so unzufrieden mit der Entwicklung in der zweiten Liga. Dass auch durch Erklärbärvideos zur Ausgliederung und den einhergehenden Daimlermillionen von Seiten des Vereins die Erwartungen hochgeschraubt wurden, das übersehen die Experten und Journalisten deutschlandweit gerne einmal. Und nun, Schulterzucken, Fragezeichen, wie geht es mit unserem VfB weiter.

Wo geht es hin, welche Ausrichtung hat der VfB? Für was zur Hölle steht der VfB Stuttgart eigentlich? Sollte dies einer an der Mercedesstraße lesen – ich freue mich über eine Antwort für was unser VfB steht. Wir stehen vor den gleichen Fragen wie vor über zwei Jahren. Der VfB scheint nichts gelernt zu haben aus dem Abstieg 2015/2016. Und das stimmt mich ziemlich traurig und macht mir Angst in Bezug auf die aktuelle Saison.

VfB

Führungsloser VfB Stuttgart

Erst einmal nochmals vorneweg: Alles Gute und viel Erfolg beim VfB Stuttgart, Tayfun Korkut. Dazu das notwendige Quäntchen Glück und was sonst noch zu einem erfolgreichen Trainerjob dazugehört. Das alles wünsche ich wirklich ohne jegliche Ironie.

Vermutlich liest Korkut besser nicht nach, was in den sozialen Medien über ihn geschrieben worden ist. Und ja, sein Lebenslauf macht es einem auch sehr schwer positive Ansätze in seiner Verpflichtung zu sehen. Hannover 96, 1. FC Kaiserslautern und Bayer Leverkusen – ruhmreich oder erfolgreich war keine seiner Stationen. Wir hatten schon einmal einen Trainer (gut vermutlich noch ein paar mehr), der nicht direkt mit offenen Armen aufgenommen worden ist, Armin Veh. Der Vergleich hinkt vielleicht ein bisschen – aber vielleicht passiert ja was mit dem wir alle nicht rechnen und der VfB rettet sich noch irgendwie. Strohhalm und so.

Kommen wir zu meinen speziellen Freunden Wolfgang Dietrich und Michael Reschke. Die „sogenannten“ Führungskräfte beim VfB. Ihr seid es nicht, in jedem sinnvoll geführten Wirtschaftsunternehmen würde man euch vor die Türe setzen. Führung, was stelle ich mir da vor. Nehmen wir als Beispiel einen ganz wichtigen jungen und dynamischen Angestellten einer Firma. Dieser kommt zu seinem Vorgesetzten, weil er aktuell eine Phase hat in der erst nicht mehr gut läuft. Das Team zieht nicht mehr mit, die Ergebnisse waren auch schon besser. Die Führungskraft weiß aber, dass es dieser Angestellte fachlich total drauf hat (menschlich soweit man es feststellen konnte auch). Der Außenwelt wurde inklusive dem Chef von der Firma auch mitgeteilt, dass man mit dem wichtigen Angestellten lange und gut zusammenarbeiten möchte. Dieser Angestellte kommt nun eben zur Führungskraft, etwas ausgepowert, etwas entmutigt – was tue man? Logisch, man nimmt dieses Gespräch natürlich direkt zum Anlass, den Angestellten vor die Türe zu setzen – natürlich noch einstimmig vom Vorstand beschlossen. Genau das Herr Reschke und Herr Dietrich ist Führung nicht. Die wahre Führungskraft sucht das Gespräch mit ihm, sucht Möglichkeiten wie der Angestellte unterstützt werden kann, sucht das Gespräch mit den Mitarbeitern des Angestellten, hört sich Vorschläge an, ob es im Team des Angestellten vielleicht Veränderungen geben müsste.

Und was machen natürlich unsere Leuchten aus Bad Cannstatt? Klar, die Option, endlich Hannes Wolf vom Hof zu jagen – auf den Moment, so hat man das Gefühl, wurde nur gewartet. Das erste Grummeln im Stadion, die ersten negativen Stimmen, das Gespräch mit dem Wolf – die Einladung für den Rauswurf. Anstatt Wolf den Rücken zu stärken, rauszufinden, zu wem der Draht im Team nicht mehr da ist, was man da dagegen tun kann – durch so eine Krise (die erste wohlgemerkt) gemeinsam gehen.

Und nun? Die komplette Euphorie, die gute Stimmung ist – gelinde gesagt – im Arsch, Kader, Trainerteam sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Vielleicht retten wir uns irgendwie, vielleicht auch nicht – es bleibt so oder so ein Scherbenhaufen – eine Entfremdung von Fans und Verein. Noch einmal zweite Liga werden die Fans und das Umfeld mit dem VfB so nicht mitgehen und dafür trägt Wolfgang Dietrich den größten Anteil, gefolgt von Michael Reschke.

Für mich bedeutet das: kein Stadionbesuch mehr so lange diese  Zwei den Verein führen. Wer ernsthaftes Interesse an einer Dauerkarte im Block 41A hat, möge sich bei mir melden – eine Spende für eine soziale oder sonstige sinnvolle Einrichtung wären eine schöne Sache und würden damit noch was Gutes tun.

Bis dahin bleibe ich fassungslos zurück, wie der VfB Stuttgart innerhalb so kurzer Zeit mit Vollgas an die Wand gefahren wurde.

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Es ist kompliziert – Szenen einer Ehe

Meine Beziehung zum VfB gerade als einfach zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. Es ist kompliziert und es wird immer komplizierter. Das genaue Ende kann ich noch nicht absehen.  Wir sprechen aber gerade nicht vom sportlichen, sondern von dem was und vor allem wie es im Verein passiert. Wohin die Reise geht, das weiß ich selber noch nicht. Also für mich. Ob ich wie ein geschätzter Twitteruser dem VfB und dem Profifußball den Rücken kehre. Diese ganze Entwicklung trägt einen Namen: Wolfgang Dietrich.

Alle #aoMV-Ja-Stimmer-und-Hurra-Rufer mögen hier abbrechen mit lesen. Ich brauch auch kein „Mimimi, heul nicht rum, 85% (oder wie viele es waren) – akzeptiert es doch endlich“.

Es sind so viele kleine Dinge, die sich zu einem großen Berg aufbauen. Da werden natürlich tolle Zahlen genannt. Jeden Monat 1.000 neue Mitglieder. Wobei ich mich ja immer frage, wieso man noch Mitglied sein sollte, aber der VfB hat mir ja die Antwort geliefert. Vorverkaufsrecht für das Topspiel gegen die Bayern. Die Mitgliedschaft ist eigentlich sowas wie Amazon Prime, man bezahlt seine 47 Euro und kann dann vor den anderen normalen Fans sein Ticket kaufen oder versuchen zu kaufen. Bei den angepeilten 100.000 Mitgliedern wird das dann zwar auch irgendwann eine reine Lotterie, aber egal. Es scheint zu ziehen – Glückwunsch zu den 57.000 Mitgliedern. Ich gehöre ab Ende des Jahres nicht mehr dazu. Für mich war Mitglied sein mal etwas anderes.

Was geht mich mein saudumms Gschwätz von gestern an, sagt man bei uns Schwaben. Gilt für Dietrich, gilt für den VfB. Die im Erklärbärvideo angekündigten regionalen Partner müssen neuerdings gar nicht mehr so regional sein. Ach und wieso auch überhaupt Partner, könnten doch auch irgendwelche Fonds oder Investoren oder was auch immer sein – Hauptsache irgendeiner kauft mal die Anteile. Ja klar, er muss zum VfB passen, irgendwas mit Zielen sollte auch passen. Wie das bei einem Fond funktionieren soll, ich bin gespannt. Es sind diese Wortbrüche oder „Fehler in der Kommunikation“, die in letzer Zeit gerne mal auftreten. Vertrauen – ach wieso, jetzt nachdem wir die AG haben,  kann man ja am Wasen fast machen was man will. Statt 3 Jahren Vertrag für Reschke sind es 4 Jahre. Das ist kein Untergang, aber ein weiteres kleines Puzzleteil, das sich so prima zusammenfügt zu dem wie sich der VfB gegenüber seinen Fans und Mitgliedern verhält. Mit der Wahrheit oder einer Kommunikation auf Augenhöhe hat man es einfach nicht mehr so.

Wieso auch Kommunikation selbst machen, dafür hat man doch so dankbare Vasallen wie von der Stuttgarter Presse oder sogar vom SWR. Die haben alles das Prädikat „unabhängig“ schon lange abgelegt und schreiben fleißig für den Sonnenkönig von der Mercedesstraße einen schicken Artikel nach dem nächsten. Was für tolle Arbeit der Präsident doch in seinem ersten Jahr vollbracht hat. Einen schönen Artikel dazu findet ihr bei Chris Prech. Für mich war Journalismus mal irgendwas, wo man auch mal nachhakt, mal recherchiert, aber Wolle scheint den Laden, allen voran sein Kumpel Barner gut im Griff zu haben, dass da ein Gefälligkeitsartikel nach dem nächsten kommt. Kritische Stimmen oder Artikel findet man nur auf diversen Blogs. Leider.

Und wenn man mal kommuniziert oder was durchdringt, wie die Auflösung der Zweiten, dann wird schnell hinterher geschoben, dass man das noch nicht entschieden hat. Der neue Plan für den Unterbau wird im Januar 2018 bekanntgegeben. Natürlich nach der Mitgliederversammlung. Blöd wären sie ja, wenn sie das davor oder sogar dort präsentieren würden. Könnte ja für Diskussionen sorgen, das möchte doch keiner. Generell, über die Zweite sollte man diskutieren. Keine Frage. So wie diese in den letzten Jahren aufgestellt war, so macht es mit Sicherheit keinen Sinn mehr. Und ja, ich bin der Überzeugung, dass ein guter Kicker nicht den Umweg braucht, der ist mit 18 oder 19 entweder soweit, dass er in der Bundesliga kickt oder eben nicht. Ausnahmen gibt es immer, aber für die musst du keine Zweite haben. Was halt wieder nicht passt, da sind wir wieder bei der Kommunikation, dass man ja eigentlich das Ding „jung und wild“ wieder aufpolieren möchte und im Umkehrschluss dann die Zweite überlegt zu streichen. Schöner Nebeneffekt, wenn die Bundesligisten auf die Zweiten verzichten – ein ganz großer Gewinn für die Mannschaften in der 3. Liga oder in den Regionalligen. Das nur am Rande.

Findet ihr alles nicht so schlimm was ich geschrieben habe? Ist doch alles super? Euer gutes Recht und vollkommen in Ordnung. Für mich entfernt sich „mein“ Verein immer mehr von mir oder ich von ihm. Vielleicht brauchen wir zwei mal ne Pause voneinander. Vielleicht leben wir aber auch bald getrennt. Ihr werdet es erfahren.

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Unwürdig

(vorab, dieser Blogbeitrag kann noch emotionale Spuren von gestern enthalten)

Die aoMV ist vorbei, die Fußballabteilung des VfB Stuttgart 1893 e.V. wird ausgegliedert. Es kam wie es dann doch mittlerweile zu erwarten war. Der VfB hat das was er wollte, es wurde abgestimmt, die Mehrheit hat entschieden.

Und trotzdem, es war ein unwürdiger Abend, ein unwürdiger Rahmen für eine so wichtige außerordentliche Mitgliederversammlung. Und dazu hat der VfB sehr viel beigetragen in den letzten Wochen. Die durch die Kampagne getragene Stimmung, dass alle die „dagegen“ sind, sich gegen den Erfolg stellen, diese Kampagne ist vollumfänglich aufgegangen.

Es war schön, dass so viele Personen da waren, auch wenn gute 3.000 Leute sich wohl nur direkt das Trikot, Essen und Trinken geholt haben. Von über 12.000 abstimmungsberechtigten Mitgliedern waren für DIE Abstimmung noch knapp über 9.000 da bzw. haben abgestimmt.

Im Vorfeld hatte der VfB ja großspurig angekündigt, dass das ja nicht so lange dauern würde. Da stellt man sich als Teilnehmer einer so wichtigen Veranstaltung natürlich auch drauf ein, das ist auch in Ordnung.

Begonnen hat das ganze mit einer an Peinlichkeit nicht zu überbietenden Feiershow der Mannschaft. Warum peinlich? Wir sollten eine der wichtigsten Entscheidungen in der Vereinsgeschichte abstimmen. Und dann fährt Laser ein Einpeitschprogramm mit VfB Fangesängen, mit Feieren von Trainer, Mannschaft und Schindelmeiser auf. Nur noch einmal zur Information, es war keine zweite Meisterfeier, es war eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Peinlich, unwürdig. Andere Worte fallen mir dafür nicht mehr ein.

Unregelmäßigkeiten in der Untertürkheimer Kurve bei den Abstimmungsgeräten – und ja lieber VfB, die gab es, bei etlichen Leuten hat nie das grüne Licht bei der ersten Abstimmung geleuchtet – wurden mit „das passt alles“ von der Bühne abgebügelt. Ein starkes Stück, wenn Leute in der Kurve waren, die genau das Gegenteil erlebt haben. Ein Service-Mitarbeiter meinte „da muss kein grünes Licht leuchten“, einer meinte „da muss unbedingt ein grünes Licht leuchten“. Ja, so schafft man Vertrauen in die Technik.

Über die Inhalte „oberes Tabellendrittel“ usw. in der Rede von Dietrich, auf die möchte ich gar nicht mehr eingehen. Es war das, was man natürlich gerne hört und was gut ankommt. Wer Erfolg nur lange genug propagiert, dem glauben das viele dann auch irgendwann.

Die Stimmung war dann auch schon so aufgeheizt, dass der erste Redner in der Aussprache, der sich erdreistete gegen die Ausgliederung zu sein, gnadenlos ausgepfiffen wurde. Zum Glück griff hier der VfB ein und ermöglichte allen Rednern ihre Redezeit zu erfüllen. Just in dem Moment, als Herr Dietrich dann schon ganz langsam etwas unruhig wurde kam zufällig ein Antrag über die Beendigung der Redebeiträge. Boris Bücheler, der als nächster Redner dran war, hat via Twitter geschrieben, dass die Haupttribüne vor Freude wie bei einem Tor aufgesprungen ist. Also, wie schon auf der letzten MV ein Abbruch der Redebeiträge. Klar, es wurde ja schon langsam spät, das Trikot war geholt, das kostenlose Bier getrunken und die kostenlose Rote gegessen – da muss man auch langsam mal heim. Wie schon bei der letzten MV fehlt mir das völlige Verständnis, warum man zu einer MV kommt um dann diese Beiträge abzuwürgen. Mein Verständnis von so einer Veranstaltung ist es einfach nicht. Auch nicht mein Verständnis von Demokratie, auch wenn es die Satzung zulässt, das eben so zu beendigen. Bleibt einfach zu Hause, wenn ihr kein Bock drauf habt, das auch mal über ein paar Stunden zu ertragen.

Natürlich ging der VfB nicht wirklich auf Fragen, z.B. von Magnus Missel ein, dieser wurde von Dietrich eigentlich nur schlecht geredet. Kein Bezug auf Inhalt, kein Bezug auf die Fragen. Ja, so geht man mit Kritik um, wenn man halt ein dünnes Fell hat, wie der Präsident des VfB Stuttgart.

Der VfB hat nun, das was er wollte und dazu eine verdammt hohe Verpflichtung und Verantwortung. Macht was draus.

Aber seid euch sicher, ich schau euch weiterhin auf die Finger – ganz ganz genau.

 

VfB

Ade Aufstieg 2016/2017

Harter Titel? Ich weiß. Ich sehe wieder alles schwarz und bin total negativ. Und was stelle ich mich auch an, wir sind doch Zweiter und haben immer noch einen Punkt Vorsprung auf Hannover 96 und nur einen Punkt Abstand auf Eintracht Braunschweig. Ist doch alles klasse und wir haben alles in der eigenen Hand. Wer so denkt, möge bitte nicht weiterlesen, einfach hier aufhören. Jetzt sofort. Ihr habt letzte Saison das auch alles nicht so schlimm gesehen, wird schon noch alles klappen und gut gehen.

Für alle anderen: ich lehne mich sehr weit aus dem Fenster und sag, das war es es mit dem Aufstieg 2016/2017, dieser wurde gestern mit der 1:2 Niederlage gegen Hannover verspielt bzw. die Weichen wurden dafür gestellt, dass es am Ende nicht reichen wird. Platz 4 oder Platz 5 werden es am Ende. Es ist nicht nur deswegen, weil es wieder Hannover war wie in der letzten Saison, auch ein 1:2. Auch kamen wir hier aus einer guten Phase und das Spiel ging verloren. Die Geschichte danach ist bekannt. Abstieg. So weit kommt es nicht und wir werden noch Spiele gewinnen, aber es wird am Ende nicht reichen. Weil Wolf es leider noch nicht in der Saison schaffen wird den alten VfB aus dem neuen VfB zu bekommen. Weil der alte VfB noch weiterhin wie ein dunkler Schatten über dem neuen VfB hängt und wir ihn einfach nicht so schnell losbekommen. Klar, wir stehen unter Anbetracht der Tatsache, dass der Start in die Saison mehr als holprig war aktuell gut da. Wir haben auch viele Punkte geholt, manche etwas glücklich und oft spielerisch nicht richtig gut. Und nein, ich weiß, dass man es nicht erwarten kann jedes Spiel richtig gut zu spielen und drei Punkte zu holen. Erwarte ich auch nicht. Und auch Fehler dürfen und werden passieren. Auch eingeplant.

Es sind Begleitumstände, die mich am großen Ziel zweifeln lassen. Ein Kapitän, ja genau mein Freund LeGente, der irgendwas von zweiter Platz ist eigentlich gar nicht so schlecht faselt. Es ist ein Präsident Dietrich, mein noch größerer Freund, der irgendwas von ein Jahr zweite Liga würden wir noch überstehen zum Besten gibt. Warum tut ihr das? Warum nehmt ihr schon wieder das Tempo raus. Frei nach Dutt „den Druck haben die anderen“. Ich verstehe es einfach nicht.

Was ist eigentlich der dunkle VfB Schatten? Wie zu oft, in der jüngeren Historie, verspielt man eine gute Chance, eine gute Ausgangsposition. Ein Sieg, ja mindestens ein Unentschieden und Hannover wäre auf Distanz gehalten. Was zeigt die Mannschaft auf dem Platz? Nicht annähernd das, was man erwarten könnte. Man hatte nicht das Gefühl, ja wir wollen verdammt nochmal Platz 1 verteidigen, wir wollen verdammt nochmal Hannover auf Abstand halten. Was braucht diese Mannschaft eigentlich, um mal über einen längeren Zeitraum eine vernünftige Leistung zu bringen. Es wurde ja selbstkritisch angesprochen, von der Mannschaft und Wolf, dass noch einiges anders gelöst werden muss. Ein gewissen Ehrgeiz und Anspruch, den hast du oder den hast du nicht.

Die Punkteausbeute gegen die Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte? Lächerlich. Gerade einmal ein Sieg gegen Braunschweig und ein Punkt gegen Union Berlin. Sonst nur Niederlagen, Niederlagen, Niederlagen. Damit steigst du nicht auf.

Leipzig bekommt einen Elfer vom DFB geschenkt, wir bekommen eine rote Karte für Baumgartl geschenkt. Es scheint auch in der zweiten Liga so zu sein, dass der VfB kein sonderlich gutes Standing beim DFB und den Schiedsrichtern hat. Vermutlich ist man sogar ganz froh, wenn der VfB noch in der zweiten Liga bleiben würde – kommen ja immer so viele Zuschauer. Auch das ein Punkt, der mich nachdenklich stimmt, ob es am Ende reicht. Eine unnötige rote Karte, wie auch von Collinas Erben bestätigt, die uns in Würzburg weh tun wird, weil Baumgartl eben die letzten Wochen in sehr guter Verfassung war.

All diese Puzzleteile fügen sich für mich aktuell so zusammen – ich hatte endlich mal wieder eine schlaflose Nacht Dank des VfB und viel Zeit zum nachdenken – dass es am Ende nicht reichen wird. Weil wir auch auf einigen Positionen zu schwach besetzt sind. Hat Gentner wie gestern mal wieder weniger zu bieten oder fällt auch mal aus, dann sind wir zentral offensiv und defensiv zu schwach besetzt. Vielleicht werden Schindelmeiser und Wolf in der Winterpause nachlegen. Vielleicht reicht es auch irgendwie am Ende, dann könnt ihr mir gerne den Artikel hier um die Ohren hauen. Ich bleib dabei und lehne mich aus dem Fenster.