twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 002: You’re so fine you blow my mind, hey Micky

Habe ich Reschke für seine Transfers kritisiert: Ja. Habe ich Reschke für seine Interviews und Äußerungen in der Luft zerrissen: Ja. Kann ich meine Meinung ändern und ein kleines bisschen Abbitte leisten: Ja.

Kurz vor Saisonbeginn kann man endlich mal wieder beruhigt auf den Kader des VfB Stuttgart schauen. Die ersten Neuverpflichtungen wurden Ende letzter Saison getätigt, und zum Trainingsbeginn hatte Tayfun Korkut quasi den kompletten Kader.  Dazu macht der Kader auch einen richtig guten Eindruck. Eine gesunde Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern mit viel Potential. Spielerisch, aber auch in Hinblick später mit einem dicken Plus verkauft zu werden. Darauf bleibt ein Verein wie der VfB einfach angewiesen, um weiter voranzukommen – ausgliedern ist ja nicht immer. Wie gut der Kader wirklich  ist, ob das auf dem Platz funktioniert, ob die Spieler harmonieren und ein Team werden, wie mit Härtefällen die nicht spielen umgegangen wird, das wird die Saison zeigen.

Richtig den Hut ziehen vor Reschke – dafür ist es mir noch ein bisschen zu früh – denn ob ein Konzept aufgeht, das sieht man erst in zwei bis drei Jahren. Das Risiko  viel Geld in ältere Spieler zu stecken, die gegebenenfalls jüngeren Spielern den Platz blockieren sehe ich immer noch. Generell bleibt: An dem aktuellen Kader gibt es wenig auszusetzen. Fairerweise muss man sagen, im Gegensatz zu seinen Vorgängern hatte Reschke früh Planungssicherheit und mehr Geld zur Verfügung als Bobic und Dutt zusammen.

Korkut ist nun am Zug daraus das Beste zu machen.

VfB

They say jump you say how high

Wir kennen alle das Sprichwort von dem Pferd, das nur so hochspringt wie es muss. Der VfB kommt einem mal wieder vor wie genau dieses Pferd. 37 Punkte waren erreicht und vor allem aus Richtung Reschke kamen Sprüche wie „wir haben mit dem Abstieg nichts mehr zu tun“ und damit quasi die Saison für beendet erklärt hat. Es folgte das 1:1 gegen Hamburg. Gegen Hamburg. Einigen Spielern merkte man den fehlenden Willen, den fehlenden Biss an. Die Wochen zuvor konnte man oftmals noch spüren, dass die Jungs das Spiel gewinnen wollten. Gegen Hamburg war davon wenig zu spüren. Es war meiner Meinung nach mehr drinnen. Es wären die 40 Punkte gewesen.

Die Woche drauf wollte man was in Dortmund mitnehmen. Die erste Halbzeit war das okay, aber wie oft nicht sonderlich zwingend. Keine Torchancen. Da bringt es dir nichts, wenn man ganz gut mitgehalten hat, ein Übergewicht hatte – am Ende steht ein 0:3. Und natürlich ist das 0:2 kurz nach der Pause nicht optimal. Aber ein Aufbäumen, der Wille noch was mitzunehmen war wieder nicht da.

Und da stehen wir nun – weiterhin stehen wir gut da, mit 38 Punkten, am 29. Spieltag. Es müsste viel schief gehen, dass wir den Platz von Mainz 05 auf der Relegation noch einnehmen. Trotzdem werden die nächsten Spiele für mich sehr interessant. Sie werden zeigen, ob Korkut die Spannung hochhalten kann – die Woche war ja schon wieder von den 40 Punkten zu lesen, die er so schnell wie möglich erreichen möchte. Und vor allem werden sie zeigen ob die Mannschaft auch mal ein Stück der VfB DNA ablegen kann. Die DNA, die immer dann, wenn es halbwegs läuft, den Schlendrian einkehren lässt, die den Gang zurückschaltet, die es schafft, dass man statt mit 100% nur noch mit 90% auf dem Platz steht. Man könnte sagen, dass es doch nichts macht, wenn man jetzt nichts mehr holt, weil es wird reichen. Das mag punktetechnisch stimmen, aber von der Stimmung für die nächste Saison kann es nicht gut sein, die letzten Spiele nur noch ein oder zwei Punkte zu sammeln.

Es kommen nun mit Hannover 96 und Werder Bremen Mannschaften die schlagbar sein müssten. Nur unterscheidet diese Teams etwas von uns, sie brauchen noch Punkte. Es wird ein Fingerzeig, in welche Richtung die Mannschaft geht und ob wir im Herbst den nächsten Trainerwechsel haben oder aus dieser Dauerschleife rauskommen.

Und ändert Korkut wenn der Klassenerhalt sicher ist auch mal was an der Aufstellung? Probiert er mal was aus? Die meisten VfB Fans dürften sich einig sein, dass der Zweck die Mittel geheiligt hat und die Punkte Korkut mit Aufstellung und Taktik Recht gegeben haben. Für die neue Saison dürfte das auf Dauer zu wenig sein. Wie Badstuber schon sagte „Irgendwann müssen wir mehr spielen.“ Ein großen Teil dazu wird Reschke beitragen müssen. Er ist gefordert, er muss liefern. Selten hatte ein Sportdirektor mehr Planungssicherheit als er und vermutlich auch keiner vor ihm so viel Geld zur Verfügung.

Darum werden für mich die letzten Spiele der Saison sehr interessant, interessanter vielleicht als es durch die Tabellensituation aussieht. Es können, nein es müssen die Weichen gestellt werden für das zweite Jahr in der Bundesliga nach dem Aufstieg und zwar von der Mannschaft, dem Trainer und dem Sportdirektor.

VfB

Reschke und der VfB: Nichts dazu gelernt und den Rest vergessen

Es gibt Dinge, die lassen einen fassungslos zurück. Beim VfB häufen sich diese Dinge in letzter Zeit leider recht oft und Michael Reschke hat dem Ganzen mit dem letzten Interview/Artikel im Kicker noch die Krone aufgesetzt. Man weiß gar nicht wo man anfangen soll, man weiß gar nicht ob es einfach nur die pure Inkompetenz ist, ob es ignorant ist, überheblich – ich weiß es einfach nicht.

Fangen wir mal mit dem inhaltlichen an. Der VfB wechselt während der laufenden Saison den Trainer und holt danach mit einem neuen Trainer aus den ersten Spielen ein Unentschieden und zwei Siege. Fügen Sie hier bitte tosenden Applaus ein. Das hat es noch nie gegeben. Generell, dass nach einem Trainerwechsel die Mannschaft auf einmal punktet ist eine neue Erfindung und ja, dass kann sich definitiv Michael Reschke auf die Fahnen schreiben. Hat die Bundesliga so noch nicht erlebt. Spoiler für Herrn Reschke: Gab es schon in der Bundesliga und beim VfB zigfach. Babbel, Gross, selbst Kramny konnten zu Beginn punkten – die anschließenden Talfahrten sind bekannt. Kramny ist ein schönes Beispiel. Wir erinnern uns an die Rückrunde 2015/2016 – es läuft, die ersten Spieler (Kostic) träumen quasi von Europa. Zu dem gleichen Zeitpunkt standen wir unter Kramny mit 28 Punkten einen Platz besser da. Das Ende ist uns allen bekannt. Es benötigt also schon eine große Portion Ignoranz, die jüngere VfB Geschichte so auszublenden. Und wer nach ernsthaft drei Spielen denkt, dass jetzt alles läuft und man Kritik einzustellen hat, der hat gelinde gesagt generell vom Fußball überhaupt nichts verstanden.

Dazu dieser süffisante Unterton, man habe ja natürlich richtig gehandelt und natürlich gewusst was man macht. Das ist ein Nachtreten auf Kindergartenniveau, den Kritikern nach drei Spielen quasi kindisch die Zunge rausgestreckt „nänänänä – wusste ich doch“. Dass Reschke damit eine sehr sehr große Fallhöhe erzeugt, für das nächste Tief der Mannschaft, versteht er nicht. Genauso wenig wie er generell überlegt welche Auswirkung seine Worte haben könnten. Empathie, ein Gefühl für die Situation. Jetzt läuft es drei Spiele gut, dann genieße ich das doch für mich und bin einfach mal ruhig. Wenn ich die Klasse gehalten habe, dann kann ich mich hinstellen und lospoltern, aber nicht mit 27 Punkten. Vier Punkte vor dem Relegationsplatz. Mit dieser Mannschaft, die so eine super Mentalität hat.

Wait. Super Mentalität. VfB. Von unseren weiß-roten Jungs kann Reschke da unmöglich gesprochen haben. Reschke nimmt damit die Mannschaft ungeschickterweise in Schutz. Vergessen die Leistungsverweigerungen von Mainz und Schalke. Und da braucht keiner mit der Taktik vom Trainer zu kommen – wer Null Einsatz in den Spielen zeigt und gegen den Trainer spielt, der hat eine Mentalität. Ja, aber eine fragwürdige. Dass die Herren jetzt auf einmal wieder mehr laufen können und es mal wieder ein paar Spiele geht – ganz tolle Mentalität. Wir sprechen darüber wieder beim nächsten Tief, bis der nächste Trainer wackelt.

Und dann noch was ganz wichtiges Herr Reschke, vielleicht muss ich Ihnen das als Rheinländer mal sagen. Wir Schwaben leben (bis auf wenige Ausnahmen) das schwäbische Understatement sehr. Wir haben Geld, wir haben Erfolg, wir zeigen es aber sehr wenig, das macht man nicht. Das ist eine schwäbische Tugend, damit sind wir ganz gut gefahren. Ich weiß nicht wie gut es im Umfeld (Sponsoren) ankommt, dass da einer ist, der einen auf dicken Hose macht, wenn es mal ein paar Spiele läuft. Einige Firmen im Stuttgarter Umfeld sind gar stark pietistisch geprägt. Sollten Sie sich mal damit beschäftigen. Nur so als Tipp.

Und dann könnte es noch gewollter Krawall sein. Es könnte die eine Linie gemeinsam mit Wolfgang Dietrich sein, wenn man die kritischen Fans nun doch endlich bittet Vernunft anzunehmen und auf die gute Seite zu kommen. Man habe – wie auch Dietrich – ja sehr viel Zuspruch erhalten. Kicker-Umfragen, Meinungen auf Facebook, Meinungen auf Twitter – alles nur ein bisschen Gegenwind in den sozialen Medien. Nichts wildes. Es geht darum die Fans offensichtlich in gut und böse einzuteilen. Krawall-Rhetorik, wie auch schon mit den Vollidioten. Seid ihr nicht mit uns, dann seid ihr gegen uns und ihr seid die Bösen. Es ist Trump-Style und leider generell gerade angesagt so auch mit kritischen Tönen umzugehen. Man könnte sich mit der Kritik auseinandersetzen, das würde helfen, die kritischen Stimmen vielleicht zu überzeugen. Oder man wählt den Reschke und Dietrich Weg. Spalter eben, aber das wussten wir ja eigentlich schon.

VfB

Führungsloser VfB Stuttgart

Erst einmal nochmals vorneweg: Alles Gute und viel Erfolg beim VfB Stuttgart, Tayfun Korkut. Dazu das notwendige Quäntchen Glück und was sonst noch zu einem erfolgreichen Trainerjob dazugehört. Das alles wünsche ich wirklich ohne jegliche Ironie.

Vermutlich liest Korkut besser nicht nach, was in den sozialen Medien über ihn geschrieben worden ist. Und ja, sein Lebenslauf macht es einem auch sehr schwer positive Ansätze in seiner Verpflichtung zu sehen. Hannover 96, 1. FC Kaiserslautern und Bayer Leverkusen – ruhmreich oder erfolgreich war keine seiner Stationen. Wir hatten schon einmal einen Trainer (gut vermutlich noch ein paar mehr), der nicht direkt mit offenen Armen aufgenommen worden ist, Armin Veh. Der Vergleich hinkt vielleicht ein bisschen – aber vielleicht passiert ja was mit dem wir alle nicht rechnen und der VfB rettet sich noch irgendwie. Strohhalm und so.

Kommen wir zu meinen speziellen Freunden Wolfgang Dietrich und Michael Reschke. Die „sogenannten“ Führungskräfte beim VfB. Ihr seid es nicht, in jedem sinnvoll geführten Wirtschaftsunternehmen würde man euch vor die Türe setzen. Führung, was stelle ich mir da vor. Nehmen wir als Beispiel einen ganz wichtigen jungen und dynamischen Angestellten einer Firma. Dieser kommt zu seinem Vorgesetzten, weil er aktuell eine Phase hat in der erst nicht mehr gut läuft. Das Team zieht nicht mehr mit, die Ergebnisse waren auch schon besser. Die Führungskraft weiß aber, dass es dieser Angestellte fachlich total drauf hat (menschlich soweit man es feststellen konnte auch). Der Außenwelt wurde inklusive dem Chef von der Firma auch mitgeteilt, dass man mit dem wichtigen Angestellten lange und gut zusammenarbeiten möchte. Dieser Angestellte kommt nun eben zur Führungskraft, etwas ausgepowert, etwas entmutigt – was tue man? Logisch, man nimmt dieses Gespräch natürlich direkt zum Anlass, den Angestellten vor die Türe zu setzen – natürlich noch einstimmig vom Vorstand beschlossen. Genau das Herr Reschke und Herr Dietrich ist Führung nicht. Die wahre Führungskraft sucht das Gespräch mit ihm, sucht Möglichkeiten wie der Angestellte unterstützt werden kann, sucht das Gespräch mit den Mitarbeitern des Angestellten, hört sich Vorschläge an, ob es im Team des Angestellten vielleicht Veränderungen geben müsste.

Und was machen natürlich unsere Leuchten aus Bad Cannstatt? Klar, die Option, endlich Hannes Wolf vom Hof zu jagen – auf den Moment, so hat man das Gefühl, wurde nur gewartet. Das erste Grummeln im Stadion, die ersten negativen Stimmen, das Gespräch mit dem Wolf – die Einladung für den Rauswurf. Anstatt Wolf den Rücken zu stärken, rauszufinden, zu wem der Draht im Team nicht mehr da ist, was man da dagegen tun kann – durch so eine Krise (die erste wohlgemerkt) gemeinsam gehen.

Und nun? Die komplette Euphorie, die gute Stimmung ist – gelinde gesagt – im Arsch, Kader, Trainerteam sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Vielleicht retten wir uns irgendwie, vielleicht auch nicht – es bleibt so oder so ein Scherbenhaufen – eine Entfremdung von Fans und Verein. Noch einmal zweite Liga werden die Fans und das Umfeld mit dem VfB so nicht mitgehen und dafür trägt Wolfgang Dietrich den größten Anteil, gefolgt von Michael Reschke.

Für mich bedeutet das: kein Stadionbesuch mehr so lange diese  Zwei den Verein führen. Wer ernsthaftes Interesse an einer Dauerkarte im Block 41A hat, möge sich bei mir melden – eine Spende für eine soziale oder sonstige sinnvolle Einrichtung wären eine schöne Sache und würden damit noch was Gutes tun.

Bis dahin bleibe ich fassungslos zurück, wie der VfB Stuttgart innerhalb so kurzer Zeit mit Vollgas an die Wand gefahren wurde.

VfB

Mario Gomez ist zurück. Und was das über den VfB sagt.

Zwischen dem ersten Gerücht und der offiziellen Bestätigung lagen ja nur wenige Stunden und in der Zeit und in den Stunden danach wurde mal wieder richtig viel und großteils (wie ich finde) sehr vernünftig über die Personalie Mario Gomez geschrieben. Und es gibt zu dieser Personalien eben diese bekannten zwei Seiten der Medaille.

Fangen wir mal mit dem kleinen gemeinsamsten Nenner an: Mario Gomez kann kicken, wenn es halbwegs normal läuft noch ziemlich gut und er trifft auch gerne mal das Tor. Auch wenn er es in dem ersten Halbjahr der aktuellen Saison noch nicht zeigen konnte. Ein Treffer steht da nur auf dem Konto, aber doch, ich bin mir sicher, dass Mario Gomez noch seine Tore schießen wird beim VfB. Und ich glaube er wird auch noch 2-3 Jahre eine Verstärkung für uns sein. Ein Spieler wie er bringt einen gewissen Willen, eine Power mit das Niveau zu halten und dran zu bleiben. Das traue ich ihm zu. Der Heilsbringer ist er mit Sicherheit nicht und was natürlich ganz wichtig ist, Mario Gomez muss auch eingesetzt werden und da sieht es gerade beim VfB nicht so richtig gut aus, hier ist die Abteilung um Reschke ziemlich gefordert – ansonsten verpufft auch ein Gomez als Alleinkämpfer vorne. Er holt sich vielleicht das eine oder andere Mal mehr den Ball wie es vielleicht Terodde getan hat, aber ohne im System eingebunden zu sein, ohne die richtigen Anspiele ist auch ein Gomez ne arme Sau.

Und natürlich haben wir alle noch 2007 in Erinnerung und so ein bisschen mögen wir ihn schon noch. Manche mehr – das waren alle die gestern in Ekstase verfallen sind (es sei jedem gegönnt) und andere die halt den Wechsel zu den Bayern nie wirklich verziehen haben (auch das sei jedem zugestanden).

Nun dürften aber die Meinungen langsam auseinander gehen, das liegt nicht unbedingt am Spieler Gomez, sondern an dem was der VfB treibt und wie er es treibt. Vornweg, bei Jan Schindelmeiser war nicht alles Gold was glänzt. Überhaupt keine Frage. Da gab es Spieler wie Ofori, die nun wieder verkauft werden wollen, da gab es viele viele Leihspieler – ein Konzept von dem ich auch nicht so überzeugt bin. Aber ich konnte und kann immer noch eine Idee, ein Konzept, eine Philosophie erkennen. Junge, entwicklungsfähige Spieler mit Potential kaufen. Um sie, wenn es halbwegs gut verläuft, in ein paar Jahren mit etwas oder sattem Gewinn zu verkaufen. Und natürlich helfen dir die Spieler die da sind in der Zeit, den VfB mittel- und langfristig wieder nach vorne zu bringen. Das es nicht mit jedem Spieler geklappt hat ist normal meiner Meinung nach. Es war aber eben ein Konzept zu erkennen.

Und nun? Ich erkenne maximal ein Zick-Zack-Kurs, ein „wenn sich Konstellationen ergeben“ – für mich auf jeden Fall keine klare Richtung. Fangen wir in der Sommerpause an. Andreas Beck und Dennis Aogo mögen nette Kerle sein, aber fußballerisch haben sie uns wirklich gar nicht weitergebracht. Und vermutlich kosten die beiden auch nicht so ganz wenig an Gehalt. Mehr als die meisten der jungen Spieler im Kader. Beck kostete auch noch eine, wenn auch geringe Ablöse. Wie sind die Chancen, dass wir an einem Verkauf der beiden noch Geld verdienen könnten. Nicht vorhanden. Das gleiche Problem haben wir mit Gomez, er ist ein verdienter, erfahrener Spieler. Ablöse bei 3,5 Mio und ein, für den VfB, nicht ganz unerhebliches Jahresgehalt. Wo es genau liegt wissen wir nicht. Die Zahlen schwanken zwischen 2-3 Mio im Jahr. Er dürfte damit Spitzenverdiener beim VfB sein. Terodde wurde zu Beginn der Saison glaube ich auf 1,5 Mio angehoben inkl. der Vertragsverlängerung. Und auch bei Gomez haben wir nicht die Chance über einen Weiterverkauf nochmals Geld zu generieren.

Und das war nun ein Fehler (verdiente, nicht günstige Spieler) der in der jüngeren VfB Geschichte oft getan wurde, man sich öfters ein blaues Auge oder mehr geholt hat und aus dem man scheinbar noch nicht wirklich gelernt hat. Den man scheint es gerade ein bisschen zu wiederholen.

Jetzt mögen manche sagen, wir haben doch ausgegliedert und können uns das leisten. Genau so würde ich persönlich aber nicht das Geld einer Ausgliederung investieren, weil ich die Anschubfinanzierung eben nicht irgendwie mehren kann. Einziger Aspekt, Gomez schießt Tore, wir halten die Klasse, das hat natürlich auch einen Wert – das steht außer Frage. Bei Romero hing es ja an gut 2 Mio (wenn das stimmt). Man darf sich die Frage stellen, ob das Geld (Ablöse Gomez) nicht doch hier besser investiert gewesen wäre. Laut Reschke sollten beim Romero ja 30 Mio in 2-3 Jahren locker drinnen sein. Es wäre eben ein anderes Signal gewesen, das Fortführen des Konzeptes welches ich immer noch denke, dass es zum VfB passt und unser Weg sein sollte.

Michael Reschke hat in der Winterpause noch sehr viel zu tun. Einerseits, wir brauchen die Verstärkungen in der Offensive um den Laden wieder zum Laufen zu bekommen. Schürrle geistert heute rum – er wäre genau ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Teuer im Unterhalt, Ablöse, kein/weniger Weiterverkaufoption. Also das sind die einen Hausaufgaben die er aktuell zu tun hat. Plus mit dem Geld der Ausgliederung sinnvoll umzugehen und es nicht in weiteren Verpflichtungen a la Gomez und Beck eher zu vernichten. Und ich würde mich freuen, wenn ich endlich ein Konzept erkenne, ein Weg den Reschke und der VfB gehen – weg von dem Zick-Zack-Kurs, weg von sich ergebenden Konstellationen. Sie dürfen liefern Herr Reschke.

VfB

Romero – ein Nichtwechsel mit positiven und negativen Aspekten

Dann hat es also Stand heute (12. Dezember) mit dem Wechsel von Maxi Romero zum VfB Stuttgart nicht geklappt. Aber da es gerade bei solchen Transfers gerne mal ein Hin und Her gibt, kann es schon noch sein, dass es ein Happy End gibt, Romero zum VfB wechselt und seit Kindheitstagen in weiß-roter Bettwäsche geschlafen hat. Oder eben auch nicht. Wir werden es erleben.

Warum der Wechsel nicht geklappt hat scheint wohl eine Frage der Ablöse zu sein. Wenn das alles so richtig ist, was man in den Medien liest, drehte es sich um 2 Mio Euro und das ist doch für den VfB einfach noch eine Summe, die man auch haben muss.

10 Mio Euro war die Ablöse wohl, die der VfB Stuttgart geboten hat. Das ist in Zeiten Ablösen in dreistelliger Millionenhöhe eher eine kleine Summe, aber sind wir mal ehrlich, für einen Verein wie den VfB Stuttgart ist es eine große Summe. Es wäre die bisher höchste Ablösesumme gewesen, die die Weiß-Roten jemals auf den Tisch gelegt hätten. So bleibt es bei dem Versuch. Positiv betrachtet: Reschke und der VfB haben sich eine Schmerzgrenze gesetzt und diese nicht überschritten. Man lies sich am Ende den Preis nicht höher treiben, trotz vielleicht noch vorhandener Ausgliederungsmillionen. Die Jungs mit dem Brustring brauchen Verstärkung in der Offensive, das haben die letzten Wochen gezeigt, vielleicht wäre er der richtige Mann gewesen. 10 oder gar 12 Millionen sind für einen 18 Jährigen aber eben auch eine ordentliche Hausnummer – für allem für einen Verein wie uns. Was, wenn er nicht zündet, was wenn es nicht mit ihm klappen würde. Es wäre viel viel Geld den Bach runter. So gesehen ist es positiv zu sehen, dass das Risiko nicht komplett ausgereizt wurde mit einer vielleicht zu hohen Ablösesumme. Hypothetisch. Ich weiß.

Man hat viel gelesen „so sind die Summen heute halt“ oder „das müsse man halt heute zahlen“. Vielleicht wünsche ich mir insgeheim immer noch, dass mein VfB diesen Weg nicht mitgeht und das Ablösesummen hochschrauben Spiel nicht mitmacht. Und vielleicht eben einen anderen Weg findet um bestehen zu können. Vielleicht bin ich da immer noch etwas zu viel Fußballromantiker. Aber Hoffnung habe ich, dass man nicht alles mitmacht, nicht jede Summe zahlt – auch wenn ich mir sicher bin, dass man sich Romero auch für 12 Mio hätte leisten können. Es gab ja einen satten Gewinn zu vermelden und auch von der Daimlerkohle sollte noch etwas da sein.

Und es gibt auch negative Seiten. Thema Risiko, Thema Außendarstellung von Reschke. Kurz nach dem Scheitern des Wechsels gab Michael Reschke mal wieder ein Interview. Er hätte es mal wieder lassen sollen. Es war zu lesen, dass man so einen Transfer nur mit noch mehr Investoren hätte stemmen können. Baut da schon einer vor, bzw. betreibt hier einer schon Werbung um den Fans den nächsten Investor schmackhaft zu machen? Mitte 2018 soll der nächste Investor präsentiert werden. Die von Dietrich in den Raum geworfene Idee mit den Fonds kam nicht so gut an. Und wie kann man da nicht besser schön Wetter machen, als etwas Druck aufzubauen in die Richtung „wir brauchen das Geld, sonst klappen solche Transfers nicht“ – und vielleicht lässt sich damit das Fanvolk eben besser auch zu positiv zu einem Fond als Investor stimmen. Reine Vermutung und Spekulation meinerseits – aber es würde Dietrich ganz gut ins Konzept passen.

Was mich dann auch noch stört. Reschke sagt im gleichen Interview, dass Romero in 2-3 Jahren 30 Mio wert sein würde. Wenn, also wenn er wirklich so überzeugt von ihm ist, dann hätte man doch über den Ablösemaximum-Schatten springen können – Thema Risiko (siehe oben) – und das doch mal versuchen. Es wäre eine Investition, die sich sehr schnell, sehr ausgezahlt hätte. Genauso hypothetisch. Nur Reschke hörte sich so überzeugt von ihm an.

Vermutlich muss sich Reschke, der Perlentaucher, auch noch daran gewöhnen, dass ihm zum tauchen nicht das Equipment zur Verfügung steht, wie noch bei Bayern und Bayer. Beim VfB machen 2 Mio vielleicht eben noch mehr aus wie bei den Bayern. Mit mehr Geld kannst du halt einfach vielleicht doch noch die Perlen mehr davon überzeugen aus ihrer Muschel rauszukommen.

Gefordert ist er jetzt aber auf jeden Fall in der Winterpause die Offensive, wie auch von ihm angekündigt, zu verstärken. Perle oder Rampe wird die Frage sein.

VfB

Es ist kompliziert – Szenen einer Ehe

Meine Beziehung zum VfB gerade als einfach zu bezeichnen wäre eine Untertreibung. Es ist kompliziert und es wird immer komplizierter. Das genaue Ende kann ich noch nicht absehen.  Wir sprechen aber gerade nicht vom sportlichen, sondern von dem was und vor allem wie es im Verein passiert. Wohin die Reise geht, das weiß ich selber noch nicht. Also für mich. Ob ich wie ein geschätzter Twitteruser dem VfB und dem Profifußball den Rücken kehre. Diese ganze Entwicklung trägt einen Namen: Wolfgang Dietrich.

Alle #aoMV-Ja-Stimmer-und-Hurra-Rufer mögen hier abbrechen mit lesen. Ich brauch auch kein „Mimimi, heul nicht rum, 85% (oder wie viele es waren) – akzeptiert es doch endlich“.

Es sind so viele kleine Dinge, die sich zu einem großen Berg aufbauen. Da werden natürlich tolle Zahlen genannt. Jeden Monat 1.000 neue Mitglieder. Wobei ich mich ja immer frage, wieso man noch Mitglied sein sollte, aber der VfB hat mir ja die Antwort geliefert. Vorverkaufsrecht für das Topspiel gegen die Bayern. Die Mitgliedschaft ist eigentlich sowas wie Amazon Prime, man bezahlt seine 47 Euro und kann dann vor den anderen normalen Fans sein Ticket kaufen oder versuchen zu kaufen. Bei den angepeilten 100.000 Mitgliedern wird das dann zwar auch irgendwann eine reine Lotterie, aber egal. Es scheint zu ziehen – Glückwunsch zu den 57.000 Mitgliedern. Ich gehöre ab Ende des Jahres nicht mehr dazu. Für mich war Mitglied sein mal etwas anderes.

Was geht mich mein saudumms Gschwätz von gestern an, sagt man bei uns Schwaben. Gilt für Dietrich, gilt für den VfB. Die im Erklärbärvideo angekündigten regionalen Partner müssen neuerdings gar nicht mehr so regional sein. Ach und wieso auch überhaupt Partner, könnten doch auch irgendwelche Fonds oder Investoren oder was auch immer sein – Hauptsache irgendeiner kauft mal die Anteile. Ja klar, er muss zum VfB passen, irgendwas mit Zielen sollte auch passen. Wie das bei einem Fond funktionieren soll, ich bin gespannt. Es sind diese Wortbrüche oder „Fehler in der Kommunikation“, die in letzer Zeit gerne mal auftreten. Vertrauen – ach wieso, jetzt nachdem wir die AG haben,  kann man ja am Wasen fast machen was man will. Statt 3 Jahren Vertrag für Reschke sind es 4 Jahre. Das ist kein Untergang, aber ein weiteres kleines Puzzleteil, das sich so prima zusammenfügt zu dem wie sich der VfB gegenüber seinen Fans und Mitgliedern verhält. Mit der Wahrheit oder einer Kommunikation auf Augenhöhe hat man es einfach nicht mehr so.

Wieso auch Kommunikation selbst machen, dafür hat man doch so dankbare Vasallen wie von der Stuttgarter Presse oder sogar vom SWR. Die haben alles das Prädikat „unabhängig“ schon lange abgelegt und schreiben fleißig für den Sonnenkönig von der Mercedesstraße einen schicken Artikel nach dem nächsten. Was für tolle Arbeit der Präsident doch in seinem ersten Jahr vollbracht hat. Einen schönen Artikel dazu findet ihr bei Chris Prech. Für mich war Journalismus mal irgendwas, wo man auch mal nachhakt, mal recherchiert, aber Wolle scheint den Laden, allen voran sein Kumpel Barner gut im Griff zu haben, dass da ein Gefälligkeitsartikel nach dem nächsten kommt. Kritische Stimmen oder Artikel findet man nur auf diversen Blogs. Leider.

Und wenn man mal kommuniziert oder was durchdringt, wie die Auflösung der Zweiten, dann wird schnell hinterher geschoben, dass man das noch nicht entschieden hat. Der neue Plan für den Unterbau wird im Januar 2018 bekanntgegeben. Natürlich nach der Mitgliederversammlung. Blöd wären sie ja, wenn sie das davor oder sogar dort präsentieren würden. Könnte ja für Diskussionen sorgen, das möchte doch keiner. Generell, über die Zweite sollte man diskutieren. Keine Frage. So wie diese in den letzten Jahren aufgestellt war, so macht es mit Sicherheit keinen Sinn mehr. Und ja, ich bin der Überzeugung, dass ein guter Kicker nicht den Umweg braucht, der ist mit 18 oder 19 entweder soweit, dass er in der Bundesliga kickt oder eben nicht. Ausnahmen gibt es immer, aber für die musst du keine Zweite haben. Was halt wieder nicht passt, da sind wir wieder bei der Kommunikation, dass man ja eigentlich das Ding „jung und wild“ wieder aufpolieren möchte und im Umkehrschluss dann die Zweite überlegt zu streichen. Schöner Nebeneffekt, wenn die Bundesligisten auf die Zweiten verzichten – ein ganz großer Gewinn für die Mannschaften in der 3. Liga oder in den Regionalligen. Das nur am Rande.

Findet ihr alles nicht so schlimm was ich geschrieben habe? Ist doch alles super? Euer gutes Recht und vollkommen in Ordnung. Für mich entfernt sich „mein“ Verein immer mehr von mir oder ich von ihm. Vielleicht brauchen wir zwei mal ne Pause voneinander. Vielleicht leben wir aber auch bald getrennt. Ihr werdet es erfahren.