twofourtwo x 242

twofourtwo x 242 / 003: Aus, aus, der Pokal ist aus

Ja, Scheiße. Oder? Da kommt im ganzen Umfeld des VfB Stuttgart mal wieder Euphorie auf, man ist zufrieden mit dem Kader, selbst ich lasse mich dazu hinreißen Michael Reschke zu loben. Und dann verkacken es die Herren im Brustring mal wieder zum Saisonauftakt. Die letzten Jahre war die erste Runde im DFB-Pokal zugegeben selten gut. Das Spiel in Cottbus vor Jahresfrist wurde glücklich im Elfmeterschießen gewonnen. Da war das Aus in Rostock spielerisch schon netter anzuschauen. Aber nett hilft dir halt nicht weiter, wenn am Ende zu wenig Chancen erzeugt werden, zu wenig zwingendes ensteht. So gibt es seit 2014 wieder ein Erstrundenaus, damals unter Armin Veh. Hoffentlich kein schlechtes Omen, wir wissen wie sich Veh verabschiedet hat und die Saison lief.

Kann das Spiel also eine Blaupause für die Saison sein? In Hinblick darauf, dass der VfB sich mit Sicherheit schwer tun wird, wenn Gegner tief stehen und der VfB das Spiel machen soll. Dagegen scheinen Trainer und Mannschaft noch kein gutes Mittel gefunden zu haben. Da aber eben die letzten Jahre oft ähnlich holprig begonnen, braucht man sich noch wirklich keine Sorgen zu machen. Didavi wird auf der Rostock-Position wohl nicht mehr oft spielen, Badstuber nicht in jedem Spiel so einen Bock schießen. Pavard und Ascacibar dürften wir bald wieder in der Startelf sehen.

Wenn man aber bedenkt, dass der DFB-Pokal aktuell die einzige Chance für den VfB ist einen Titel zu gewinnen,  dann wurmt mich die Niederlage doch noch ziemlich.

VfB

Völlig emotionslos

Ist das noch mein Fußball? Dürfte eine Frage sein, die sich zur Zeit viele Fußballfans stellen. In England stellen sich die meisten Fußballfans diese Frage schon lange nicht mehr, sie haben den Fußball, den sie in vor vielen Jahren geliebt haben, schon lange nicht mehr, sie können ihn sich nicht einmal mehr leisten.

Viel liest man von Transferwahnsinn und Rekordsummen. Während man einige Jahre glauben konnte, dass das an der Bundesliga noch etwas vorbei ging und sich die Transfers zwar schon in großen Dimensionen bewegten, aber eben nie so „wahnsinnig“ wie in Spanien, England und Italien waren. Spätestens mit dieser Sommertransferphase ist unser kleines gallisches Bundesligadorf mitten im Geschehen dabei. Und es macht mir, ganz einfach, überhaupt keinen Spaß mehr. Die Bundesliga, der Fußball ist ein Geschäft, daran haben wir uns gewöhnt. Aber gefühlt ist es in dieser Saison anders. Vielleicht weil auch wieder mehr als die Jahre zuvor Spieler vom VfB mit im Gespräch sind. Natürlich nur die, die einen Fuß vor den anderen setzen können.

Ich bin merkwürdig emotionslos, mir wäre es ziemlich egal (steinigt mich dafür), wenn sich die Herren Kostic, Didavi oder Harnik (oder wer noch alles im Gespräch irgendwo ist) vom Acker machen würden. Vielleicht kommt die Emotionslosigkeit von dem – mal wieder – nicht wirklich gelungenen Saisonstart. Mich schockt es schon gar nicht mehr, dass der Saisonauftakt wieder einmal verkackt wurde. Wenn natürlich auch aus anderen Gründen als die Jahre zuvor. Am Ende stehen halt aber trotzdem keine Punkte auf dem Konto, die Saison wird schon schneller wieder ungemütlich und unruhiger als man es haben wollte.

Mein Religionslehrer hat einmal einen guten Satz gesagt: „Wenn ich mich einmal nicht mehr aufrege, sondern die Sachen nur hinnehme, dann ist es schlimm“. Und ich rege mich nicht auf, den Abpfiff mit der verbundenen Niederlage vom Wochenende habe ich gefühlt mit einem Achselzucken hingenommen. Ich habe mich  so an die Niederlagen, an den schlechten Start, an die unteren Tabellenregionen gewöhnt – es ist eigentlich erschreckend.

Deswegen habe ich am Wochenende mein Twitteraccount auch verwaisen lassen, ich wollte dazu nichts hören, lesen, sehen – und genauso mach ich es mit dem Deadline Day heute. Ignorieren, so emotionslos wie möglich.