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(M)ein kleines Saisonfazit

Ich hatte da doch mal einen Blog, habe ich beim schreiben der ersten Posts auf BlueSky gemerkt, als ich ein paar Gedanken zu der VfB Saison schreiben wollte. Da es nicht nur ein zwei Gedanken waren, dann eben statt zig einzelner Posts eben mal wieder hier ein paar Worte.

Was eine Saison! Und das komplett unabhängig vom verlorenen Pokalfinale. Über drei Jahre ist Sebastian Hoeneß im Amt und hat uns die beste Zeit seit – ja seit wann eigentlich – geschenkt. 2003 – 2007 vielleicht? Erste CL Qualifikation unter Magath und die Meisterschaft mit Veh? Die Zeit des magischen Dreiecks? Eigentlich passt alles nicht, weil der VfB selten so konstant war, selten so sich immer wieder auch etwas neu erfunden hat. Es war eine fast perfekte Saison. Wir haben nach einer kurzen Schwächephase – nur als friendly reminder: das sind maximal zwei verlorene Spiele am Stück – uns immer wieder gerafft und dann z.B. ein 3:1 gegen Leverkusen oder ein 3:0 in Bremen hingelegt. Es gab keine lange Auszeit, wie noch letzte Saison, nach dem CL-Aus gegen Paris. Das hatte der Mannschaft zugesetzt und es folgte die lange Heimniederlagenserie, viele schwache Auftritte, aber als es Richtung Pokalfinale ging, war der VfB wieder in der Spur. In der Liga auf Platz 9 eingelaufen – eigentlich eine typische VfB Saison nach einer erfolgreichen Saison. Immer. Wir werden Meister, Saison danach irgendwo im Mittelfeld, das Jahr drauf spätestens der Trainerwechsel.

Nach der Übersaison mit der Vizemeisterschaft, als den VfB niemand auf der Rechnung hatte und viele Mannschaften nicht wussten, wie sie mit der Spielweise umgehen sollten, eben die zweite Saison. Mit dem Pokalsieg und der dadurch erreichten Qualifikation zur Europa League. Das übertünchte die Saison in der Bundesliga. Aber Moment, Platz 9, wenige Jahre zuvor hätten wir das alle mit Kusshand genommen und das musste man sich eben auch immer wieder vor Augen führen. Wo wir herkamen. Es war einfach eine Saison ohne Abstiegssorgen (und nebenbei noch mit ein bisschen Champions League und einem Pokalsieg).

Die dritte Saison ist für mich daher eine der bemerkenswertesten. Nach dem Loch in der zweiten (vollen) Bundesligasaison unter Hoeneß kam eine Konstanz ins Spiel, die nicht kannte. Sind wir ehrlich, noch vor ein paar Jahren hätten wir das Heimspiel gegen Werder, nach dem 2:1 Pokalfight gegen Freiburg, sang- und klanglos mit 0:2 verloren. Das wir da noch ein 1:1 mitnehmen, in Hoffenheim ein 3:3, wo du eigentlich 5:2 verlieren musst. Das alles zeichnete diese Mannschaft aus und war ein Zeichen der Entwicklung, die auch im dritten Jahr unter Hoeneß noch immer im vollen Gange ist. Komplett unaufgeregte Siege im DFB Pokal in Bochum, Kiel oder auch Mainz. Wer hätte sowas vor ein paar Jahren für möglich gehalten?

Daher geht für mich erst einmal ein ganz dickes Dankeschön an Sebastian Hoeneß an allererster Stelle raus. Ohne diesen Mann hätten wir die Klasse in der Relegation gegen den HSV nicht gehalten und diese folgenden drei wunderbaren Saisons miterleben dürfen. Nach der (berühmten) ganzen Scheiße, hatte ich wirklich nicht mehr damit gerechnet, so eine blühende VfB Zeit miterleben zu können. Vielleicht ist es das Alter, vielleicht die Demut, dass ich mich deswegen über (unnötige) Niederlagen wie gegen St. Pauli, den HSV oder sonstige verschenkte Punkte, gar nicht mehr so arg aufregen kann. Natürlich gilt der Dank auch der Mannschaft und allen beim VfB, die diese Zeit ermöglicht haben. Dazu seien auch, die oft gescholtenen Ex-VfB-Mitarbeiter wie Thomas Hitzlsperger oder Sven Mislintat genannt, die eine Basis gelegt haben, dass dieser Erfolg möglich wurde.

Kann man trotzdem Dinge nach so einer Saison kritisch sehen? Ja, das Abschneiden in der Europa League und einige verschenkte Punkte in der Bundesliga – es ist noch Raum für eine weitere Entwicklung der Mannschaft vorhanden. Gerade international war der VfB für mich oft zu lieb und lies sich von Mannschaften wie Porto zu stark aus dem Konzept bringen, konnte mit Nickeligkeiten des Gegners nicht umgehen oder hatte keine Idee wie gegen diese Mannschaft gespielt werden kann. Die Verpflichtung von Grischa Prömel könnte da ein passendes Puzzleteil sein. Aktuell sieht es aus, als ob mit Dennis Seimen endlich mal wieder ein Spieler aus der eigenen VfB Jugend in die Profimannschaft rutschen könnte. Das ist für mich ein Manko, dass es aktuell keiner aus der guten Jugendarbeit schafft, bei den Profis Fuß zu fassen. Es gehörte sehr lange zur „jung und wild“ DNA des VfB, aber unter Hoeneß – in der Saison ganz im speziellen – ist die Durchlässigkeit nicht mehr gegeben und es wäre schön, wenn sich hier einmal wieder was ändern würde.

Dazu hoffe ich, dass Fabian Wohlgemuth sein glückliches Händchen bei den Transfers wieder findet. Mit Spielern wie Al-Dakhil, Jovanovic, Bouanani oder Arevalo (jaja, Vorgriff auf irgendwann) waren doch einige sehr teure Transfers dabei, die uns noch nicht wirklich voran gebracht haben. Ja, sind junge Spieler, aber für den VfB sind z.B. 20 Millionen Euro für Bouanani immer noch sehr viel Geld und dann sollte der Spieler doch etwas mehr zünden.

Allen VfB Fans wünsche ich für die nächste Saison immer im Hinterkopf zu haben, wo wir vor ein paar Jahren standen, was wir jetzt über drei Jahre erleben durften, falls es mal wieder ein unnötige Niederlage in Elversberg oder sonst wo setzt. So etwas wird wieder passieren. Ach so ganz vergessen, wir spielen ja nächste Saison wieder Champions League. Daher sollten wir auch genug Festtage auswärts und daheim erleben können. Was ein schöner Fiebertraum, das zweite Mal in drei Jahren Königsklasse. Daher nochmals viel Liebe an die Mannschaft und Sebastian Hoeneß.

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