18. Mai 2008 . Abgelegt in Fundstücke

Eine Geschichte eines Studenten (Teil 3)

So und hier noch das Ende von der ganzen Geschichte. Ich war mir ja eigentlich sicher, mit dem lebensnahen Beispiel jetzt endlich Ruhe in die Sache gebracht zu haben, aber falsch gedacht. Hier die Antwort:

Ihr beispiel ist sehr gut , aber wenn man ein mal ein Fahrfehler gemacht hat heißt esnicht das man nie wieder fahren darf. Man bekommt nach der strafe eine weiter chance……deshalb finde ich es schade das ich keine weitere chance von Ihnen bekommen, damit ich Ihnen zeigen kann was ich alles kann. weil ich finde es schade das man wegen einen Dokumentation so ne schlechte Note bekommt. weil Sie sehen das ich Programmieren kann aber die andere Personen wissen nicht das ich Programmieren kann und ich mich bewerbe sehen die die schlechte Note undich werde automatische schlecht eingeschätzt.

Moment. Jetzt wurde es dann so wirklich komplett verdreht und er hatte sich die Antwort schon mal wieder selbst gegeben. Denn wenn man bei dem lebensnahen Beispiel mit der Geschwindigkeit bleibt, er kann ja noch weiter studieren, genauso wie der Fahrer auch später weiter fahren kann. Nur Strafe bleibt sozusagen Strafe. Schön ist auch, dass er mir jetzt endlich zeigen will, was er alles kann. Dazu hatte er doch wirklich schon seine Chance, nämlich bei der Abgabe der Hausarbeit, dafür sind ja die Dinger da, um zu zeigen was man kann. Und nicht danach, wenn man festgestellt hat, dass die Note nicht so arg spannend ist. Eigentlich hätte ich zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr zurückschreiben sollen, aber ich habe es nochmals getan. Nachdem das letzte Beispiel wohl doch noch nicht ganz passend war, musste ich es noch etwas deutlicher formulieren:

sehen Sie ich finde auch, dass es ein gutes Beispiel ist. Sie können ja auch noch weiterstudieren, wie Sie danach noch Auto fahren können. Nur das Bußgeld bekommen Sie auch nicht zurück.

Um noch etwas deutlicher zu werden. Wenn Sie so etwas in der Diplomarbeit / Thesis machen, dann ist das Betrug bzw. ein Plagiat, dann wird Ihre Diplomarbeit / Thesis nicht anerkannt. Wenn Sie in einer Klausur beim Abschreiben erwischt werden, dann bekommen Sie vom Prof auch keine zweite Chance, Frage X nochmals zu beantworten.

Die Gewichtung der Dokumentation ist deswegen hoch weil das Fach a) nicht HTML-Programmierung heißt sondern Webdesign und b) wir einen Tag nur Konzeption behandeln und das dann auch entsprechend in die Note mit einfließt.

Na, das war dann nun doch deutlich genug und auch noch mal ein gut gemeinter Rat, so etwas nicht in der Diplomarbeit zu tun, weil es dann noch etwas schwerwiegendere Konsequenzen hat. Wenn jetzt nochmal was kommen würde, dann wusste ich schon meine Anwort: “wir können das gerne mit dem Kanzler (Dekan) zusammen weiter diskutieren, der freut sich bestimmt über Ihr Anliegen”. Aber es kam noch eine Antwort, sozusagen das Schlußwort, auf welches ich dann auch nicht mehr geantwortet habe, weil es dann doch eher nicht mehr nett formuliert gewesen wäre:

naja was soll ich sagen!?!?!?! dann nehme ich x,x  :-(   an. ich werde weiter studieren.

Die Antwort wäre nämlich gewesen: Nix und Sie nehmen die Note nicht an, Sie bekommen diese von mir! Den Smiley können Sie sich auch sparen, weil Sie es sich selbst eingebrockt haben. Aber wie gesagt, das habe ich dann doch gelassen und nur gedacht.

Ende einer eher etwas unglaublichen Geschichte… Ich habe ja schon nette Sachen über die ganzen Semester erlebt, aber das war bisher der absolute Knüller.

Kein Kommentar »gedanken von martin

8. Mai 2008 . Abgelegt in Fundstücke

Eine Geschichte eines Studenten (Teil 2)

So nun geht es weiter (Teil 1 gibt es hier). Nun hat der gute Student wohl seine Note gesehen und sich gefragt, warum die nicht so ganz positiv ausgefallen ist. Seine Mail:

klar habe ich vieles vom Dokumentation von Herr XXX über nomen, aber wieso hab ich so eine schlechte note?

Interessanterweise gibt er sich die Antwort ja schon selbst, der hat die Dokumentation übernommen, wobei “vieles übernommen” eine leichte Untertreibung von einer 1:1 Kopie ist, was ich ihm dann natürlich auch geschrieben habe.

vieles übernommen ist doch ehrlich gesagt leicht untertrieben, Sie haben bis auf zwei kleine Änderungen den Text 1:1 kopiert, sprich der Dokupart ist eine glatte 5,0. Und der Dokupart ist von der Gewichtung her eben wichtig. Die anderen Dinge (Design, HTML) richten sich u.a. danach was die anderen abgegeben haben. Sprich da richte ich mich, wie in vielen Klausuren, danach aus, was top ist und stufe danach ab. Die Sachen waren bei Ihnen nicht schlecht, aber der Dokupart zieht dann eben nach unten, deswegen kommt es zu der Note.

Damit könnte man so allmählich denken, dass man es verstanden hat, warum die Note nicht so sonderlich spannend ist. Aber nicht unser Prachtexemplar eines Studenten, der vermutlich im Nebenfach Verhandlungstechniken oder ähnliches studiert. Und dann kommt der Oberknaller, da haut es dann schon einen mal wirklich vom Stuhl runter:

ok Sie haben recht, würden Sie mir noch einen chance geben mein eigene Doku zu schreiben?!?!? würde mich freuen, weil ich mit der Note nicht zu frieden bin.

So, was soll man dazu noch sagen? Da fällt einem erst einmal gar nichts ein. Da schreibt der gute Mann ab und will noch eine zweite Chance. Ganz überraschend ist man auch nicht mit der Note zufrieden. Erst einmal nachdenken, dann handeln wäre ein guter Rat für ihn gewesen. Denn wer abschreibt sollte damit rechnen erwischt zu werden, egal ob bei einer Klausur oder einer Hausarbeit. Ergo, man sollte eine schlechte Note oder das Durchfallen einer Klausur mit einrechnen. No risk, no fun. Wenn ich abgeschrieben habe, dann war ganz klar, wenn ich erwischt werde, dann ist Sense, aber ein Versuch ist es wert, weil sonst auch Sense ist. Aber heutzutage will man für das Abschreiben auch noch belohnt werden und eine zweite Chance erhalten. Nachdem ich mich mit Beruhigungstropfen wieder auf ein normales Level gepegelt hatte versuchte ich eine Antwort zu schreiben, die deutlich macht, wieso man in so einem Fall keine zweite Chance erhält. Mir kam es vor als ob ich zu einem sehr lebensnahen Beispiel greifen müsste.

nein das werde ich nicht. Wenn Sie mit 85 km/h geblitzt werden, wo 50 km/h erlaubt war und den Führerschein verlieren, können Sie auch nicht zur Polizei sagen ich fahre nochmal langsam vorbei. Sprich, man sollte sich über das was man tut und vor allem die Konsequenzen bewusst sein. In dem Beispiel das zu schnell fahren, in ihrem Fall das kopieren der Dokumentation. Ausserdem wäre es mehr als unfair, den anderen Teilnehmern gegenüber.

So, damit dachte ich jetzt wirklich, dass die Geschichte vorbei ist, denn lange war von dem Studenten auch nichts zu hören. Zu früh gefreut… Letzter und dritter Teil folgt.

2 Kommentare »gedanken von martin

13. April 2008 . Abgelegt in Fundstücke

Eine Geschichte eines Studenten (Teil 1)

Ich schreibe jetzt mal eine Geschichte nieder. Eigentlich gebe ich nur den Mailverkehr wieder. Ich habe natürlich den Namen des Studenten ausge-xxx-t. Weil darf man ja nicht. Aber die Geschichte ist einfach sehr interessant. Also am Ende des Semesters müssen die Studenten ein kleines Webprojekt, einen kleinen Internetauftritt abgeben. Da wir einen Tag Konzeption für Internetauftritte behandeln gehört auch die Abgabe einer kleinen Konzeption (so 1-2 DINA4 Seiten) dazu. So. Und jetzt geht es los.

Die Mail zur Abgabe des Projektes:

es tut mir leid das ich Ihnen mein Projekt erst jetzt geschickt habe, aber ich konnte nicht früher, und ich bin noch nicht ganz fertig mit den text….. ich hoffe das wirk nicht negativ aufr meine note…. Ich habe noch auf Klausuren lernen müssen…

Also, Projekt schon mal zu spät abgegeben, das ist schon mal blöd. Aber gut, man ist ja nicht so. Konzeption war auch dabei, aber im Format .docx – super konnte ich nicht öffnen. Deswegen die Antwort von mir:

die Abgabe war zwar etwas verspätet, aber das docx kann ich trotzdem nicht öffnen. Bitte schicken Sie mir ganz schnell eine .doc oder pdf etc. zu. Danke

Also dann kam die Konzeption von dem Studenten:

so ich habe den Docx geändert zum doc.
es tut mir nochmal leider wegen den verspäteten abgabe.

Ich habe mir dann die Dokumentation, bzw. Konzeption angeschaut. Irgendwie kam mir die dann schon gleich von der Optik her sehr bekannt vor. Beim Lesen kam mir das alles noch bekannter vor. Dann habe ich mir mal die anderen Dokumentationen angeschaut und siehe da, ich fand die exakt gleiche Konzeption bei einem anderen Studenten nochmals. Immerhin war die Matrikelnummer und der Name geändert und ein zwei Sätze in der Mitte. Applaus! Aber ansonsten 1:1 kopiert. Da kommt man sich gelinde gesagt doch etwas verarscht vor. Erstens lese ich die Dinger und zweitens ich bin noch nicht so alt, dass ich mir nicht merken kann, was ich in einem Semester schon gelesen habe. Meine Antwort:

die Dokumenation hätten Sie sich denke ich sparen können, die habe ich nämlich bis auf zwei abgeänderte Sätze genauso bei Herrn XXX gesehen und gelesen. Also ich lese die Dokumentationen auch und das war irgendwie zu auffällig. Ich weiß jetzt nicht wer von wem das übernommen hat.

Nachdem keine Antwort mehr kam, war klar das er kopiert hatte, sonst hätte er sich ja verteidigt. Also die Note abgegeben und dann ging das Theater erst so richtig los… Fortsetzung folgt…

Kein Kommentar »gedanken von martin

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