VfB

Mario Gomez ist zurück. Und was das über den VfB sagt.

Zwischen dem ersten Gerücht und der offiziellen Bestätigung lagen ja nur wenige Stunden und in der Zeit und in den Stunden danach wurde mal wieder richtig viel und großteils (wie ich finde) sehr vernünftig über die Personalie Mario Gomez geschrieben. Und es gibt zu dieser Personalien eben diese bekannten zwei Seiten der Medaille.

Fangen wir mal mit dem kleinen gemeinsamsten Nenner an: Mario Gomez kann kicken, wenn es halbwegs normal läuft noch ziemlich gut und er trifft auch gerne mal das Tor. Auch wenn er es in dem ersten Halbjahr der aktuellen Saison noch nicht zeigen konnte. Ein Treffer steht da nur auf dem Konto, aber doch, ich bin mir sicher, dass Mario Gomez noch seine Tore schießen wird beim VfB. Und ich glaube er wird auch noch 2-3 Jahre eine Verstärkung für uns sein. Ein Spieler wie er bringt einen gewissen Willen, eine Power mit das Niveau zu halten und dran zu bleiben. Das traue ich ihm zu. Der Heilsbringer ist er mit Sicherheit nicht und was natürlich ganz wichtig ist, Mario Gomez muss auch eingesetzt werden und da sieht es gerade beim VfB nicht so richtig gut aus, hier ist die Abteilung um Reschke ziemlich gefordert – ansonsten verpufft auch ein Gomez als Alleinkämpfer vorne. Er holt sich vielleicht das eine oder andere Mal mehr den Ball wie es vielleicht Terodde getan hat, aber ohne im System eingebunden zu sein, ohne die richtigen Anspiele ist auch ein Gomez ne arme Sau.

Und natürlich haben wir alle noch 2007 in Erinnerung und so ein bisschen mögen wir ihn schon noch. Manche mehr – das waren alle die gestern in Ekstase verfallen sind (es sei jedem gegönnt) und andere die halt den Wechsel zu den Bayern nie wirklich verziehen haben (auch das sei jedem zugestanden).

Nun dürften aber die Meinungen langsam auseinander gehen, das liegt nicht unbedingt am Spieler Gomez, sondern an dem was der VfB treibt und wie er es treibt. Vornweg, bei Jan Schindelmeiser war nicht alles Gold was glänzt. Überhaupt keine Frage. Da gab es Spieler wie Ofori, die nun wieder verkauft werden wollen, da gab es viele viele Leihspieler – ein Konzept von dem ich auch nicht so überzeugt bin. Aber ich konnte und kann immer noch eine Idee, ein Konzept, eine Philosophie erkennen. Junge, entwicklungsfähige Spieler mit Potential kaufen. Um sie, wenn es halbwegs gut verläuft, in ein paar Jahren mit etwas oder sattem Gewinn zu verkaufen. Und natürlich helfen dir die Spieler die da sind in der Zeit, den VfB mittel- und langfristig wieder nach vorne zu bringen. Das es nicht mit jedem Spieler geklappt hat ist normal meiner Meinung nach. Es war aber eben ein Konzept zu erkennen.

Und nun? Ich erkenne maximal ein Zick-Zack-Kurs, ein „wenn sich Konstellationen ergeben“ – für mich auf jeden Fall keine klare Richtung. Fangen wir in der Sommerpause an. Andreas Beck und Dennis Aogo mögen nette Kerle sein, aber fußballerisch haben sie uns wirklich gar nicht weitergebracht. Und vermutlich kosten die beiden auch nicht so ganz wenig an Gehalt. Mehr als die meisten der jungen Spieler im Kader. Beck kostete auch noch eine, wenn auch geringe Ablöse. Wie sind die Chancen, dass wir an einem Verkauf der beiden noch Geld verdienen könnten. Nicht vorhanden. Das gleiche Problem haben wir mit Gomez, er ist ein verdienter, erfahrener Spieler. Ablöse bei 3,5 Mio und ein, für den VfB, nicht ganz unerhebliches Jahresgehalt. Wo es genau liegt wissen wir nicht. Die Zahlen schwanken zwischen 2-3 Mio im Jahr. Er dürfte damit Spitzenverdiener beim VfB sein. Terodde wurde zu Beginn der Saison glaube ich auf 1,5 Mio angehoben inkl. der Vertragsverlängerung. Und auch bei Gomez haben wir nicht die Chance über einen Weiterverkauf nochmals Geld zu generieren.

Und das war nun ein Fehler (verdiente, nicht günstige Spieler) der in der jüngeren VfB Geschichte oft getan wurde, man sich öfters ein blaues Auge oder mehr geholt hat und aus dem man scheinbar noch nicht wirklich gelernt hat. Den man scheint es gerade ein bisschen zu wiederholen.

Jetzt mögen manche sagen, wir haben doch ausgegliedert und können uns das leisten. Genau so würde ich persönlich aber nicht das Geld einer Ausgliederung investieren, weil ich die Anschubfinanzierung eben nicht irgendwie mehren kann. Einziger Aspekt, Gomez schießt Tore, wir halten die Klasse, das hat natürlich auch einen Wert – das steht außer Frage. Bei Romero hing es ja an gut 2 Mio (wenn das stimmt). Man darf sich die Frage stellen, ob das Geld (Ablöse Gomez) nicht doch hier besser investiert gewesen wäre. Laut Reschke sollten beim Romero ja 30 Mio in 2-3 Jahren locker drinnen sein. Es wäre eben ein anderes Signal gewesen, das Fortführen des Konzeptes welches ich immer noch denke, dass es zum VfB passt und unser Weg sein sollte.

Michael Reschke hat in der Winterpause noch sehr viel zu tun. Einerseits, wir brauchen die Verstärkungen in der Offensive um den Laden wieder zum Laufen zu bekommen. Schürrle geistert heute rum – er wäre genau ein weiterer Schritt in die falsche Richtung. Teuer im Unterhalt, Ablöse, kein/weniger Weiterverkaufoption. Also das sind die einen Hausaufgaben die er aktuell zu tun hat. Plus mit dem Geld der Ausgliederung sinnvoll umzugehen und es nicht in weiteren Verpflichtungen a la Gomez und Beck eher zu vernichten. Und ich würde mich freuen, wenn ich endlich ein Konzept erkenne, ein Weg den Reschke und der VfB gehen – weg von dem Zick-Zack-Kurs, weg von sich ergebenden Konstellationen. Sie dürfen liefern Herr Reschke.

VfB

Romero – ein Nichtwechsel mit positiven und negativen Aspekten

Dann hat es also Stand heute (12. Dezember) mit dem Wechsel von Maxi Romero zum VfB Stuttgart nicht geklappt. Aber da es gerade bei solchen Transfers gerne mal ein Hin und Her gibt, kann es schon noch sein, dass es ein Happy End gibt, Romero zum VfB wechselt und seit Kindheitstagen in weiß-roter Bettwäsche geschlafen hat. Oder eben auch nicht. Wir werden es erleben.

Warum der Wechsel nicht geklappt hat scheint wohl eine Frage der Ablöse zu sein. Wenn das alles so richtig ist, was man in den Medien liest, drehte es sich um 2 Mio Euro und das ist doch für den VfB einfach noch eine Summe, die man auch haben muss.

10 Mio Euro war die Ablöse wohl, die der VfB Stuttgart geboten hat. Das ist in Zeiten Ablösen in dreistelliger Millionenhöhe eher eine kleine Summe, aber sind wir mal ehrlich, für einen Verein wie den VfB Stuttgart ist es eine große Summe. Es wäre die bisher höchste Ablösesumme gewesen, die die Weiß-Roten jemals auf den Tisch gelegt hätten. So bleibt es bei dem Versuch. Positiv betrachtet: Reschke und der VfB haben sich eine Schmerzgrenze gesetzt und diese nicht überschritten. Man lies sich am Ende den Preis nicht höher treiben, trotz vielleicht noch vorhandener Ausgliederungsmillionen. Die Jungs mit dem Brustring brauchen Verstärkung in der Offensive, das haben die letzten Wochen gezeigt, vielleicht wäre er der richtige Mann gewesen. 10 oder gar 12 Millionen sind für einen 18 Jährigen aber eben auch eine ordentliche Hausnummer – für allem für einen Verein wie uns. Was, wenn er nicht zündet, was wenn es nicht mit ihm klappen würde. Es wäre viel viel Geld den Bach runter. So gesehen ist es positiv zu sehen, dass das Risiko nicht komplett ausgereizt wurde mit einer vielleicht zu hohen Ablösesumme. Hypothetisch. Ich weiß.

Man hat viel gelesen „so sind die Summen heute halt“ oder „das müsse man halt heute zahlen“. Vielleicht wünsche ich mir insgeheim immer noch, dass mein VfB diesen Weg nicht mitgeht und das Ablösesummen hochschrauben Spiel nicht mitmacht. Und vielleicht eben einen anderen Weg findet um bestehen zu können. Vielleicht bin ich da immer noch etwas zu viel Fußballromantiker. Aber Hoffnung habe ich, dass man nicht alles mitmacht, nicht jede Summe zahlt – auch wenn ich mir sicher bin, dass man sich Romero auch für 12 Mio hätte leisten können. Es gab ja einen satten Gewinn zu vermelden und auch von der Daimlerkohle sollte noch etwas da sein.

Und es gibt auch negative Seiten. Thema Risiko, Thema Außendarstellung von Reschke. Kurz nach dem Scheitern des Wechsels gab Michael Reschke mal wieder ein Interview. Er hätte es mal wieder lassen sollen. Es war zu lesen, dass man so einen Transfer nur mit noch mehr Investoren hätte stemmen können. Baut da schon einer vor, bzw. betreibt hier einer schon Werbung um den Fans den nächsten Investor schmackhaft zu machen? Mitte 2018 soll der nächste Investor präsentiert werden. Die von Dietrich in den Raum geworfene Idee mit den Fonds kam nicht so gut an. Und wie kann man da nicht besser schön Wetter machen, als etwas Druck aufzubauen in die Richtung „wir brauchen das Geld, sonst klappen solche Transfers nicht“ – und vielleicht lässt sich damit das Fanvolk eben besser auch zu positiv zu einem Fond als Investor stimmen. Reine Vermutung und Spekulation meinerseits – aber es würde Dietrich ganz gut ins Konzept passen.

Was mich dann auch noch stört. Reschke sagt im gleichen Interview, dass Romero in 2-3 Jahren 30 Mio wert sein würde. Wenn, also wenn er wirklich so überzeugt von ihm ist, dann hätte man doch über den Ablösemaximum-Schatten springen können – Thema Risiko (siehe oben) – und das doch mal versuchen. Es wäre eine Investition, die sich sehr schnell, sehr ausgezahlt hätte. Genauso hypothetisch. Nur Reschke hörte sich so überzeugt von ihm an.

Vermutlich muss sich Reschke, der Perlentaucher, auch noch daran gewöhnen, dass ihm zum tauchen nicht das Equipment zur Verfügung steht, wie noch bei Bayern und Bayer. Beim VfB machen 2 Mio vielleicht eben noch mehr aus wie bei den Bayern. Mit mehr Geld kannst du halt einfach vielleicht doch noch die Perlen mehr davon überzeugen aus ihrer Muschel rauszukommen.

Gefordert ist er jetzt aber auf jeden Fall in der Winterpause die Offensive, wie auch von ihm angekündigt, zu verstärken. Perle oder Rampe wird die Frage sein.