Ausgerechnet ausgerechnet
Hat eigentlich schon jemand mal ausgerechnet wie oft Fußball-Moderatoren, -Reporter, -Experten und -Pseudoexperten das Wort “ausgerechnet” in einen Spielbericht, einen Live-Kommentar oder sonst wo einfliessen lassen? Sehr oft, ohne das jetzt näher überprüft zu haben. Es ist erstaunlich wie der Einsatz dieses Wortes überstrapaziert wird. Gestern fiel mir das wieder auf, als ich in einem Nachrichtenmagzin hören durfte, dass der FSV Mainz “ausgerechnet” beim VfB Stuttgart verloren hatte. Und da fiel mir wieder auf wie unnütz dieses Füllwort ist und wie inflationär es doch verwendet wird. Sicher steht Mainz in der Tabelle mehr als deutlich vor dem VfB, aber einerseits spielte Mainz die Hinrunde wohl eher ein bisschen über seinen Verhältnissen und Stuttgart ein wenig unter seinen Verhältnissen. Man kann natürlich nicht erwarten, dass mittelmäßig interessierte Moderatoren sich mit solchen Details auseinandersetzen, schön wäre es gewesen, dann hätte uns dieser Einsatz des Wortes “ausgerechnet” wenigsten erspart bleiben können.
Neben solchen eher überraschenden Einsätzen von ausgerechnet, gibt es natürlich die Klassiker, wenn ein Spieler wie Mesut Özil z.B. gegen die Türkei beim 3:0 trifft. So schnell konnte man im Bullshit-Bingo gar nicht “ausgerechnet” ankreuzen wie der nette Reporter das Wort schon ausgeworfen hatte. Und jedes Mal, wenn ein Spieler den Verein wechselt, dann gegen seinen Ex-Verein auf dem Platz steht ein Tor schiesst dann kommt so sicher wie das Amen in der Kirche “ausgerechnet”. Wahlweise natürlich auch wenn er einen Ex-Kollegen umholzt und mit Rot vom Platz fliegt. Das gleiche Szenario gilt auch für Ex-Trainer, die auf ihre ehemaligen Vereine treffen. Und da das bei den vielen Wechseln von Spieler und Trainern in der Bundesliga mit Sicherheit bei jedem Spiel zutrifft wie ich ausgerechnet habe, wird das Wort auch jedes Mal gnadenlos eingesetzt.
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