Eine Geschichte eines Studenten (Teil 2)
So nun geht es weiter (Teil 1 gibt es hier). Nun hat der gute Student wohl seine Note gesehen und sich gefragt, warum die nicht so ganz positiv ausgefallen ist. Seine Mail:
klar habe ich vieles vom Dokumentation von Herr XXX über nomen, aber wieso hab ich so eine schlechte note?
Interessanterweise gibt er sich die Antwort ja schon selbst, der hat die Dokumentation übernommen, wobei “vieles übernommen” eine leichte Untertreibung von einer 1:1 Kopie ist, was ich ihm dann natürlich auch geschrieben habe.
vieles übernommen ist doch ehrlich gesagt leicht untertrieben, Sie haben bis auf zwei kleine Änderungen den Text 1:1 kopiert, sprich der Dokupart ist eine glatte 5,0. Und der Dokupart ist von der Gewichtung her eben wichtig. Die anderen Dinge (Design, HTML) richten sich u.a. danach was die anderen abgegeben haben. Sprich da richte ich mich, wie in vielen Klausuren, danach aus, was top ist und stufe danach ab. Die Sachen waren bei Ihnen nicht schlecht, aber der Dokupart zieht dann eben nach unten, deswegen kommt es zu der Note.
Damit könnte man so allmählich denken, dass man es verstanden hat, warum die Note nicht so sonderlich spannend ist. Aber nicht unser Prachtexemplar eines Studenten, der vermutlich im Nebenfach Verhandlungstechniken oder ähnliches studiert. Und dann kommt der Oberknaller, da haut es dann schon einen mal wirklich vom Stuhl runter:
ok Sie haben recht, würden Sie mir noch einen chance geben mein eigene Doku zu schreiben?!?!? würde mich freuen, weil ich mit der Note nicht zu frieden bin.
So, was soll man dazu noch sagen? Da fällt einem erst einmal gar nichts ein. Da schreibt der gute Mann ab und will noch eine zweite Chance. Ganz überraschend ist man auch nicht mit der Note zufrieden. Erst einmal nachdenken, dann handeln wäre ein guter Rat für ihn gewesen. Denn wer abschreibt sollte damit rechnen erwischt zu werden, egal ob bei einer Klausur oder einer Hausarbeit. Ergo, man sollte eine schlechte Note oder das Durchfallen einer Klausur mit einrechnen. No risk, no fun. Wenn ich abgeschrieben habe, dann war ganz klar, wenn ich erwischt werde, dann ist Sense, aber ein Versuch ist es wert, weil sonst auch Sense ist. Aber heutzutage will man für das Abschreiben auch noch belohnt werden und eine zweite Chance erhalten. Nachdem ich mich mit Beruhigungstropfen wieder auf ein normales Level gepegelt hatte versuchte ich eine Antwort zu schreiben, die deutlich macht, wieso man in so einem Fall keine zweite Chance erhält. Mir kam es vor als ob ich zu einem sehr lebensnahen Beispiel greifen müsste.
nein das werde ich nicht. Wenn Sie mit 85 km/h geblitzt werden, wo 50 km/h erlaubt war und den Führerschein verlieren, können Sie auch nicht zur Polizei sagen ich fahre nochmal langsam vorbei. Sprich, man sollte sich über das was man tut und vor allem die Konsequenzen bewusst sein. In dem Beispiel das zu schnell fahren, in ihrem Fall das kopieren der Dokumentation. Ausserdem wäre es mehr als unfair, den anderen Teilnehmern gegenüber.
So, damit dachte ich jetzt wirklich, dass die Geschichte vorbei ist, denn lange war von dem Studenten auch nichts zu hören. Zu früh gefreut… Letzter und dritter Teil folgt.
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Mai 12th, 2008 at 12:36
klassischer fall von zu dumm zum leben.. Wenn er schon die Arbeit anderer abkupfert, dann sollte er wenigstens kreativer mit ausreden werden.
Aber das ist halt die Internet-mentalität, alles ist umsonnst.
Mai 15th, 2008 at 2:54
Also Martin, da hab ich jetzt echt schiefgelacht:
a.) weil’s echt total witzig ist – duuh
b.) weil heutzutage eh jeder ein Victim ist
c.) weil Du jetzt so laessig auf der andere Seite des Zaunes stehest
d.) die arme Frau Roessler