Nick Cave in Stuttgart
Gestern gab sich Nick Cave “solo” die Ehre in Stuttgart in der Liederhalle. “Solo” ist natürlich eine Definitionssache, wenn die Hälfte der Bad Seeds dabei ist, dann finde ich das nicht wirklich solo, ich dachte da schon eher an den Mann und das Klavier. Aber egal. Voll gefüllt war der Hegelsaal leider nicht, was eventuell an den nicht wirklich günstigen Konzertkarten (und einer sehr merkwürdigen Preispolitik bzgl. der unterschiedlichen Reihen) lag.

Es wurde dann also nicht ganz so ruhig, wie man sich das im ersten Moment unter “solo” vorstellen konnte, aber trotzdem ein sehr gelungener Abend mit rundum guter Musik. Lieder quer durch die Schaffenszeit von Cave und den Bad Seeds waren da zu hören, wenn auch teilweise einer gewagten Neufassung. Wie bei “Weeping Song” (früher ja mal mit “my dear friend” [O-Ton Cave] Blixa Bargeld vorgetragen), heute führte Cave dann Vater-Sohn-Dialog mit sich selbst. Und eine ebenso schwer zu erkennende Version von Henry Lee, einst mit PJ Harvey gesungen. Aber trotz der Neuinterpretationen ein unterhaltsamer Abend, Nick Cave und seine halben Bad Seeds haben auf der Bühne alles gegeben – allen voran Cave, der immer mit einer ungeheuren Intensität in die Tasten seines Flügels geschlagen hat, wenn es mal lauter wurde. In Stuttgart durfen sie auch lauter Spielen, tags zuvor in Nürnberg gab es wohl viele Beschwerden beim Promoter, weil es zu laut war. Um dem vorzubeugen gab es am Anfang des Konzerts die Frage ob die Lautstärke so okay sei. Was waren das in Nürnberg für Weicheier
Noch zwei Sachen:Der Bart steht Nick Cave gar nicht – nein überhaupt nicht – ab mit dem Ding. Zweitens, das Konzert hätte noch etwas besser sein können, aber die Musik war teilweise leider nicht sonderlich gut abgemischt, das war teilweise schon ein ziemlicher Soundbrei – zumindestens dort wo wir waren. Das wäre meines Erachtens noch besser gegangen.
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